Verlängerung

TikTok muss in 90 Tagen neuen Käufer finden

US-Präsident Donald Trump hat eine Verfügung unterzeichnet, nach der TikTok-Eigentümer ByteDance das US-Geschäft des Videodienstes innerhalb von 90 Tagen verkaufen muss. 

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Das TikTok-Geschäft in den Vereinigten Staaten muss bald jemand anderem als dem chinesischen Eigentümer ByteDance gehören, sonst wird der Betrieb untersagt – zumindest in den USA. Die US-Regierung sieht in den Datensammel-Aktivitäten der chinesischen Anbieter eine Bedrohung der nationalen Sicherheit.

Außerdem muss ByteDance nachweisen, dass die Daten aller US-Bürger innerhalb des 90-Tagen vernichtet werden. Das könnte bedeuten, dass zahlreiche Konten bei dem Videodienst geschlossen und deren Videos vom Netz genommen werden müssen – wenn Bytedance keinen US-Käufer findet, an den die Daten übertragen werden.

Bisher ist man davon ausgegangen, dass die Transaktion innerhalb von 45 Tagen über die Bühne gehen müsse, doch die US-Regierung hat das Ultimatum nun auf 90 Tage ausgeweitet. Schneller dürfte ein vollständiger Verkauf der US-Besitzungen wohl auch nicht möglich sein. Als möglicher Käufer wird Microsoft gehandelt. Was TikTok kosten soll und ob der chinesische Eigentümer überhaupt verkaufen wird, ist nicht klar. Schon jetzt ist aber sicher, dass gegen die Verfügung auch juristisch vorgegangen wird.

Die Auseinandersetzung zwischen Bytedance und den USA markiert einen Höhepunkt in den sich zunehmend verschlechternden Beziehungen zwischen China und den USA. Ebenfalls betroffen ist Tencent mit seiner WeChat-App und den darin enthaltenen Diensten. Die US-Regierung will ebenfalls ein Verbot erwirken. Ob dies nur für den iOS- und den Google-Play Store in den USA gelten soll oder weltweit, ist noch nicht klar. Auch hier sind die Datenschutzbedenken der Amerikaner sehr hoch.

Was denkst du? Hat die US-Regierung Recht? Sollten chinesische Apps einfach nicht in der westlichen Welt verbreitet werden, weil dadurch ungezügelt Daten nach China verschwinden könnten oder hältst du das für Propaganda?

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Ist es nicht seltsam, dass die USA Bedenken bei chinesischen Unternehmen hat, selbst aber Gesetze erlässt, die die US-Unternehmen dazu zwingen Daten von Nicht-US-Bürgern herauszugeben? Europa sollte in gleicher Weise handeln und Apps oder Dienste verbieten, wenn der Anbieter Daten in den USA speichert. Mal sehen, was dann passiert.

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