Verzicht

Apple verzichtet bei A20 und M6 auf neueste TSMC-Fertigung

Apple nutzt für die kommenden A20- und M6-Chips TSMCs Basis-2-Nanometer-Prozess statt der leistungsstärkeren N2P-Variante. Kosten und Timing sind ausschlaggebend.

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Apple setzt bei den kommenden iPhone- und Mac-Generationen offenbar nicht auf die neueste verfügbare Chip-Technologie. Laut einem Bericht der China Times wird das Unternehmen für die A20- und M6-Chips den Basis-2-Nanometer-N2-Prozess von TSMC nutzen – und nicht die fortschrittlichere N2P-Variante.

Quickread: Auf einen Blick
  • Apple setzt bei A20 und M6 auf TSMCs N2-Prozess statt der fortschrittlicheren N2P-Variante.
  • N2P bietet fünf Prozent mehr Leistung, kommt aber mit höheren Kosten und startet erst in der zweiten Jahreshälfte 2026.
  • Konkurrenten wie Qualcomm und MediaTek werden N2P für höhere Taktraten in ihren Flaggschiff-Chips nutzen.

TSMC bringt verschiedene 2-Nanometer-Varianten auf den Markt

Der taiwanesische Chip-Hersteller TSMC plant für 2026 gleich mehrere Varianten seiner 2-Nanometer-Fertigung. Während der Basis-N2-Prozess bereits in der Massenproduktion läuft, sollen die verbesserten Versionen N2P und A16 erst in der zweiten Jahreshälfte folgen. Die 2-Nanometer-Generation markiert TSMCs Übergang von FinFET-Transistoren zur Gate-All-Around-Technologie, die bessere Energieeffizienz und Leistungsskalierung bei höheren Chip-Dichten verspricht.

N2P positioniert sich als leistungsstärkere Version des N2-Prozesses, während A16 speziell für hochkomplexe Chips mit hohem Stromverbrauch konzipiert wurde – insbesondere für KI-Anwendungen und Rechenzentren. Der Leistungsunterschied zwischen N2 und N2P fällt allerdings moderat aus: N2P bietet bei gleichem Stromverbrauch etwa fünf Prozent mehr Performance, kommt aber mit deutlich höheren Fertigungskosten daher.

Zeitplan und Kapazitäten sprechen gegen N2P

Gate-All-Around-Technologie erklärt!

Gate-All-Around (GAA) ist eine Transistor-Architektur, bei der das Gate den Kanal vollständig umschließt statt nur von oben zu kontaktieren. Dies ermöglicht bessere Kontrolle über den Stromfluss und reduziert Leckströme bei kleineren Strukturgrößen. Die Technologie ist entscheidend für die weitere Miniaturisierung von Chips unter 3 Nanometer.

Neben den Kosten spielen auch zeitliche Faktoren eine Rolle. Da N2P erst in der zweiten Jahreshälfte 2026 in die Massenproduktion geht, bliebe Apple schlicht nicht genug Zeit, um Chips in dieser Technologie rechtzeitig für die neuen iPhone-Modelle im Herbst und die MacBook Pro mit OLED-Displays zu fertigen. Die N2-Chips befinden sich dagegen bereits in Produktion.

Auch die Verfügbarkeit von Fertigungskapazitäten ist ein wichtiger Faktor. Die Nachfrage nach 2-Nanometer-Fertigung hat die Erwartungen offenbar übertroffen, wobei ein Großteil der anfänglichen N2-Kapazitäten bereits von Großkunden wie Apple reserviert wurde. Dies reduziert für Apple die Notwendigkeit, auf N2P umzusteigen, nur um sich Produktionsvolumen für künftige A- und M-Serie-Chips zu sichern.

Konkurrenz setzt auf N2P für höhere Taktraten

Während Apple beim Basis-N2-Prozess bleibt, werden Konkurrenten wie Qualcomm und MediaTek voraussichtlich N2P für ihre Flaggschiff-Mobilchips einsetzen, um höhere Spitzentaktraten zu erreichen. TSMC geht davon aus, dass die 2-Nanometer-Generation einen langen Lebenszyklus haben und möglicherweise über die 3-Nanometer-Familie hinaus skalieren wird. Unternehmen wie AMD, Google und Amazon planen ebenfalls, 2-Nanometer-Prozesse für künftige CPUs, GPUs und KI-Chips zu nutzen.

Der A20-Chip wird voraussichtlich im Herbst mit den neuen iPhone-Modellen auf den Markt kommen, während die M6-Familie von Apple-Silicon-Chips in neu gestalteten MacBook-Pro-Modellen mit OLED-Displays später im Jahr erwartet wird. Trotz der Entscheidung gegen die neueste Prozessvariante dürfte Apple mit dem N2-Prozess dennoch deutliche Verbesserungen bei Leistung und Energieeffizienz gegenüber den aktuellen 3-Nanometer-Chips erzielen.

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