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Haftbefehl für Samsungs De-Facto-Chef beantragt

Südkorea wird seit mehreren Monaten von einem Korruptionsskandal bisher nicht gekanntes Ausmaßes erschüttert. Gegen die mittlerweile suspendierte Präsidentin läuft deshalb aktuell ein Amtsenthebungsverfahren. Und nun ist auch die Samsung Group davon betroffen. Denn gegen den designierten Erben und De-Facto-Chef des Konzerns ist nun ein Haftbefehl beantragt worden.

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Der De-Facto-Chef eines der größten Unternehmens der Welt, Samsung, muss sich wohl bald vor Gericht wegen Bestechung verantworten. Südkoreanische Strafverfolgungsbehörden haben einen Haftbefehl für Lee Jae Yong beantragt. Lee Jae Yong ist der Erbe der Samsung Group und seit eines Herzinfarktes seines Vaters Lee Kun-hee quasi der Chef des Unternehmens.

Die Samsung Group besteht nicht nur aus der Konsumerelektronik-Abteilung. In dem Konzern sind auch Abteilungen für Finanzdienstleistungen, Maschinenbau, Schiffsbau, Halbleitertechnologie und Haushaltselektronik beheimatet. Die Samsung Group ist vereinfacht gesagt eine Mischung aus Siemens, Apple, IBM und der Deutschen Bank. Der Mischkonzern ist weltweit tätig und so erfolgreich, dass er knapp ein Fünftel des südkoreanischen Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet. Über die tatsächliche Ausstellung des Haftbefehls muss nun noch ein Bezirksgericht in Seoul entscheiden.

Südkorea wird aktuell von einem gigantischen Korruptionsskandal erschüttert

Lee wird vorgeworfen, dass er Unternehmen und Stiftungen einer Person aus dem Umfeld der Präsidentin Südkoreas mit bis zu 36,4 Millionen US-Dollar unterstützt habe. Als Gegenleistung soll er die hierfür von staatlicher Seite benötigte Erlaubnis erhalten haben, zwei Firmentöchter der Samsung Group, Samsung C&T Corp und Cheil Industries Inc, zu fusionieren.

Südkoreas Präsidentin Park Guen-hye ist in einen riesigen Korruptionsskandal verwickelt und wurde deshalb im Dezember von ihrem Amt suspendiert. Park ermöglichte ihrer Vertrauten Choi Soon-sil, die keinerlei offizielles Amt bekleidete, Einblick in vertrauliche Regierungsdokumente, folgte Chois Rat bei der Besetzung diverser Posten, sorgte dafür, dass Chois Unternehmen und Stiftungen Geldmittel zur Verfügung standen und ermöglichte es offenbar, dass sich Choi persönlich bereichern konnte. Choi Soon-sil wurde mittlerweile verhaftet und gegen Park Guen-hye ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. Ob dies aber auch unmittelbare strafrechtliche Konsequenzen für Samsung bedeutet ist unklar.

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