6C51.Z Gaming Disorder

WHO definiert übermässiges Gaming als psychische Erkrankung

In Genf stellt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) heute (18.6) ihren neuen Katalog anerkannter Krankheitsbilder, den International Classification of Diseases (ICD-11), vor. Dieser Katalog hilft, Krankheitsbilder einheitlich zu erfassen. Erstmals ist übermäßiges Gaming als psychische Störung definiert und wird neben Burnout und Depression sowie Essstörungen als psychische Erkrankung erfasst – und hoffentlich nicht einfach dämonisiert. 

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ordnet übermäßiges Gaming erstmals als psychische Erkrankung ein und unterscheidet zwischen Video, Internet und Digital, um Konsolen, Browser und Apps gleichermaßen zu erfassen. Der WHO geht es vor allem um valide statistische Aussagen zum Gesundheitszustand der Menschen auf der Welt. Die Verbreitung von Smartphones geht nun einmal auch einher mit digitalen Spielen auf den mobilen Geräten. 

Einerseits ist der Spiele-Markt weltweit etwa 80 Milliarden US-Dollar schwer, andererseits handelt es sich nicht nur um Ballerspiele und Bauernhofsimulationen sondern auch um bestimmte Begabungen, die sich nur im Spiel lösen lassen. So weiß man von Kindern, die Probleme mit Mathematik haben, dass diese in Computerspielen mathematischen Kompetenzen entwickeln können, die anders nicht vermittelbar sind. Nicht zuletzt gehört das Spiel auch zur menschlichen Kultur dazu. Daher unterliegen Spiele auch dem Wandel der Zeit. Knobeln und Kanaster gehören dazu wie Pac-Man und Super Mario oder eben auch World of Warcraft oder Fallout 4. 

Der neuen Katalog International Classification of Diseases (ICD-11) hilft, Krankheitsbilder einheitlich zu erfassen, ohne den Befund zu dämonisieren. Mit dem Konzept der Bildschirmzeit bietet Apple in iOS 12 bereits einen vielversprechenden Ansatz, das digitale Spiel am Bildschirm in geordneten Bahnen zu halten. Eltern können ihren Kindern Vorgaben machen, ohne dass auf ein Spiel verzichtet werden muss.

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