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Apple Event: … und alle Fragen offen

Apple hat am heutigen Montagabend (deutscher Zeit) neue Produkte, genauer: Dienste oder Erweiterungen bestehender Services, präsentiert. Wie vorab zu erwarten war, steht praktisch keiner davon sofort zur Verfügung und ein Deutschlandstart ist meist frühestens für den Herbst vorgesehen. Aber auch sonst ließ Apple uns mit vielen Fragezeichen zurück. 

Zugegeben, die Reich-Ranicki‘sche Abwandlung des Brecht-Zitats („Und so sehen wir betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen”), die den Titel dieses Artikels schmückt, schießt vielleicht etwas über das Ziel hinaus. Natürlich bleiben nicht alle Fragen offen. Apple hat viel vorgestellt, viel gezeigt, vieles aber auch nur ungenügend erklärt, so dass der geneigte Fan mit einem gemischten Gefühl zurückbleibt. 

Irritierend ist vor allem, dass Apple in fast allen Belangen lediglich auf einen schon rollenden Zug aufspringt und sich nicht wie sonst üblich direkt die Lokführerschaft für sich beansprucht. Sicherlich, einen vergleichbaren Dienst wie Apple News+ mag es in den USA nicht geben. Hierzulande bietet aber beispielsweise Readly (ein Kooperationspartner von Mac Life) zum Preis von ebenfalls 10 Euro pro Monat mehr als 10 mal mehr Magazine in einer Flatrate an. Was Apple von Readly unterscheidet, ist, dass die Inhalte nicht bloß PDF-Seiten sind, sondern dynamisch an die Displaygröße angepasst werden. Das ist zumindest unser Erfahrung erstens nicht das, was Magazin-Leser auf iPhone und iPad wollen und wird zum anderen einen nicht unerheblichen Mehraufwand auf Seiten der Verlage und Redaktionen bedeuten. Ob diese bereit sein werden, hier zu investieren, wird sich zeigen. 

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Für Deutsche Magazin-Anbieter ist das allerdings sowieso bislang nicht von Bedeutung. Zwar startet der Dienst bereits heute in den USA und Kanada, für Europa steht bislang allerdings lediglich das Vereinigte Königreich auf der Agenda – für Ende des Jahres. 

Streaming ohne Preis 

Für die eigene grundlegend überarbeitete TV-App und den neuen eigenen Serien- und Film-Streamingdienst Apple TV+ hat man sich in Cupertino ganz genau angeschaut, was die Konkurrenz von Amazon und Netflix macht. Von Amazon hat man sich das Kanal-Konzept abgeschaut, das es dem nutzer ermöglicht, einzelne „Sender“ zu abonnieren. In den USA etwa HBO. Von Netflix hat man sich die Produktion eigener, hochwertiger Serien abgeschaut. Apple verkauft den Dienst als „neue Plattform für die weltweit kreativsten Geschichtenerzähler“ und lässt unzählige davon auf der Bühne vorsprechen: Steven Spielberg, J.J. Abrams, Reese Witherspoon, Jennifer Aniston und Oprah Winfrey, um nur einige zu nennen. 

Der Erfolg dieses Dienstes wird von drei Faktoren abhängen. Erstens der Verfügbarkeit in möglichst vielen Märkten. Hier verspricht Apple im Herbst parallel in mehr als 100 Ländern zu starten. Dann die Verfügbarkeit auf möglichst vielen Geräten. Nachdem Apple bereits auf der Consumer Electronics Show (CES) im Januar verlautbaren ließ, dass eigene Apps auf den neuen TV-Geräten von Samsung, LG, Sony und Vizio verfügbar sein werde, ergänzte man dieses Line-up heute zur großen Überraschung vieler um die vor allem in den USA verbreitete Streaming-Box „Roku“ und Amazons Apple-TV-Konkurrenten „Fire TV“. Daneben läuft der Dienst natürlich auf allen iPhones, iPads und Macs. Der letzte ausschlaggebende Punkt für den Erfolg oder Misserfolg des Dienstes wird der Preis sein. Und genau an dieser Stelle schweigt Apple, macht nicht einmal eine Andeutung. 

Das ist schwach, denn so überlässt man Journalisten und Analysten das Feld. Ja, die Serien und Filme sind sicher hochkarätig. Allerdings beinhaltet Apple TV+ eben auch nur selbstproduzierte Sendungen und nicht, wie Netflix und Amazon Prime, auch, wenn nicht gar vor allem, Material anderer Produzenten. Was also darf so ein Dienst kosten, der vielleicht eleganter zu bedienen ist als die Konkurrenten, wahrscheinlich aber weniger Inhalte bietet? Sicherlich nicht so viel wie Netflix, das momentan mit HD-Streaming für 11 Euro und mit 4K-Streaming für 14 Euro zu haben ist. 

Jetzt auch Apple groß im Gaming-Geschäft 

Etwas überraschender als der Start ins Streaming-Business ist Apples Vorstoß in Sachen Gaming. Auch hierzu gab es in den letzten Tagen und Wochen vermehrt Gerüchte, als Apple-Fan muss man aber fürchten, dass Apple Google, die Tage zuvor gerade erst Stadia angekündigt haben, nicht würde Paroli bieten können. 

Zum Glück für Apple hat man einen gänzlich anderen Ansatz gewählt. Man hat sich mit Entwicklerstudios zusammengetan, die bereits auf der iOS- und tvOS-Plattform erfolgreich sind, um mit Apple Arcade ein Spiele-Abo anzubieten. Zum Start im Herbst, der parallel in über 150 Ländern passieren soll, werde man „mehr als 100 neue und exklusive Spiele“ anbieten können. Der große Komfortbonus für alle Mobil-Gamer: alle Spiele werden offline Spielbar und frei von In-App-Käufen sein. Auch hier verschweigt Apple allerdings den Preis. Wie auch bei Apple TV+ kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Apple das Angebot nicht schon fertig durchkalkuliert hat. Für die Zurückhaltung in Sachen Preis muss es also andere Gründe geben. 

Löblich ist, dass Apple bei allen vorgestellten Angeboten – News+, TV+ und Arcade – die Familienfreigabe integriert hat. Wer also eine Apple-Familie angelegt hat, kann die Abos mit allen Familienmitgliedern teilen. Einer zahlt, alle lesen, glotzen und spielen.  

Hier könnte auch das Argument für die Verschwiegenheit in Sachen Preismodell versteckt liegen. Was, wenn Apple noch an einem Paketpreis tüftelt, der die drei neu vorgestellten Dienste sowie Apple Music und vielleicht sogar noch iCloud-Speicherplatz vereint? So ein Paket müsste natürlich einen Preisvorteil gegenüber den einzelnen Bestandteilen bieten. Darüber müsste man nicht mehr nur getrennt mit den einzelnen Branchen verhandeln, sondern mit allen an einem Tisch. 

Hier böte sich auch noch die Gelegenheit, den Nörglern von Spotify den austreckten Mittelfinger zu zeigen. Man stelle sich einmal vor, Apple würde die Familienfreigabe auch in den Standardpreis von 10 Euro im Monat für Apple Music integrieren und die Familien-Option für 15 Euro streichen!  

Dass Apple den kostenfrei verfügbaren iCloud-Speicherplatz den Speicherkapazitäten aller unter einer Apple-ID vereinten Geräten anpasst, ist indes ohnehin schon länger überfällig und würde Apple nicht mehr als ein müdes Lächeln kosten. 

Mit so einem Bundle könnte man wirklich Punkten und mit einem Sprung in Sachen Attraktivität zur Konkurrenz aufschließen. Ein Paket Apple+, das News+ (10 Euro), Apple Music (10 Euro), Apple Arcade (geratene 10 Euro) und Apple TV+ (geratene 10 Euro) statt für 40 Euro, für 30 Euro im Monat anbietet? Inklusive Familienfreigabe? Ich wäre ohne mit der Wimper zu zucken an Bord! 

Mehr als interessant ist, dass Apple sich tatsächlich mit (ausgerechnet) Goldman Sachs verbündet hat, um eine eigene Mastercard-Kreditkarte, die Apple Card, auf den Markt zu bringen. Diese ist gespickt mit diversen Vorteilen, die andere, zumindest in der Zusammenstellung, nicht bieten. So setzt man auf Machine Learning, um teilweise kryptische Buchungen zu entschlüsseln, verspricht, keine Überziehungszinsen zu verlangen und bietet ein eigenes Cashback-Programm, bei dem man bis zu 3 Prozent der getätigten Umsätze gutgeschreiben bekommt. In Form von echtem Geld und nicht irgendwelcher dubiosen Punkte, die man nach zwei Jahren Sammelei gegen eine Thermobecher eintauschen kann. 

Als Leckerli gibt es zusätzlich zur virtuellen eine echte Kreditkarte. Diese ist aus Titan und auf ihr prangt nichts außer einem Apple-Logo, dem Bezahl-Chip und dem Namen es Kartenhalters. Kein Ablaufdatum, keine Kartennummer, keine Unterschrift, kein CVV-Code. 

Natürlich gibt es diese vorerst und ab Sommer nur in den USA. Es wird spannend zu sehen sein, ob Apple auch in Europa oder gar in Deutschland entsprechende Partnerbanken findet. Gut vorstellbar, dass die Banken, die zum Deutschlandstart mit an Bord waren, auch hier um Apples Gunst buhlen könnten. Ein besonderer Gag wäre es natürlich, wenn Apple sich für den deutschen Markt die Sparkassen als Partner erwählen würde. Aber das ist wohl auszuschließen. 

 

Fazit

Apple hat gleich mehrere spannende, wenn auch größtenteils nicht überraschende Dienste vorgestellt. Ohne ein Preisschild ist diese Präsentation allerdings nur wenig wert. Für 5 Euro im Monat ist Apple TV+ ein echter Kracher, für 25 Euro im Monat für die meisten wohl völlig uninteressant. Gleiches gilt für das Spiele-Abo Apple Arcade. Und so kann man sich zu diesem Zeitpunkt auch noch kein Urteil über das Angebot an sich erlauben – über die Inhalte schon gleich gar nicht. 

Fest steht aber, dass Apple es schwer haben wird, vor allem gegen Netflix zu bestehen. Netflix hat es geschafft, zu einem Verb zu werden. „Netflixen“ steht in einer Reihe mit „googlen“. „Netflix and chill“ ist nicht nur in der Jugendsprache feststehender Ausdruck. Bis jemand „Apple TV+ and chill“ sagt, wird noch eine ganze Zeit vergehen müssen. 

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Die Taube auf den Dach, ist besser als der Spatz in der Hand. Oder so.... :)

was früher Rundfunk hiess. Hat, wie jede Münze, zwei Seiten, also auch Nachteile. Einer ist - es ist deutlich teurer als früher. Aber das erkennt man nicht wenn man das nicht kennt. Oder erst zu spät.

Teurer als früher? Hmm, Video kaufen, oder leihen war ja nicht gerade billig. Was war billiger? 3 Programme für ordentlich GEZ-Gebühr? Teure Schalplatten? Games für 100€ das Stück? Zeitungen und Magazine am Kiosk? Weiß nicht! Finde die Angebote heute sehr günstig.

Puh, Rundfunk und Streaming sind für mich sehr verschiedene Schuhpaare.

Rundfunk: eine Vielzahl der Sender sind öffentlich-rechtlich finanziert und haben einen Auftrag, der deutlich über „Entertainment“ hinausgeht. Private Sender sind ob der Menge und Art der Werbung kaum zu ertragen. Beide bieten strikt lineares Programm.

Streaming: Werbefrei und alle Songs der Welt überall und jederzeit zum Abruf. Hier in Kiel gab es in meiner Jugend vor allem einen wirklich guten Sender: RSH. Der war privat. Später kam Delta Radio hinzu. Ich zahle heute mit zwei lachenden Augen 10 Euro im Monat an Apple, allein dafür, dass ich keine Werbung, keine supi-dupi gelaunten Morgenmoderatoren, die auf allen Sendern den gleichen Käse erzählen und machen und keine schlechten Nachrichten mehr ertragen muss, wenn ich doch gerade eigentlich nur gute Musik hören möchte.

Apple ist viel zu billig! Jeder weiß das.

"Was Apple von Readly unterscheidet, ist, dass die Inhalte nicht bloß PDF-Seiten sind, sondern dynamisch an die Displaygröße angepasst werden. Das ist zumindest unser Erfahrung erstens nicht das, was Magazin-Leser auf iPhone und iPad wollen (...)"

Natürlich wollen Leser das haben! Allein es gibt eben kaum Anbieter dafür. Aber allein daraus zu schließen, dass die Leser eine dynamische Anpassung der Magazine auf ihren digitalen Lesegeräten nicht wollen, das ist schon sehr "vom hohen Ross"...

Ganz recht! Das Herumgeschiebe in einem PDF auf dem iPad hat mich bisher mehrmals aus digitalen Zeitschriftenabos, darunter auch Maclife, wieder aussteigen lassen. Wenn man den Content nicht mediengerecht anbieten kann, dann soll man es lieber bleiben lassen. Wo wären digitale Bücher heute, wenn man es beim PDF belassen hätte?

Ich schrieb bewusst, dass das unserer Erfahrung nach so ist. Gerade mit „Apple-Fans“. Wir haben mit der Mac Life, der iPhone iPad Life, der Mac Life Wissen, der iPhone Bibel, der Mac Bibel, diversen Sonderheften und Fachbüchern ja einiges am Start und haben mehrfach versucht, etwas anderes zu etablieren. Auch mit Methoden, die sich bei anderen bewährt zu haben scheinen. Bislang ohne die erwartete Reaktion in der Leserschaft.

Aber wir werden nicht müde und werden im Laufe des Jahres einen neuen Anlauf nehmen.

Der Vergleich zu digitalen Büchern ist einerseits berechtigt, hinkt andererseits aber auch stark. Besonders Roman sind in der Regel quasi frei von Layout, was es einfach macht, Schriftgrößen und auch Farben beliebig anzupassen. Das funktioniert schon bei Fachbüchern (mit Grafiken, Statistiken etc.) nur noch leidlich und bei den allermeisten Magazinen gar nicht mehr. Denn Magazine leben von ihrem aufwändigen Layout.

Was wäre denn für dich eine mediengerechte Aufbereitung einer Ausgabe der Mac Life auf dem iPad? Mal abgesehen von der möglichen Einbettung von Videos etc., worum es hier ja gerade erstmal gar nicht geht.

Hallo Sebastian,

für mich wäre eine mediengerechte Aufbereitung von Informationen, dass die Inhalte abhängig der zugreifenden Geräteeigenschaften und Benutzerkonfiguration dargestellt werden. Schlagworte sind hier Responsive Designs und Accessability. Ebenso ist es für mich wichtig, dass ich Kontrolle über Filtermöglichkeiten der angezeigten Informationen habe um diese an meinen Informationsbedarf anpassen zu können.

So nutze ich häufig mobil Informationen ohne hierfür Fotos, Videos oder andere Medien nachzuziehen um eine schnelle Informationübersicht bei geringem Datenvolumen zu erreichen. Die DLF24 App als allgemeine Nachrichtenquelle nutze ich z. B. zu 100% ohne Fotos und Newsartikel von Webseiten sichte ich mit einem RSS-Reader um mir Artikelübersichten unterschiedlicher Quellen (auch Maclife) in einer zeitlichen Übersicht selbst zusammenzustellen. Auch den Lesemodus vom Safari nutze ich vielen Webseiten um die Informationen besser und ablenkungsfreier lesen zu können.

Klassische Webseiten-Ansichten nutze ich hingegen nur um Artikelsammlungen in einem thematischen Zusammenhang zu durchstöbern. Dieses wäre aus meiner Sicht vergleichbar mit einer Magazin-Ansicht, für die ich jedoch nur sehr selten Zeit und Lust habe.

Ein Meta-Service wie Apple News könnte aus meiner Sicht eine Schnittstelle zwischen dem Anwender der eine Vielzahl unterschiedlicher Artikelquellen nach eigenen Parametern zusammenstellen möchte und den Autoren die für ihre journalistische Arbeit bezahlt werden wollen, darstellen. Für mich funktioniert dieses aber nur, wenn die Autoren ihre Artikel einzeln und nicht ausschließlich in Form von ganzen Magazinen bereitstellen.

Exakt mein Gedanke beim lesen des Artikels. Welcher Leser will ein PDF auf einem iPhone nutzen, in das er ständig hineinzoomen muss um den Inhalt lesen zu können? Die Anzeige von Informationen muss abhängig von der Displaygröße ausfallen, macht Maclife ja schließlich auf der Webseite auch so.

Bei meiner Tageszeitung ist z. B. die PDF-Darstellung der Grund dafür, warum ich diese nicht elektronisch lese und auch Magazine wie Maclife lese ich aus demselben Grund nicht elektronisch.

Auch den Punkt mit den Mehraufwänden für die Verlage halte ich für nicht nachvollziehbar. Die Artikel werden doch bestimmt im Verlag in einem Content Management System verwaltet und erst später in das Layout der Zeitung eingebunden werden. Man sollte also ziemlich problemlos die Inhalte auch für andere Medienformen bereistellen können.

Moin Reklow,
danke für deine Ausführungen, mit denen ich größtenteils d‘accord bin. Natürlich unterscheiden sich die Anforderungen von Lesern auf dem iPhone zu denen von Lesern auf dem iPad. Ich bin von letzterem ausgegangen, weil das Lesen von Magazinen auf dem iPhone meins Erachtens kaum sinnvoll ist.

Die Lösung dafür sind dann aber meines Erachtens eher Webseiten oder eigene Apps (die MacLife News App existiert), um eine andere Form der Darstellung zu gewährleisten. Dafür brauche ich dann das Magazin als Ausgangspunkt nicht mehr.
Das ist im Übrigen, was wir auch jetzt schon machen. Alle längeren Magazinartikel landen auch auf MacLife.de, wo sie auf dem iPhone deutlich besser konsumierbar sind, als sie es in einem PDF jemals wären. Wir arbeiten außerdem daran, genau das noch weiter zu verbessern. Das ist allerdings eingebettet in ein größeres Projekt, wird also noch etwas dauern. Stay tuned!

Dass Artikel, auch mit CMS im Hintergrund, beliebig von A nach B geschoben und dabei auch noch in verschiedenen Formaten ausgegeben werden können, ist übrigens eine Mär. Viele Tools versprechen das und wir sprechen mit diversen Anbietern eben solcher. Bislang hat mir noch niemand eine funktionierende Lösung präsentiert, die ohne teils erhebliche Mehrarbeit auskommt. Immer unter der Voraussetzung, dass man Print und Online auf hohem Niveau bieten möchte. Das irgendwie „rauszurotzen“ geht natürlich immer. Dann muss man halt damit leben, dass die Bilder von einem Algorithmus falsch beschnitten werden, dass neuen Workshop-Schritte untereinander dargestellt werden, statt in einem schönen Galerie-Karussell zu landen oder Kästen aus dem Print-Heft irgendwo im Online-Artikel landen.

Dann bleiben wir aber für immer in einer „Print first“-Welt oder müssen in zwei getrennten Teams für Print und Online arbeiten. Beides steht überhaupt nicht zur Debatte.

Als Laie stelle ich mir die Dinge einfacher vor, als Sie sich für Euch Profis darstellen. Die Print-Artikel ansprechend online zu präsentieren stelle ich mir aber weiterhin nicht sonderlich schwer vor. Vermutlich machen es dann die Nutzung von Möglichkeiten die man mit der Online-Welt nach hat dann komplizierter.

Was ich als Anwender beim Konsumieren von „News-Artikeln“ jedoch nicht mehr möchte, ist mehrere Portale nacheinander abklappern zu müssen. Ich möchte einfach die Inhalte von mehreren Anbietern nach meinen thematischen Wünschen in einer gemeinsamen Sicht präsentiert zu bekommen. Hier sehe ich das Potential von übergreifenden News-Lösungen wie Apple News+

Wenn ich dann zu einem Artikel mehr Hintergrundinformationen erfahren möchte, wäre für mich ein Wechsel auf ein anderes Medium z. B. wie eine Webseite des Anbieters in der er freiere Präsentationsmöglichkeiten nutzen kann durchaus denkbar.

Ich bin gespannt wie sich das Thema weiterentwickelt.

Die Frage ist doch eher, ob viele Leser daran interessiert sind, Produkte / Inhalte der deutschen „Qualitätspresse“ auf ihren Geräten zu haben (und dafür zu zahlen). Ich wäre es nicht.

Das ist ein Niveau, auf dem ich hier eigentlich nicht diskutieren möchte. Was sollen die Anführungszeichen? Außerdem: die Zahlen sprechen eine klar andere Sprache. Zeit+, Spiegel+ und Co. sind echte Erfolgsmodell und auch die stark wachsenden Nutzer- und Nutzungszahlen von beispielsweise Readly zeigen, wie groß das Interesse genau daran ist.