Cloudnotizzettel

So ekelt Evernote die Gratisnutzer raus

Die Notizzettel-Anwendung Evernote lässt sich in der kostenlosen Version jetzt nur noch auf zwei Geräten nutzen. Ansonsten ist ein kostenpflichtiges Abo erforderlich. Und hier gab es gerade eine saftige Preiserhöhung. Apple, Microsoft und Google haben ähnliche Angebote.

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Evernote hat die Preise für die Abonnements seiner Notizen-App erhöht und schränkt die Benutzer der kostenlosen Version weiter ein. Sie können ihre Notizen nur noch auf zwei Geräte synchronisieren. Die Weboberfläche kann aber nach wie vor auf beliebig vielen Rechnern aufgerufen werden.

Natürlich schaltet Evernote nicht sofort die überzähligen Clients der Nutzer ab sondern informiert sie erst einmal schriftlich und gewährt ihnen eine zweiwöchige Übergangsfrist, in der sie sich entscheiden können, eventuell ein kostenpflichtiges Abo abschließen wollen.

Die Preiserhöhung ist recht ordentlich. Evernote Plus kostet ab sofort 3,99 pro Monat oder 29,99 Euro im Jahr. Zuvor kostete das Angebot 2,99 Euro monatlich oder 19,99 Euro jährlich. Darin enthalten sind monatliche Uploads von 1 GByte und eine Offline-Funktion für die Notizen.


Die teuerste Version Evernote Premium kostet jetzt satte 6,99 statt 4,99 Euro pro Monat beziehungsweise 59,99 statt 39,99 Euro im Jahr. Darin enthalten sind 10 GByte Uploads im Monat und die Möglichkeit, PDFs und Microsoft-Office-Dateien zu durchsuchen. Außerdem lassen sich PDFs innerhalb der Clients kommentieren. Visitenkarten lassen sich scannen und ihr Inhalt ins Adressbuch übernehmen.

Evernote gibt sich ziemlich offen, weshalb die Preise erhöht werden mussten. Im Blog schreibt das Unternehmen: "Unser Ziel ist, Evernote langfristig zu verbessern sowie in unsere Kernprodukte zu investieren und sie damit noch leistungsstärker und intuitiver zu machen. Außerdem möchten wir Funktionen einbauen, die häufig von unseren Nutzern angefragt werden. Doch dazu benötigen wir einiges an Energie, Zeit und Geld. Darum bitten wir die Nutzer, die den meisten Nutzen aus Evernote ziehen, Teil dieser Investition zu sein. Im Gegenzug profitieren unsere Nutzer von den Vorteilen dieses Vorhabens.“
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Was genau geplant ist, blieb offen. Google Drive und Microsoft Outlook wurden von Evernote in die Apps integriert.

Lassen sich die Nutzer das gefallen?

Evernote gab vor einem Jahr an, rund 150 Millionen Nutzer weltweit zu haben. Wie viele davon die kostenpflichtige Version nutzen, blieb unerwähnt. 

Evernote scheint andererseits massiv sparen zu müssen. Das Unternehmen hatte in den letzten Jahren abseits von seinem Hauptgeschäft zahlreiche Apps entwickelt - und stellt sie nun nach und nach ein. Die Browser-Erweiterung Clearly, die für Chrome angeboten wurde, gehörte zum Jahreswechsel 2015/16 zu den Opfern. Damit lies sich ein "Lesemodus" aktivieren, der Navigationselemente und Texformatierungen von Webseiten entfernte und so die Lesbarkeit erhöhte. Safari- und Firefox-Nutzer kennen diese Funktion auch, weil sie nativ in ihre Browser eingebaut ist. Skitch hatte Evernote 2011 übernommen und dürfte zu den Anwendungen gehören, die viele Anwender kennen. Skitch für OS X bleibt bestehen, aber die iOS-Version wird genauso eingestellt wie die für Android und Windows.

Eine Alternative zu Evernote ist die Notizen-App von iOS und OS X sowie Microsofts OneNote.

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War eh umständlich zu bedienen. Ich habe alle Notizen in Apples Notizen-App importiert und Evernote gelöscht.

Die OCR Funktion ist genial. Ein Filmplakat oder die Öffnungszeiten eines Arztes fotografieren und ohne tagging oder Kommentar immer wiederfinden ...wo geht das noch?

Können ja nicht Viele gewesen sein...;-)))

Evernote ist unschlagbar wenn man es z.B. für die Arbeit nimmt.
Ich habe ca 2200 Notizen Dokumente etc.

OCR Suche unübertroffen zusammen mit der Scannable App !!!

Wenn die Anzahl der direkt anzeigbaren Dateiformate noch weiter erhöht wird, beispielsweise um die ODF-Formate und andere, könnte ich mir vorstellen, dass ich auch das teurere Abo akzeptiere. Auch eine erweiterte Ordnertiefe wäre wünschenswert.

Evernote muss aber beweisen, dass die höheren Kosten auch in eine deutliche Verbesserung und Funktionserweiterung gesteckt wird, sonst werden sicher viele gegenwärtige Abonnenten nach Alternativen suchen. Selbst wenn Evernote bereits heute viel besser ist als Apple Notizen und sogar als OneNote.

Besser wie Evernote, kostenlos, schneller und super intuitiv ist Google KEEP (in deutsch Notizen). Schaut es euch an. bin gerade auch wegen der Rausekel-Attacke von Evernote umgestiegen.
Man kann seine Notizen von Evernote vorher exportieren. Werde den Evernote Jungs die Kohle nicht in den Allerwertesten schieben. So lieb hab ich die dann doch nicht ;o)

Der Einschnitt auf 2 Geräte ist für mich nicht akzeptabel. konnte mich bisher mit Onenote nicht anfreunden. ist aber jetzt wohl nicht abwendbar. Für die neue Preispolitik gibts Office365 mit 1TB cloud....

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