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Geschäftszahlen des iPhone-Anbieters

Apple-Quartalszahlen Q4/2019: Goldgrube noch lange nicht leer

Apple-Quartalszahlen Q4/2019: iPhone-Hersteller verdient fleißig weiter. Zuletzt informierte Apple Ende Juli über seine Quartalszahlen. Das Unternehmen erfüllte seinerzeit die eigenen Prognosen leicht über und sorgte so für positive Stimmung an der Börse. Nun gab Apple am Abend abermals positive Signale. Und außerdem: Wenn zuletzt selbst Tesla schwarze Zahlen schrieb, was kann da noch schief gehen? Tatsächlich stieg der Kurs der Apple-Aktie im nachbörslichen Handel an, da der Konzern aus Cupertino weiterhin ordentliche Gewinne produziert. Der iPhone-Hersteller erzielte 64,04 Milliarden US-Dollar Umsatz und liegt damit leicht über der eigenen Prognose, die zwischen 61 und 64 Milliarden US-Dollar lag.

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Heute gingen zwar die neuen AirPods Pro in den Handel. Doch die spielen beim aktuellen Quartalsbericht noch keine Rolle. Auch Apple TV+ startet erst zum 1. November und wird vermutlich im kommenden Quartal eine eher untergeordnete Rolle spielen. Diesmal könnten aber auch ein paar Euro von Apple Arcade hinzugekommen sein. Im Detail erfahren wir das allerdings nicht. Möglich aber, dass Tim Cook etwas zu den Abo-Zahlen von bspw. Apple Music und Apple Arcade während der Telefonkonferenz verrät, die immer im Anschluss an die Bekanntgabe der Geschäftszahlen erfolgt. Und welches Ausmaß die „Apple Card“-Kreditkarte hat, die in den USA mittlerweile gestartet ist, ist ebenfalls interessant zu erfahren.

Die Quartalszahlen von Apple (Q4 2019) auf einen Blick

Der Konzern aus Cupertino erwirtschaftete mit iPhone, iPad, Mac und Services im vierten Quartal 2019 64,04 Milliarden US-Dollar Umsatz. Entsprechend verzeichnete man ein leichtes Plus gegenüber dem Q4 2018 ($62,9 Milliarden). Unter dem Strich bleiben 13,686 Milliarden US-Dollar Gewinn für Apple über, etwas weniger als im Vorjahreszeitraum. Dies lässt sich mit höheren Ausgaben erklären.

Die folgenden Angaben sind, wenn nicht anders angegeben, immer mit Blick auf das gleiche Quartal im Vorjahr zu sehen. Seit dem Geschäftsbericht für das Q1 2019 listet Apple das iPhone nicht mehr separat in den Verkaufszahlen auf. Entsprechend lassen sich die Umsätze nicht auf den ersten Blick vergleichen.

  • Das iPhone-Geschäft ging leicht zurück ($33,362 Milliarden gegenüber $36,755 Milliarden).
  • Das iPad-Geschäft erzielte mehr Umsatz ($4,656 Milliarden vs. $3,983 Milliarden).
  • Das Geschäft mit Macs sank ein wenig ($6,991 Milliarden Umsatz vs. $7,34 Milliarden).
  • Einen immer größer werdenden Teil tragen Wearables, HomePod, AirPods und Co. zum Umsatz bei ($6,52 Milliarden vs. $4,223 Milliarden).
  • Auch Apples Servicegeschäft gedeiht weiter. Es trägt mehr Umsatz bei ($12,511 Milliarden vs. $10,599 Milliarden).

Das Unternehmen landete im Q4 am oberen Ende seiner eigener Prognose. Zwischen 61 und 64 Milliarden US-Dollar wollte Apple erreichen, 64,04 Milliarden wurden es. Für das kommende Q1 2020, zu dem das traditionell ertragreiche Weihnachtsgeschäft beisteuert, erwartet Apple einen Umsatz zwischen 85,5 und 89,5 Milliarden US-Dollar.

Aktionäre erhalten vom iPhone-Anbieter außerdem wieder eine Dividende. Diese beträgt wie zuletzt 77 US-Cent pro Aktie. Wenn Sie bis zum Stichtag, dem 11. November 2019, Aktien des Konzerns besitzen, erhalten Sie den Bonus. Apple überweist diesen kurze Zeit später, am 14. November.

Der Kurs der Aktie reagierte nachbörslich positiv, liegt aktuell knapp dreieinhalb US-Dollar im Plus.

Kommentar: Apple wächst, gedeiht und muss wieder genauer hinsehen

Aus technologischer Sicht haben einige Beobachter zwar das Gefühl, das Unternehmen würde keine Innovationen mehr herausbringen. Doch es sind vor allem die kleinen Dinge, auf die es ankommt. Was bringt Apple ein faltbares Smartphone, wenn das nach wenigen Wochen Gebrauch schon Ausfallerscheinungen zeigt, wie zuletzt am Beispiel von Samsung erlebt. Auch zeigen Face ID und andere „Kleinigkeiten“, dass Apple sich damit viel Mühe gegeben hat. Zudem sind manche Dinge gar nicht trivial, selbst wenn Sie auf den ersten Blick so erscheinen. Das musste zuletzt Google erleben. Denn die Gesichtserkennung im Pixel 4 ist Stand heute eher ein schlechter Scherz und kann auch entsperrt werden mit geschlossenen Augen.

Apple betrieb zuletzt aber auch Produktpflege: Das ist gut, falls man Bestandskunden zum Neukauf animieren möchte. AirPods Pro, Beats Solo Pro oder Powerbeats Pro ziehen allerdings auch neue Kunden an. Apple macht an manchen Stellen genau so viel, wie es muss und hebt sich andere Dinge vielleicht auf.

Spannend ist allerdings die sukzessive Transformation in ein Dienstleistungsunternehmen. Spannend ist vor allem die Apple Card. Denn an dieser Stelle gewinnt Apple die Kontrolle über die Finanzen der Nutzer, selbst wenn es anonymisiert passiert. Sogenanntes „Cashback“, individualisierte Ratenzahlungspläne, und mehr animieren Käufer womöglich zu Impulskäufen, an denen Apple (und Goldman Sachs) mitverdienen.

Und die Zukunft mit Apple wird nicht langweilig. Hinweise auf ein neues 16 Zoll MacBook Pro ebben nicht ab. Patente und Gerüchte über einen Ring von Apple oder eine Augmented-Reality-Brille nach dem Vorbild von Google Glass, sowie einen Tile-Konkurrenten namens AirTag machen die Runde.

Nicht vergessen wollen wir aber auch, dass Apple, vor allem mit seiner Software zuletzt zahlreiche Fehler produzierte. Gelöschte E-Mail in macOS Catalina, Bugs in iOS 13 und anderen zehrten an den Nerven von Fans. Entsprechend muss Apple wieder genauer hinsehen. Denn das kann es ja eigentlich.

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Die Aktie wird weiter steigen ...keine Frage !

Habt ihr nicht auch erst vor paar Monaten mit ganz großen Tönen gespuckt, dass es Apple immer schlechter geht und es nur noch Bergab gehen kann? Hmm ich glaube ihr solltet in eurer Glaskugel mal die Batterie wechseln.

Wer sind wir? Die Redaktion einer Zeitschrift ist keine Partei. Hier hat jeder seine eigene Meinung und vertritt die auch.

Interessant, dass die Medien durchweg zwar die Zahlen nennen und hier und da auch den Vergleich mit dem Vorjahr wagen. Aber welche Prozentualen Steigerungen oder Verluste haben denn nun die einzelnen Segmente zu vergleichen? Das wäre doch wirklich mal interessant, schon alleine deshalb, weil es keine absoluten Verkaufszahlen bestimmter Gerätekategorien mehr gibt.

OK: Mehr Finanz-Umsatz muss nicht mehr Geräte-Umsatz bedeuten. Ist auch fast egal. Geld ist Geld - und darum geht es in der Wirtschaft immer.

iPad + 673 Mill. $ oder + 16,9 %
Wearable + 2297 Mill. $ oder + 54,4 %
Service + 1912 Mill $ oder + 18 %
Mac - 349 Mill. oder - 4,675 %
iPhone - 3393 Mill $ oder - 9,23 %

iPhone = 33,36 Mrd. Rest = 30,68 Mrd. oder iPhone + 6,44% gegenüber dem Rest, also bald nicht mehr mit Majorität im Umsatzvergleich.

Was sagen uns nun die Zahlen?

1. Das iPad vor zwei Jahren schon fast tot gesagt legt zum wiederholten Male nicht unwesentlich zu. + 17 % innerhalb eines Jahresquartalsvergleiches ist schon beachtlich. Der Bildungssektor dürfte daran nicht unschuldig sein (inklusive Ausbildung und Studium).

2. Noch deutlicher mit über + 50% ist es bei den Wearables, auch wenn dort das Ausgangsniveau ein niedrigeres war als bei den iPads.

3. Ähnlich ist es bei den Services mit + 18 %, wobei diese schon einen Anteil von etwas über 1/6 am Gesamtumsatz einnehmen. Ob die anvisierten 20 Mrd in nächster Zeit realisiert werden bleibt abzuwarten.

4. Der Mac mit - 4,5 % ist fast nicht erwähnenswert. Es wird bei dieser Sparte immer ein kleines Auf und Ab geben, je nachdem, was an neuen Produkten mit/ohne Wow-Faktor auf den Markt kommt. Rechnet man die iPad-Sparte (was letztlich auch Computer sind, eben nur für einfachere Arbeiten und zum Konsumieren) hinzu gleicht sich das ohnehin mehr als aus (Mac - 349 Mill. und iPad + 673 Mill.)

5. Der iPhone-Anteil sinkt beständig, was Ökonomen schon lange klar war. Jedes Produkt erlebt seinen Maximalpunkt. Die Produktkategorie wird über kurz oder lang keine bahnbrechenden zusätzlichen Funktionen erhalten können - nach derzeitigem Stand der Technik. Es sind eher die kleinen Verbesserungen. Daher können viele Nutzer auch länger mit einem Gerät zufrieden sein. Der iPod hat es vor gemacht. Auch wenn die Bedingungen andere sind. Der iPod wurde durch das iPhone ersetzt, das iPhone hat mit starker Konkurrenz zu kämpfen. Dennoch bleibt festzustellen, dass Apple rechtzeitig begonnen hat, sich auf die Post-iPhone-Zeit vorzubereiten indem andere Sparten ausgebaut werden. Dass dabei der Mac nicht die Hauptrolle spielen wird muss auch dem letzten Fan klar sein, denn die Umsatzkurve des Mac seit 2000 ist bescheiden gestiegen und seit vielen Jahren eher stabil.

Soweit mein kleiner Betrag zu dem Thema. Ist eher eine Ergänzung, um auch zu verstehen, was da wirklich passiert - ohne auf Vermutungen und Spekulationen zu setzen (was ja vorrangig der Fall in den Medien ist - leider).

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