Das iPad Air ist das iPad für alle, die mehr wollen als einen komfortablen Couch-Begleiter zum Netflixen, Zeitunglesen oder Rezepte-Durchblättern. Es ist das Tablet, das echte Arbeit erledigt, kreative Projekte stemmt und dabei so unangestrengt wirkt, als wäre das alles gar keine große Sache. Das neue Modell mit M4-Chip setzt diese Tradition fort und legt dabei so überzeugend nach, dass man sich fragt, wer eigentlich noch das deutlich teurere iPad Pro braucht. Die Antwort gibt es weiter unten. Doch erst einmal: Was ist eigentlich neu beim neuen iPad Air?
Äußerlich hat sich nichts getan. Das gleiche Aluminiumgehäuse, die gleichen vier Farben – Blau, Violett, Polarstern (ein Beige-Ton) und das klassische Space Grau –, gleiche Abmessungen. Das handlichere 11-Zoll-Modell kostet weiterhin 649 Euro, das 13-Zoll-Modell 849 Euro. Apple hat dem Drehen an der Preisschraube widerstanden, obwohl unter der Haube spürbar mehr steckt. Wer vom Vorgänger mit M3 kommt, bekommt laut Apple bis zu 30 Prozent mehr Leistung – und, das ist noch wichtiger, nun 12 Gigabyte Arbeitsspeicher statt dessen bisher 8. Das klingt nach einer trockenen Fußnote in den technischen Eckdaten, wird in der Praxis aber einen Unterschied machen: Apps laufen flüssiger im Hintergrund, Multitasking funktioniert souveräner, und vor allem ist das Gerät so für die nächsten Jahre deutlich besser gerüstet.
Der M4-Chip, bekannt aus dem MacBook Air des Vorjahres und dem älteren iPad Pro aus dem Mai 2024, liefert Leistung, die man im Alltag oft wird nicht ausreizen können. Fotos bearbeiten, Videos schneiden, Dokumente anlegen, Präsentationen halten: Das alles stellt das Gerät vor keine Probleme. In Benchmarks nähert sich das iPad Air M4 dem iPad Pro M5 auf erstaunliche Weise an. Ein Umstand, der Pro-Käufer vielleicht leicht unruhig stimmt, iPad-Air-Käufer aber sehr zufrieden machen dürfte. Der große Unterschied liegt vor allem in der verwendeten Display-Technik – hierzu gleich mehr.
Neu ist zudem auch im iPad Air nun der N1-Chip, der Wi-Fi 7 und Bluetooth 6 ermöglicht, sowie das C1X-Mobilfunkmodem in den Cellular-Modellen. Letzteres sorgt laut Blick in erste Tests für bemerkenswert stabile und schnelle Verbindungen, selbst in Funklöchern, die anderen Geräten schon längst den Mut genommen hätten.
Was das iPad Air nach wie vor nicht hat: ein OLED-Display und eine Bildwiederholrate von 120 Hertz. Das Liquid-Retina-LCD mit 60 Hertz ist farbtreu und hell, aber wer ein iPad Pro kennt, wird beim schnellen Wischen über Bildinhalte gelegentlich an die eigenen Grenzen dieses Bildschirms erinnert. Und das satte OLED-Schwarz gibt es beim iPad Air auch nicht. Ob einen das stört, hängt davon ab, wie viel Wert man auf diese Details legt. Für Fotos, Videos und die meiste Alltagsnutzung spielt es praktisch keine Rolle.
Ein Wort noch zu einem neuen Konkurrenten aus dem eigenen Haus: Das MacBook Neo kostet ab 699 Euro, das iPad Air mit Magic Keyboard ab 969 Euro. Wer ein Gerät für den Alltag sucht und keine Berührungsängste mit einer klassischen Laptop-Oberfläche samt macOS hat, sollte das Neo in seiner Kaufentscheidung berücksichtigen. Das iPad Air punktet mit seinem Touchscreen, dem Apple Pencil Pro und der Flexibilität als Tablet – Vorzüge, die das MacBook Neo schlicht nicht bieten kann.
Beim Hands-on in Berlin hatten wir kaum Augen für das neue iPad Air mit M4, andere Neuheiten waren schlicht spannender. Aber klar ist dennoch: Es ist das beste iPad Air, das Apple je gebaut hat. Das war es jedes Jahr. Diesmal stimmt dieser Satz aber ein bisschen mehr als üblich.
Apples Frühjahrsfeuerwerk
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