iPod shuffle

So klein und kann schon sprechen

Apple hat am 11. März einen vollständig neuen iPod shuffle vorgestellt. Dieser verfügt über noch geringere Abmessungen als das Vorgängermodell bei höheren Speicherkapazitäten. Außerdem hat Apple dem iPod ohne Display das Sprechen beigebracht. Wir testen, wie gut das funktioniert.

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Nochmals geschrumpft

Der neue iPod shuffle ist winzig, kleiner als jedes Feuerzeug, und sogar kleiner als der kleine Finger des Autoren. Erhältlich in Schwarz oder Silber, verfügt der neue shuffle auf der Rückseite über einen Klipp inklusive Apfel-Logo, mit dem er sich an der Kleidung befestigen lässt. An der Oberseite befi ndet sich neben dem Kopfhörerausgang mit dem von der Vorgängergeneration bekannten Funktionsschalter das einzige Bedienelement. Hier lässt sich der – ausschließlich mit 4 GB Speicherkapazität erhältliche – shuffle ausschalten sowie auf normale und zufällige Wiedergabe stellen. Ansonsten wird die schiere Oberfl äche des shuffle durch kein Bedienelement unterbrochen, da die Steuerung nun über die integrierte Fernbedienung der mitgelieferten Ohrhörer erfolgt.

Im Lieferumfang des shuffle ist neben den neuen Ohrhörern, deren Fernbedienungselement im Test nicht mit dem iPhone harmonierte, außerdem ein 4,5 cm kurzes Miniklinken-auf-USB-Kabel zum Laden und Befüllen des shuffl e enthalten. Für 19 Euro verkauft Apple darüber hinaus ein zusätzliches Kabelkit mit einem ein Meter langen Kabel und einem weiteren kurzen USB-Kabel für den shuffle, falls das Originalkabel verloren geht.

Bei Redaktionsschluss haben einige mit Apple zusammenarbeitende Hersteller bereits eigene kompatible Ohrhörer angekündigt, die größtenteils im Verlauf des Sommers erhältlich sein sollen. Entsprechende Verlautbarungen existieren bereits von Etymotic, V-Moda, Klipsch und Scosche Industries. Klipsch beispielsweise spricht davon, dass iPod-shuffle-kompatible Ohrhörer diesen Sommer für knapp 100 USDollar erhältlich sein werden. Auch wer bereits über hochwertige Ohrhörer verfügt und diese gern am neuen iPod shuffl e verwenden würde, sieht Licht am Horizont. So fi ndet sich auf der Internetseite des US-amerikanischen Herstellers Scosche Industries (www.scosche.com) die Ankündigung eines Adapters, der die Funktionen des neuen iPod shuffl e unterstützt und mit jeglichen Ohrhörern zu verwenden sein soll. Der Preis dieses Adapters wird mit 29,95 US-Dollar angegeben, als Erscheinungstermin nennt man Juni. Es ist allerdings zu erwarten, dass kurzfristig weitere Adapterlösungen anderer Hersteller folgen werden. Derzeit ist man jedoch noch auf die Verwendung der mitgelieferten Ohrhörer angewiesen.

Er spricht

Die grundlegende neue Funktion des iPod shuffle hört auf den aus den Bedienungselementen von Mac OS X bekannten Namen VoiceOver. Schließt man den shuffl e an den Rechner an, lässt sich über iTunes – Version 8.1 ist Voraussetzung – einstellen, in welcher Sprache die Statusmeldungen zum Ladezustand der Batterie und die Namen der Wiedergabelisten gelesen werden sollen. Denn das ist die Funktion von VoiceOver: Der shuffle „spricht“ über die mitgelieferten Ohrhörer mit dem Anwender; er kann auf Wunsch Titel und Interpret eines Songs ansagen und die Namen von Wiedergabelisten vorlesen. Für Songs und Interpreten wählt der shuffle die entsprechende von 14 unterstützten Sprachen automatisch aus. Zusätzlich kann die richtige VoiceOver-Sprache ab iTunes 8.1 auch für jeden Song manuell eingestellt werden, falls der shuffle danebengreift.

Am Fernbedienungselement der shuffle- Ohrhörer befi nden sich drei Tasten, zwei zum Regeln der Lautstärke und eine für das Wechseln zwischen Songs, Wiedergabelisten, die VoiceOver-Funktion sowie das Starten und Pausieren der Musik. Auf den ersten Blick scheinen also sehr viele Funktionen auf einer Taste zu liegen. Die Handhabung ist dennoch gut und geht relativ schnell in Fleisch und Blut über. Klickt man einmal auf das mittlere Bedienelement, startet oder pausiert man die Wiedergabe, klickt man doppelt, springt man zum nächsten Song. Wird das Bedienelement gedrückt gehalten, blendet die Musik aus und eine Stimme sagt Songtitel und Interpreten an. Hält man die Taste noch etwas länger gedrückt bis ein Piepton ertönt, kann zwischen Wiedergabelisten gesprungen werden.

Die VoiceOver-Funktion steht natürlich auch zur Verfügung, wenn der shuffle mit einem Windows-PC verwendet wird.

In der Praxis

Im Test forderten wir den shuffle richtig und stellten Wiedergabelisten zusammen, die unter anderem Songs von Udo Lindenberg, Adriano Celentano, Lynyrd Skynyrd und Asik Mahzuni Serif enthielten, um möglichst viele Sprachen unterzubringen. Und siehe da die VoiceOver-Funktion versieht ihren Dienst gut, wenn auch nicht perfekt. Die unterschiedlichen Stimmen sind in der Regeln gut zu verstehen, manchmal jedoch ist die Aussprache nicht ganz verständlich. So kann „Sturm“ schon einmal wie „Strom“ klingen. Bei einer „gemischten Gemeinheit“ wie dem Song „Weiber und Wein“ der Band englischen Band „Alestorm“ entschied sich der shuffle darüber hinaus für die englische Aussprache, wodurch der deutsche Titel unverständlich wurde. Auch die Navigation durch Wiedergabelisten funktionierte im Test gut. Trotz der intuitiven Handhabung der Fernbedienung stört allerdings die Tatsache, dass diese sehr weit oben am Kabel angebracht ist. Rein gefühlsmäßig möchte man gern einen Blick auf sie werfen können, wenn man die Ohrhörer trägt, dies ist allerdings kaum möglich.

Fazit

Der Formfaktor des neuen shuffle überzeugt, die VoicerOver-Funktion ist gut, aber noch verbesserungsfähig. Insgesamt stellt der neue iPod shuffl e ein gelungenes und innovatives Update der Vorgängergeneration dar.

Testergebnis
ProduktnameiPod shuffle (3. Generation)
HerstellerApple
Preis75 €
Webseitewww.apple.de
Pro
  • klitzeklein
  • unterstützt 14 Sprachen
  • „spricht“ mit dem Anwender
Contra
  • Fernbedienung zu hoch angebracht
  • geringere Akkulaufzeit als Vorgänger (10 statt 12 Stunden)
Bewertung
1.9
gut
 

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