Meinungsverschiedenheiten über Datenfreigabe und Verschlüsselung

WhatsApp-Gründer Jan Koum verlässt Facebook im Streit

WhatsApp-Mitbegründer Jan Koum hat angekündigt, das Unternehmen zu verlassen. WhatsApp gehört seit Februar 2014 zu Facebook, das dafür 19 Milliarden US-Dollar bezahlte. Angeblich haben Koum und Mark Zuckerberg unterschiedliche Ansichten über Datenschutz der Nutzer und die Verschlüsselung der Nachrichten sowie über Werbung.

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(Bild: CC0)
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WhatsApp Miterfinder Jan Koum verlässt die Muttergesellschaft Facebook. Koum hatte mit Facebook zusammengearbeitet und im Vorstand des Unternehmens gearbeitet, seit Facebook im Februar 2014 WhatsApp für über 19 Milliarden Dollar übernahm.

In einem Facebook-Post schreibt Koum, dass es "Zeit für ihn ist, weiterzumachen" und dass er sich eine Auszeit nehmen wird, um neue Interessen zu verfolgen, die nichts mit Technik zu tun haben.

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Koum hat seine Gründe für das Verlassen von Facebook nicht im Einzelnen dargelegt, aber die Washington Post berichtet, dass er nicht im Guten geht. Er habe sich mit mehreren Facebook-Führungskräften über die Strategie des Messaging-Dienstes und die Versuche von Facebook, persönliche Daten von WhatsApp zu verwenden, gestritten. Facebook hat immer noch ein Problem, den Messaging-Dienst, der ohne Werbung auskommt, zu monetarisieren. Koums Meinungsverschiedenheit mit Facebook sollen sich nach dem Cambridge-Analytica-Skandal verschärft haben.

Koum soll nicht nur WhatsApp verlassen, sondern auch aus dem Vorstand von Facebook ausscheiden.

Facebook hatte ursprünglich versprochen, WhatsApp-Daten nicht mit Facebook zu vermengen, aber das änderte sich weniger als zwei Jahre nach der Übernahme, was zu anhaltenden Meinungsverschiedenheiten führte. Nach dem Bericht der Washington Post wollen andere WhatsApp-Angestellte ebenfalls gehen, aber erst im November 2018, wenn ihre Aktienoptionen ausübbar sind.

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Das traurige ist, dass den Usern der Datenschutz komplett am A**** vorbeigeht. Ich hab Facebook und WA verbannt und habe jedem, der mich nach dem Grund gefragt hat, erklärt was da eigentlich alles passiert und was passieren kann.
Die Reaktionen gehen alle in die Richtung "das ist ein Wahnsinn" garniert mit "ich ab nichts zu verbergen".

Bei der Frage "würdest du dein Leben eine Woche protokollieren mit Nachrichten, Fotos, Videos, Locations, Browser- und Suchverläufen, usw. und es bei McDonalds gegen ein Menü tauschen?"

wurde ich gefragt ob ich nicht ganz dicht wäre.
Dass sie aber genau das durch Facebook, Google & Co machen wollte man verstehe , aber die bequemen Services will keiner aufgeben

Sehr guter Kommentar!
Kann ich voll und ganz unterstützen! FB und WA kommen bei mir ebenso nicht infrage!!

Naja so wie ich in der Öffentlichkeit nicht mit meinen Freunden in einer Geheimsprache kommuniziere, obwohl ich nicht sicher sagen kann das nicht am Nachbartisch jemand alles protokolliert, halte ich es auch mit der Nutzung von Facebook und Co. Klar der Vergleich hingt etwas, daher nutze ich im Internet auch diverse Blocker gehen das Tracking, in der Öffentlichkeit schaue ich mich daher eher seltener um ob mich jemand verfolgt.
Mit anderen Worten es gibt auch ein Zwischending zwischen Sorglosem nutzen und Verteufeln der Dienste. Ich denke wenn man da schon in der Schule ansetzt wäre vieles schnell anderes bei solchen Diensten. Es ist noch nicht lange her da war ich schockiert oder erstaunt wie sorglos Kinder/Jugendliche im Netz sich bewegen. Durch Zufall habe ich bei Instagram eine Tochter von Freunden entdeckt, wenn man jetzt da von absieht das ich, wäre ich der Vater, bei den Bilder schon mehrmals tief durchatmen müsste um ruhig zubleiben, war es noch heftiger das eben die Geodaten vorhanden waren, zwar nicht Hausnummer genau aber doch so das man an vermutlich einem oder zwei Tage das Mädel gefunden hätte. Als ich die Familie darauf aufmerksam gemacht habe, bin halt ein guter Patenonkel, war das erstaunen darüber gross, jetzt gehen sie auch deutlich vorsichtiger an Werk. So toll es ist was die vielen kostenlosen Dienste so können man sollte halt wirklich etwas mehr nachdenken und sich informieren. Da sehe ich wenigsten für Schüler die Schulen in der Pflicht.

okay das war jetzt lang aber musste mal raus

Gruss

sedl

der weiter Facebook, Whatsapp, Instagram und Co. nutzt.

naja, der Vergleich hinkt wirklich sehr.

Wenn du dich in der Bahn oder am Stammtisch mit deinen Leuten unterhältst können höchstens die Leute am Nachbartisch mithören. Und wenns dir nicht passt redest halt leiser.

zB bei Google kann man nachvollziehen, dass das gesprochene Wort von dir die Werbeanzeigen deines Browsers beinflusst. Sprich, Google hört mit auch wenn der Browser geschlossen ist.
Facebook macht es nicht anders. Ein wenig Recherche und Eigeninteresse und es sollte jedem klar sein was da abgeht.
Es wird momentan nur für Werbung verwendet, aber was eigentlich damit möglich ist will ich mir nicht ausmalen müssen. Vor allem wenn Google anfängt KI fürs Militär zu entwickeln. Angeblich zum Schutz vor Zivilisten. Der Slogan bleibt ja "Dont be evil".

Wo ich dir aber auf jedenfall zustimme ist die Verantwortung der Schulen. Heranwachsende müssen die Technik und Risiken dahinter verstehen um verantwortungsbewusst damit umgehen zu können.
Aber wer soll sie lehren, wenn 99% der Erwachsenen ihnen den Mist vormachen?!

In meinem Bekanntenkreis erlebe ich es, dass welche Urlaubsfotos quasi live online posten, öffentlich zu sehen. Wenn ich als Verbrecher mir 5 Minuten Zeit nehme kann ich aus dem Profil herauslesen wo gerade niemand zu hause ist. Darauf aufmerksam gemacht bekommt man schlicht die Antwort "egal, ich bin versichert". Oder "sei nicht paranoid".

Wenn ich mir mal die Anhörung Zuckerbergs vor dem US-Senat ansehe könnte ich kotzen. Eine Hand voll weißhaariger Ahnungsloser fern der Materie befragen einen IT-Milliardär und Datenhändler zum Thema Datenschutz.

Und was liest und hört man ein paar Tage danach noch vom Facebook-Skandal? Nichts!

Kurz: Die Menschheit bekommt direkt vorgesetzt, was Facebook und Co für Verbrechen begehen, und ihnen ist es schlicht egal.

noch

Moin,

ist halt schwierig ein nicht hinkenden Vergleich mit der realen Welt zu finden.
Es braucht einfach mehr Bewusstsein, da ist es meiner Meinung nach nicht hilfreich die Dienste zu verteufeln bzw statt mit Argumenten einem ein ironisches: " ja wenn du nichts zu verbergen hast" entgegen zu schleudern, das ist im Übrigen die Variante die ich schon öfter gehört habe wenn ich sagte da sich WhatsApp und Facebook nutze, ich selber hingegen habe nie gesagt das ich nichts zu verbergen habe. Das was ich zu verbergen habe weiss allerdings weder WhatsApp noch Facebook.

Du hast recht noch wird alles nur für Werbung genutzt da ist es schon gruselig sich vorzustellen was man noch alles damit machen kann. Allerdings funktioniert dank Blockern bei mir ja nichtmal das zielgerichtete Werben, schalte ich die jedoch aus werde ich auch aktuell von E-Gitarren Werbung verfolgt, Blocker an, kommt belangloses Zeug.

Was mich erstaunt ist das Amazon so garnicht im Fokus steht, denn wenn man sich überlegt was die alles über einen Wissen, gut über mich nicht sehr viel, letzter Einkauf bei Amazon 2011 oder 2012, aber die müssten doch ähnlich wie Facebook enorme Datensammlungen haben die man nicht nur positiv nutzen kann.

gruss

sedl

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