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Recht auf Vergessenwerden: Diese Seiten löscht Google

Seit etwa 1,5 Jahren setzt Google das „Recht auf das Vergessenwerden“ für EU-Bürger um. Der Vorgang lässt Transparenz vermissen, da die endgültige Entscheidung, ob eine URL aus Googles Suchergebnissen genommen wird, im Endeffekt bei Google selbst liegt. Und Google gibt zu diesem Vorgang naturgemäß nur wenige Informationen bekannt. Nun verrät das Unternehmen jedoch wie viele Anfragen es bisher entgegen genommen hat und welche Seiten besonders betroffen waren.

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Google hat Statistiken zu den Anfragen von EU-Bürgern zum „Recht auf das Vergessenwerden“ veröffentlicht. Eigenen Angaben zufolge entfernte Google 58 Prozent der 1,2 Millionen URLs. 42 Prozent der URLs zeigt Google weiter an. Wenig überraschend, betreffen die meisten Anfragen Facebook-Posts. 10.220 Facebook-URLs sind nun nicht mehr über Google auffindbar. Dahinter folgen YouTube und Twitter.

Seit Juni 2014 nimmt Google Webseiten aus seinem Such-Algorithmus. Die Europäische Union hatte zuvor eine Regelung beschlossen, die es jedem EU-Bürger erlaubt das „Recht auf das Vergessenwerden“ einzufordern. Google hat dieses Recht technisch vor rund 1,5 Jahren umgesetzt und nimmt seitdem Anfragen von EU-Bürgern entgegen, die einen Artikel, ein Bild oder einen Post über sich nicht mehr im Internet sehen möchten.

Google gibt auf einer eigens eingerichteten Webseite Beispiele an, die die Suchmaschine aus seinen Suchergebnissen nehmen würde. So ganz transparent ist dieser Vorgang jedoch nicht. Die endgültige Beurteilung, ob eine bestimmte Seite nicht mehr in der Google-Suche auftaucht obliegt praktisch Google selbst. So weigert sich Google zum Beispiel Anfragen von Personen umzusetzen, die Teil des öffentlichen Lebens sind, während eine Anfrage zum exakt gleichen Thema von einer „normalen“ Person eine deutlich größere Chance hat, durchzukommen. So wird nun ein Artikel über ein „kleineres Verbrechen“ eines deutschen Lehrers nicht mehr auf Google angezeigt. Ein sehr ähnlich gelagerter Fall eines ungarischen Politikers ist jedoch trotz Anfrage weiterhin zu finden.

Dass die meisten Löschungen für Facebook-Posts vorgenommen wurden, ist kein Zufall. Zum einen befinden sich hunderte Millionen Europäer auf Facebook. Zum anderen posten viele Menschen oft ohne Nachdenken viel zu persönliche Dinge in dem Sozialen Netzwerk.

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