Macht Apple sich strafbar?

Streit um Umsatzsteuer im iTunes Store

Irgendwo muss doch noch Geld aufzutreiben sein. Zu den Bemühungen der Bundesregierung, den Haushalt einigermaßen in den Griff zu bekommen, passt die Meldung des Bundesfinanzministeriums, dass Apple möglicherweise eine Steuerstraftat begehe, wenn im iTunes Store nur Privatkunden einkaufen können. 

Von   Uhr

Apple rückt in das Visier der Bundesregierung. Wie das Autorenblog Carta berichtet, beanstandet das Bundesfinanzministerium die Mehrwertsteuerpraxis im iTunes Store. Der ist in Luxemburg ansässig. Das heißt, für die dort verkauften Apps fällt nur die luxemburgische Mehrwertsteuer von 15 Prozent an. Diese Praxis ist zulässig, wenn die Kunden ausschließlich Privatkunden sind. Und als Privatkunden werden im iTunes Store alle behandelt.

Auch jene, die eine App kaufen, die sich eigentlich an Geschäftskunden richtet. Und Business-Apps gibt es im iTunes Store eben auch. Erwirbt der Geschäftskunde aber nun eine solche App – beispielsweise Keynote – tut er dies steuerrechtlich als Privatkunde. Auf gewerblich genutzte Software, die aus dem EU-Ausland nach Deutschland verkauft wird, muss allerdings die deutsche Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent aufgeschlagen werden.

Derartige Praktiken seien nicht akzeptabel und es könne eine Steuerstraftat vorliegen, so das Bundesfinanzministerium. Von Apple ist zu hören, dass die Einführung eines Geschäftskunden-Accounts im iTunes Store geprüft werde.

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Typisch Staat! Gauner!

es ist wie immer: die grossen melken die kleinen!! wer bezahlt denn schlussendlich? richtig, wir deppen....
die bundesregierung könnt ja auch die atemluft besteuern. istauch eine brachliegende einnahmequelle...

Es ist echt schlimm, was sich die Schwarzen und Gelben in B. leisten.

Da muss man einfach von Apple etwas Geld nehmen, wenn sie doch eh schon mehr Wert sind als Microsoft.

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Vielleicht einfach mal das Steuerrecht vereinfachen?? ;)

Gaunerei zu tun. Ich (selbstständig) habe 2 iPhone im Betrieb. Ich weiß jetzt schon, dass das Finanzamt die Rechnungen der Apps nicht akzeptieren wird, weil Rechnungsform und der Mangel der ausgewiesenen MwSt dem entgegen stehen. Wäre schön, wenn Apple auch einen gewerblichen iTunes-Account anbieten würde. In diesem Fall kann ich nur sagen, gut dass sich der Staat darum kümmert!

Die Urheberrechtsabgabe auf Macs reicht eh schon...

Ihr checkt doch gar nix. Nicht der Staat rippt hier ab, sondern Apple. Die 19% USt kann sich dann ja jeder wiederholen - so zwingt Apple alle in Privatkundenstatus, zahlt nur Luxemburgische 15% (sieht D nix von).

Vielleicht lieber mal ein wenig Zurückhaltung üben wenn man keine Ahnung hat. Auch an den Autor, der hier Kommentare im Bild-Stil veröffentlich. Indem Apple in den Rechnungen keine MwSt. ausweist, können Firmen diese auch nicht steuerlich absetzen. Das ist also nicht nur ein Nachteil für den Staat, das ist ganz einfach ignorant von Apple!

Apple verhält sich wie Amazon (die für Kindle-Bücher auch keine Rechnung stellen, sie reden sich genauso mit dem luxemburgischen Steuerrecht heraus wie Apple). EBay ist damit allerdings schon auf die Nase gefallen (da ist es eindeutiger, dass man nicht einfach behaupten kann, man handele nur mit Privatpersonen), die europäische Kommission hat da reagiert.
Wenn Apple jetzt zu einem seriösen Verhalten verdonnert werden sollte (ich würde staunen), dann wird Amazon hoffentlich als nächstes an die Kandarre genommen. Es wird Zeit, dass diese amerikanischen "mir gehört die Welt"-Konzerne sich anständig verhalten und Kunden wie KUNDEN behandeln, nicht wie Melkvieh.

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