Sieh’s mal Neo

Apples Frühjahrsfeuerwerk: MacBook Pro

Das MacBook Pro mit M5 Pro und M5 Max bietet schnellere Chips, doppeltes SSD-Tempo und Thunderbolt 5. Reicht das, um das fünfte Jahr im selben Gehäuse zu rechtfertigen?

Von   Uhr

Man könnte das MacBook Pro mit M5 Pro und M5 Max als Teil einer Romanreihe sehen. Handlung und Protagonisten entwickeln sich weiter, doch das Cover blieb seltsamerweise unverändert: Wer in den letzten fünf Jahren ein MacBook Pro in der Hand hatte, wird es nur schwerlich von seinen Vorgängern unterscheiden können, ohne einen Blick reinzuwerfen.

Äußerlich hat sich also nichts verändert. Die Notch ziert den Bildschirm weiterhin wie ein Stalaktit und das Liquid-Retina-XDR-Display mit Mini-LED-Technik ist weiterhin das Maß aller Dinge unter den Laptop-Bildschirmen. Die Anschlussausstattung mit dreimal Thunderbolt 5, HDMI, SD-Kartenslot und MagSafe lässt wenig zu wünschen übrig. Nur ein USB-A-Port fehlt nach wie vor – aber wer das 2026 noch bemängelt, trägt vermutlich auch noch Krawatten zu Videokonferenzen.

Die eigentliche Neuerung spielt sich unter der Haube ab. Mit dem M5 Pro und dem M5 Max setzt Apple erstmals auf eine Chiplet-Architektur: CPU und GPU sitzen auf getrennten Silizium-Dies und kommunizieren über einen schnellen Interconnect.

Der M5 Pro bietet bis zu 18 CPU-Kerne und 20 GPU-Kerne, der M5 Max kommt auf 18 CPU-Kerne und bis zu 40 GPU-Kerne. Die bisherigen „Performance-Kerne“ heißen jetzt „Superkerne“, und die neuen, etwas sparsameren Kerne übernehmen den Namen „Performance“. In Benchmarks liefern die Chips rund 15 Prozent mehr CPU- und bis zu 20 Prozent mehr GPU-Leistung als die Vorgängergeneration. Für Aufsehen sorgt die SSD: Die Lese- und Schreibraten haben sich gegenüber der M4-Generation nahezu verdoppelt.

Für lokale Künstliche Intelligenz ist das MacBook Pro mit M5 Max praktisch eine tragbare Workstation: 128 Gigabyte Arbeitsspeicher, davon ein Großteil direkt für die GPU nutzbar, erlauben das Ausführen großer Sprachmodelle wie Googles Gemma 3 mit bemerkenswertem Tempo. Die Akkulaufzeit bleibt dabei erstaunlich: Erste Praxistests der neuen Hardware kommen je nach Nutzung auf zwischen 15 und 21 Stunden. Wer allerdings ein M4-Pro- oder M4-Max-MacBook besitzt, wird sich die Frage stellen müssen, ob 15 Prozent mehr Leistung den Aufpreis rechtfertigen – zumal Apple die Einstiegspreise leicht erhöht hat. Das 14-Zoll-Modell mit M5 Pro beginnt bei 2.599 Euro, das M5-Max-Pendant startet bei 4.299 Euro. Immerhin: Der Basisspeicher wurde auf beachtliche 1 Terabyte beim M5 Pro und 2 Terabyte beim M5 Max verdoppelt. Außerdem bringen beide Modelle dank Apples N1-Chip erstmals Wi-Fi 7 und Bluetooth 6 mit.

Die spannendere Frage ist ohnehin eine andere: Gerüchten zufolge steht Ende 2026 ein grundlegendes Redesign an – mit OLED-Display, dünnerem Gehäuse und möglicherweise Touchscreen. Noch ist ein solches „MacBook Ultra“ aber Zukunftsmusik. Klar ist auch: Das wird teuer! Teurer zumindest als das jetzt aktuelle MacBook Pro.

Fusion Architecture: bekannter Name, neue Idee

Die Apple-Kenner erinnern sich: Schon bei M1 Ultra, M2 Ultra und M3 Ultra hat Apple zwei Chips miteinander verbunden – damals hieß das „UltraFusion“. Der entscheidende Unterschied beim neuen M5 Pro und M5 Max: Bei UltraFusion wurden einfach zwei identische Chips zusammengeschweißt, wie zwei gleiche Hälften eines Spiegels. Bei der neuen Fusion Architecture hingegen sind die zwei Dies funktional verschieden – eines trägt die CPU-Kerne und die Steuerelektronik, das andere die GPU-Kerne und den Arbeitsspeicher-Controller. Diese Aufgabenteilung macht den Chip effizienter und skalierbarer. Apple hat dafür offensichtlich sogar den M4 Ultra vollständig übersprungen, um diese neue Architektur zu entwickeln. Das Ergebnis laut Apple-Datenblatt: stolze 30 Prozent mehr Rechenleistung, 20 Prozent mehr Grafikleistung, viermal mehr KI-Power gegenüber der Vorgängergeneration. Der M5 Pro bietet bis zu 64 Gigabyte gemeinsamen Arbeitsspeicher, der M5 Max lässt sich beim Kauf auf bis zu 128 Gigabyte konfigurieren. Die SSD startet beim M5 Pro bei 1 Terabyte, beim M5 Max bei 2 Terabyte und soll laut Apple doppelt so schnell sein wie zuvor.

Apples Frühjahrsfeuerwerk

Hier sind alle Artikel zu den neu vorgestellten Produkten:

Mehr zu diesen Themen: