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Geschäftsbericht aus Cupertino

Apples Quartalszahlen: Mund abwischen und weitermachen

Die neuen Quartalszahlen sind da. Der iPhone-Hersteller aus Cupertino hat am Abend den Geschäftsbericht für das Fiskalquartal Q4 2016 vorgelegt. Immer stärker in den Fokus tritt das Geschäft mit dem Mac. Schon im vorherigen Bericht gingen die Verkäufe von Laptops und Desktop-Computern zurück. Doch es gibt einen Silberstreif am Horizont: Noch in dieser Woche, auf einem kurzfristig anberaumten Special-Event, wird der Anbieter aller Voraussicht nach neue MacBooks vorstellen. Die sollten das Geschäft wieder ein bisschen mehr ankurbeln.

Schon im Vorfeld wurde viel spekuliert von den Analysten. Einerseits betonten viele, dass die iPhone-Verkaufszahlen im zurückliegenden Quartal besser ausfallen würden als noch vor Monaten gedacht. Deswegen ist der Aktienkurs Apples in den letzten Wochen wieder nach oben geklettert. Ändern konnten das auch neuerliche Analysen nicht, denen zufolge die Mac-Verkäufe deutlich schlechter ausfallen würden als bislang gedacht. Das wird nicht zuletzt daran liegen, dass das Unternehmen aus Cupertino mit anderen Produkten mehr Geld verdient. Wie viel genau, das zeigt die folgende Übersicht.

Quartalsergebnisse von Apple (Q4 2016)

Im Fiskalquartal Q4 2016 hat Apple besser als erwartete iPhone-Verkaufszahlen präsentiert. Wie im Quartal zuvor konnte das Unternehmen den Trend des schrumpfenden PC-Markts nicht durchbrechen. Der Konzernumsatz beträgt 46,9 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr (51,5 Milliarden US-Dollar). Es stehen 9 Milliarden US-Dollar Gewinn zu Buche.

  • 45,5 Millionen iPhone wurden verkauft (das iPhone 7 ist im September-Quartal lediglich rund eine Woche verkauft worden; gegenüber dem Vorjahresquartal hat man 5 Prozent weniger Geräte verkauft).
  • 9,2 Millionen iPad konnte Apple verkaufen (6 Prozent weniger als im Jahr davor).
  • Zudem wurden 4,8 Millionen Mac verkauft (im Q4 2015 waren es noch 5,7 Millionen).
  • Apple gibt nach wie vor keine Verkaufszahlen der Apple Watch oder des Apple TV bekannt. Diese werden neben dem iPod und anderen Produkten als Sammelposten aufgeführt. Dieser steuerte 2,373 Milliarden US-Dollar zum Konzernumsatz bei, 22 Prozent weniger als im gleichen Quartal des Vorjahrs.
  • Besonders interessant ist zudem der Posten "Services". Er hat mehr als 6,3 Milliarden US-Dollar eingebracht. Das entspricht einer Steigerung von 24 Prozent gegenüber dem Q3 2015.

Für das Q1 2017 geht Apples eigene Prognose von einem Umsatz zwischen 76 und 78 Milliarden US-Dollar aus. Das kommende Jubiläumssmartphone spielt bei dieser Betrachtung keine Rolle, wird es doch erst im Herbst des kommenden Jahres veröffentlicht werden.

Die Aktionäre erhalten vom iPhone-Hersteller eine Dividende in Höhe von 57 US-Cent. Stichtag für den Bonus ist der 7. November 2016. Ausgezahlt wird sie am 10. November.

12 Zoll MacBook und Apple Watch
12 Zoll MacBook und Apple Watch (Bild: Alexander Trust)

Mac bald wieder im Aufwind?

Im aktuellen Q4 2016 hat der Mac abermals Marktanteile abgegeben. Analysten hatten dies im Vorfeld gemutmaßt, nun hat es sich bestätigt. Wir hatten beim letzten Mal schon darauf hingewiesen, dass der Mac-Anbieter sich nicht wundern muss, da die allermeisten Modelle schon längere Zeit nicht mehr aktualisiert wurden. 2016 hat bislang einzig das 12-Zoll-MacBook eine leichte Aktualisierung erhalten. Mac Mini und Mac Pro sind besonders lange nicht mehr erneuert worden. Der Miniatur-Mac hat seit 2014 kein Hardware-Update mehr erhalten, und der liebevoll als „Mülleimer“ bezeichnete Profi-Mac sogar seit 2013. Die Preise für die „veraltete“ Hardware sind indes nach wie vor identisch, weshalb Konkurrenzprodukte deutlich attraktiver wurden.

Man kann nur spekulieren, wieso der Hersteller selbst bei der Modellpflege kaum Aktivität gezeigt hat. Vielleicht wollte der „Kaufmann“ Tim Cook an Apples Spitze einen Maßstab einrichten und gucken, „was geht“. Diesen Punkt hat er unserer Meinung nach nun erreicht. Man könnte es auch „Gesundschrumpfen“ nennen. Denn Apple hat trotzdem noch immer Millionen Mac verkauft, dabei aber die Gewinnmarge immer weiter erhöht. Denn der Einkaufspreis für die verwendeten Komponenten ist über die Zeit niedriger geworden.

Ein anderer Aspekt, der neben der reinen Modellpflege eine Rolle spielt, ist Innovation. An diesem Punkt ist Apple im Hintergrund nicht untätig geblieben. Zumindest einen Teil der neuen Produkte werden wir noch in dieser Woche vorgestellt bekommen. Für den 27. Oktober wurde ein Special-Event anberaumt, auf dem zwei neue MacBook Pro (womöglich mit OLED-Touchleiste) und ein neues größeres, ultraflaches MacBook vorgestellt werden sollen. Wir von Mac Life halten Sie über die Neuigkeiten am kommenden Donnerstag auf dem Laufenden.

iPhone 7
iPhone 7 (Bild: Stefan Molz)

iPhone besser als gedacht

Im Vergleich zum Vorjahr fallen die Verkaufszahlen des iPhone etwas geringer aus. Doch sie sind besser als erwartet. Das stellte die Aktionäre allerdings nicht vollends zufrieden, weshalb der Kurs der Apple-Aktie nachbörslich leicht nachgab (minues zwei Prozent).

Noch keine entscheidende Rolle spielt bei der Betrachtung der Verkaufszahlen die Situation rund um Samsungs Galaxy Note 7. Klar ist, dass das Fiasko um das Android-Smartphone dem iPhone-Hersteller in die Karten gespielt hat. In welchem Ausmaß, ist nicht bekannt, selbst wenn man in Umfragen von betroffenen Note-7-Käufern versuchte, das in Erfahrung zu bringen.

Kurzfristig werden die Verkaufszahlen von Apples Smartphone weiterhin „solide“ bleiben. Der Kurs der Aktie sollte sich bis auf Weiteres entsprechend weniger volatil zeigen als zuletzt. Für kommendes Jahr im Herbst ist jedoch mit einer Wundertüte zu rechnen. Viele Analysten glauben, dass „der Run“ auf das Apple-Smartphone mit der Jubiläumsedition wieder richtig losgehen wird und vielleicht sogar die Höhenflüge aus dem Jahr 2015 wiederholen wird können. Wie genau die „Revolution“ des Produkts dann aussehen wird, bleibt abzuwarten.

Zu kämpfen hat Apple weiterhin in Schwellenländern, in denen das Lohngefüge es nur wenigen Nutzern möglich macht, ein iPhone zu kaufen. Dort sind vor allem günstige Smartphones und sogar „nur“ Feature Phones gefragter als das iPhone. In Indien hat Apple noch deutlich länger als in anderen Märkten das iPhone 4s angeboten, um dieser Demographie Rechnung zu tragen. Doch auf dem läuft das neue iOS 10 nicht mehr, weshalb man es nicht mehr anbieten kann.

Apple Music auf dem iPhone
Apple Music auf dem iPhone (Bild: Apple)

Service-Geschäft wächst weiter, iPad und Apple Watch nicht

Apples Servicegeschäft wuchs weiter. Phänomene wie Pokémon Go helfen dabei. Doch auch Apple Music entwickelt sich gut.

Das iPad hingegen verkaufte sich abermals schlechter. So richtig wollen sich die Kunden nicht auf die neuen Pro-Modelle einlassen. Bei der Apple Watch kann man leider nur mutmaßen, da die Verkaufszahlen nicht explizit aufgeführt werden. Dies überlassen wir jedoch lieber den Finanzanalysten, die im Vorfeld betonten, dass Apple die Smartwatch im Sommer nur schlecht verkaufen konnte und aber weiterhin Marktführer in der Produktkategorie sei.

Apple Pay wurde just heute in Japan gestartet und es gibt starke Indizien dafür, dass das kontaktlose Bezahlen auch bald in Deutschland starten wird. Apples Support-Seite zu diesem Thema ist bereits seit einiger Zeit im Netz zu finden. Denkbar ist, dass der Service noch dieses Jahr hierzuland live geht. Nachdem er 2014 gestartet wurde, ist er erst in zehn Ländern verfügbar.

Blick in die Glaskugel
Blick in die Glaskugel (Bild: CC0)

Blick in die Glaskugel

Die Zukunft Apples ist im Augenblick nicht klar definierbar. Natürlich wird das Unternehmen die bekannten Produkte weiterhin anbieten, solange es geht. Doch was kommt danach? Das Apple TV spielt bislang keine große Rolle. Das weltweite Geschäft mit Smartwatches geht zurück, da es weltweit keine richtige „Killerapplikation“ dafür gibt. Apple Pay oder Konkurrenten wie Android Pay lassen sich auch mit dem Smartphone realisieren, sind außerdem nicht weltweit verfügbar und Fitnesstracking geht mit Produkten von FitBit und Co. deutlich günstiger.

Das Projekt Titan um Apples Elektroauto war vor Monaten noch als aussichtsreich charakterisiert worden. Doch dann ging es gar nicht so gut weiter. Zuletzt hieß es, dass es nun gar nicht mehr darum geht, am Ende ein eigenes Auto zu entwickeln. Stattdessen fokussiert sich das Team auf eine Software für autonomes Fahren.

Virtual Reality ist zuletzt auch mehr und mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, nicht zuletzt, weil Sony sein PlayStation VR veröffentlichte und es den Massenmarkt erschließen könnte. Doch Tim Cook betonte zuletzt häufig, dass Virtual Reality toll sei, aber nur in Spezialfällen anwendbar. Augmented Reality hingegen scheint ein Feld zu sein, an dem auch Apple forscht.

Eines ist sicher: Das kommende Quartal wird deutlich besser, auch wegen des Weihnachtsgeschäfts, aber nicht nur. Die kommenden MacBook werden sicherlich Interesse erzeugen.

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Die Aktie hat machbörslich zugelegt .... nur mal so zu Info ...

Sorry, da muss ich Dich enttäuschen und Du vielleicht häufiger mal den Reload-Button am Browser drücken. In den ersten Minuten nachbörslich war die Meldung noch gar nicht draußen. Da war der Kurs nen halbes Prozent im Plus. Der Kurs ist nach der Veröffentlichung der Zahlen abgesunken, mittlerweile sogar bei minus 2,6 Prozent. https://www.google.de/search?client=safari&rls=en&q=stock+apple&ie=UTF-8&oe=UTF-8&gfe_rd=cr&ei=vtUPWN7BDczG8AeA_oCADA

hat Reserven bis zum Abwinken. Die Produkte sind schnell und stabil und in etlichen Punkten dem Wettbewerb weit voraus. Ein Zustand von dem andere noch nicht einmal zu träumen wagen. Für Panik ist es viel zu früh. Es wäre vielleicht angebracht die Vorteile die Apple reihenweise gegenüber den Wettbewerbern vorzubringen hat durchaus mit etwas mehr Werbung bekannter zu machen. Sonst glauben, vor allem die Jüngeren, dass Apple auf der Stelle tritt.

Gehen Sie ins Kino? Oder gucken Sie Fernsehen auf normalem Weg? Will heißen, nicht auf Abruf im Internet? Weil Apple durchaus im TV Werbung schaltet. Eventuell schauen Sie auch die falschen Sender. ;) Oder Sie sind der Ansicht, dass Apple „noch mehr“ Werbung machen sollte. Das kann natürlich auch sein, aber so hab ich Ihren Kommentar nicht aufgefasst.