Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters ist die EU-Aufsichtsbehörde mit der Alliance for Open Media und deren Mitgliedern nicht glücklich. Geprüft werden soll, ob die gemeinsame Codec-Lizenzierungspolitik gegen das Kartellrecht verstößt, das die EU in diesem Jahr massiv verschärft hat. Die Behörden sollen auch untersuchen, wie sich das Konsortium auf Unternehmen auswirkt, die nicht Teil dieser Allianz sind.
Die Alliance for Open Media wurde gegründet, um eine lizenzfreie Video-Codec-Spezifikation und eine Open-Source-Implementierung zu entwickeln. Finanziert werden soll dies aus den Beiträgen der Alliance-Mitglieder. Der Videocodec AV1, der als Standard für das Web geplant ist, soll langfristig als Alternative zu dem MPEG-Format HEVC alias H.265 eingesetzt werden können.
Reuters berichtet, dass EU-Kartellwächter Fragebogen verschickt haben und darin erklärten, dass es um ein "mutmaßlich wettbewerbswidriges Verhalten im Zusammenhang mit den Lizenzbedingungen von AV1 durch die AOM und ihrer Mitglieder in Europa" gehe.
"Der Kommission liegen Informationen vor, wonach die AOM und ihre Mitglieder möglicherweise Innovatoren, die zum Zeitpunkt der Schaffung der technischen AV1 nicht Mitglied der AOM waren, deren Patente aber als wesentlich für die technischen Spezifikationen angesehen werden, Lizenzbedingungen auferlegen", heißt es in dem Papier, das Reuters vorliegt.
Anfang Januar 2018 trat Apple das letzte der großen Hard- und Softwareunternehmen im Consumer-Bereich der Allianz bei.
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