Keynote vom 21. März 2016

Das große Apple-Event in der Zusammenfassung: iPhone SE, neues iPad Pro und viel Zeit für Grundsätzliches

Mit fast exakt einer Stunde präsentierte Apple sich und seine neuen Produkte in so kurzer Zeit wie schon lange nicht mehr. Besonders die Vorstellung der Neuerungen rund um iPhone, iPad und Apple Watch wirkten dabei extrem gehetzt und für Apples Verhältnisse etwas lieblos – dabei hatte Apple eine ganze Menge Wichtiges zu erzählen. Nur eben an der Produkte-Front gab es wenig Neues und Umwerfendes zu berichten.

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Die erste Produktkategorie der Tim Cook sich widmete – übrigens die einzige Produktvorstellung, die er während der Präsentation selbst übernahm – war die Apple Watch. Ein Produkt, von dem man immer noch nicht weiß, ob es der große Wurf ist. Zwar ist die Apple Watch leicht und locker zur meistverkauften Smartwatch geworden und steht auch in Sachen Kundenzufriedenheit auf Platz 1. In der freien Wildbahn sieht man bislang aber weiterhin recht wenige Watch-Träger, zumindest in Deutschland.

Wie erwartet wurde kein neues Modell der Apple Watch präsentiert. Die Neuigkeiten bezogen sich einzig und allein auf neue Armbänder und den Preis. Eine Apple Watch erhält man jetzt schon ab 349 Euro. Wer jetzt ob dieser Preissenkung das Ableben der Apple Watch herbei fabuliert, der sei an dieser Stelle noch einmal daran erinnert, dass auch der Preis des iPhones bereits wenige Monate nach Verkaufsstart gesenkt wurde – und 9 Jahre nach dem Launch kann man das iPhone wahrlich nicht als Flop bezeichnen.

(Bild: Apple)

Ein Drittel der Apple-Watch-Nutzer, so Tim Cook, wechsele regelmäßig das Armband. Kein Wunder also, dass Apple hier nachlegt und neue Varianten auf den Markt bringt: Nylon-Armbänder, die einen gewissen 90er-Jahre-Charme aufweisen, neue Farben für die Sport- und Lederarmbänder, sowie eine schwarze Version des Milanese-Loop-Bandes

Das Apple TV als Zukunft des Fernsehens

Im letzten Jahr und nach jahrelanger Update-Pause endlich vorgestellt, mausert sich das Apple TV in der vierten Generation anscheinend zu einem echten Erfolg. Verkaufstechnisch hätte man den besten Launch einer Apple-TV-Generation seit Einführung des Produktes hingelegt. Nicht ganz ohne Stolz verkündete Tim Cook, dass der App Store für tvOS mittlerweile über 5.000 Apps im Angebot habe – auch wenn Dienste wie Amazon Prime Video weiterhin fehlen.

tvOS 9.2, das nach langer Beta-Phase heute in einer neuen Version verfügbar gemacht wurde, lernt außerdem zahlreiche neue Tricks. So lassen sich ab sofort Apps in Ordnern gruppieren, Siri auch im App Store oder für das Diktat von Benutzernamen und Passwörtern verwenden und auf die komplette Foto-Sammlung der iCloud-Foto-Mediathek zugreifen.

Auch wenn wir Apple nichts Böses unterstellen und nach wie vor davon überzeugt sind, dass man es in Cupertino ernst meint mit dem Schutz persönlicher Daten, sei an dieser Stelle gesagt, dass wir dringend davon abraten, Login-Daten in ein Mikrofon zu sprechen. Schließlich sitzt die verarbeitende Intelligenz nicht im Apple TV selbst. Die Sprachdaten werden aufgezeichnet und auf einem Server (vermutlich in den USA) analysiert.

Auch auf die Integration der iCloud-Foto-Mediathek sind wir gespannt. Noch in der aktuellen Beta hat der Dienst erhebliche Probleme beim Anzeigen von Bildern in Unter-Ordnern (oder besser: Unter-Alben).

Das neue, kleine iPhone SE

Das erste wirklich neue Produkt der Veranstaltung durfte Greg Joswiak präsentieren. Beim iPhone SE gab es nur wenige Überraschungen; zumindest für Menschen, die sich in der Apple-Gerüchteküche zuhause fühlen. Das iPhone kommt im bekannten und beliebten Design des iPhone 5, respektive iPhone 5s daher.

Nachdem Apple uns in den letzten beiden Jahren erklärt hat, wie großartig doch die großen iPhone-Modelle 6/6s, beziehungsweise 6 Plus/6s Plus, sind, könnte man die Entscheidung, ein neues iPhone im 4-Zoll-Format herauszubringen kritisch hinterfragen. Joswiak antizipierte das und untermauerte die Entscheidung mit Zahlen. Allein im Jahr 2015 habe man 30 Millionen iPhones mit 4-Zoll-Bildschirm verkauft. Um diese Zahl zu erreichen habe man ab Vorstellung des ersten iPhones über 2,5 Jahre gebraucht. Außerdem sei das kleine iPhone dem Käuferverhalten nach das ideale Geräte für Smartphone-Ein- und Umsteiger – die Einstiegsdroge in die Welt von iOS sozusagen. Und da wäre Apple in der Tat mit dem Klammerbeutel gepudert, würde man in diesem Bereich nicht nachlegen.

(Bild: Apple)

Ansonsten beherrscht das Gerät keine Tricks, die wir nicht schon kennen, etwa einen A9-Chip, der doppelt so schnell arbeitet wie der Chip des iPhone 5s, sich also auf dem Niveau des iPhone 6s bewegt. Das aktuelle Kamera-System mit 12-Megapixel-Kamera auf der Rückseite, der Möglichkeit 4K-Videos aufzuzeichnen und dem Retina TrueTone-Flash, der das Display des iPhones als Blitz verwendet.

Optimiert hat man den Akku. Dieser hält nun länger durch als die bereits bekannten Geräte im 4-Zoll-Gehäuse. Erfreulich – zumindest für Nutzer in den USA, Kanada, UK, Australien und China – ist die Integration von Apple Pay.

Wieder einmal gespart hat Apple beim Touch-ID-Sensor. Hier kommt das alte Modell aus dem iPhone 5s zum Einsatz und nicht die deutlich schnellere Variante, die wir aus dem iPhone 6s kennen.

Wie auch schon bei den letzten Vorstellungen von iPhones empfinden wir es auch dieses Mal als Frechheit, dass Apple sich traut, noch immer ein Modell mit nur 16 Gigabyte Speicherplatz anzubieten. In Deutschland kostet dieses Gerät 489 Euro. Sympathisch hingegen ist, dass man für „nur“ 100 Euro den Speicher gleich auf 64 Gigabyte vervierfachen kann. Bislang war der Deal stets, dass man sich mit 100 Euro eine Verdopplung des Speichers erkauft.

Bestellt werden kann das iPhone SE ab dem 24. März in Silber, Gold, Space Grau und Roségold – geliefert wird ab dem 31. März 2016.

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Consumer Bereich würde ich dazu nicht sagen,für ein ipad das 689€ kostet und für mich kein pc Ersatz ist,da man eben nicht all das machen kann,was auf einem Pc möglich ist ! Weil allein schon durch die Display größe,es nicht gegeben ist.

Mich würde es interessieren ob ein Nachfolger des IPad air 2 geben wird ?!

Ich möchte einfach nur weiter meine Spiele spielen, Videos schauen und im internet surfen, dafür brauche ich kein Pro für knappe 700€.

Wir gehen davon aus, dass die „leistungsschwachen“ iPads quasi en passant während des nächsten iPhone-Events (vermutlich wieder im Herbst) ein Update erfahren werden. Aber du hast Recht, „Consumer“ trifft es nicht ganz genau. Ändern wir in „Prosumer“ ab. Danke.

Ich fand die Keynote super, wegen mir hätte Lisa Jackson auch gerne noch ausführlicher werden können, alles andere war ja mehr oder weniger bekannt.

Ersteinmal ein Lob!
Ein sehr schön schöner Artikel und eine tolle Zusammenfassung der Keynote.

Das iPad Pro soll wohl die Nachfolge des Air antreten. Anders kann ich mir die Entscheidung nicht erklären:

Selbes Kamera Modul aber nur 6,1 mm dick (wie das Air) und somit hervorstehende Kamera, was die Tauglichkeit als PC Ersatz ein wenig in Frage stellt. Okay flach hinlegen ist dabei dann wohl auch deshalb wirklich nicht der Wunsch von Apple gewesen. Aber nun gut. Nur das wieder kein Wort über etwaige neue Tastaturlayouts verlohren wurde, fand ich mehr als bedenklich. Denn gerade in dem Punkt es als PC Ersatz anpreisen zu wollen erwarte ich doch etwas mehr Flexibilität als nur ANSI-QWERTY.

Schade auch das es keine Neuerungen im Bereich MacBook Pro gab. Bleibt abzuwarten ob zur WWDC im Juni dort endlich mal was neues kommt.

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