Grauzone

Gestohlenes iPhone: Wie die iCloud-Sperre (nicht) zu umgehen ist…

Gestohlenes iPhone: Wie die iCloud-Sperre (nicht) zu umgehen ist… Apple führte 2013 eine Feature ein, dass den Diebstahl von iPhones deutlich uninteressanter machte. Doch wenn man genauer hinsieht, dann ist mittlerweile eine Grauzone entstanden, in der sich legale Reparatur-, Telefon- und Versicherungsunternehmen die Klinke in die Hand geben mit Hackern und dubiosen Gestalten. Alle haben Gründe, um ein iPhone zu entsperren. Letztlich ist es so deutlich mehr Wert und kann eben nicht nur als Ersatzteilspender für Reparaturwerkstätten herhalten.

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Wenn man sich die Gemengelage ansieht, wie es zum Beispiel VICE getan hat, dann fallen einem spontan zwei Dinge ins Auge.

Was tun mit alten iPhones?

Vor allem in den USA ist es für Kunden von Mobilfunkanbietern nicht unüblich, alte Geräte in Zahlung zu geben, oder aber alle 12 oder 24 Monate ein neues Smartphone vom Mobilfunkanbieter zu erhalten. Der hat ein Interesse daran, dass die Geräte funktionieren. Doch wenn der Kunde den iCloud-Lock nicht entfernt, bleibt er darauf sitzen, oder kann es nur noch als Ersatzteilspender verwenden? Die Alternative wäre ja, sie wegzuwerfen.

Mitnichten. Und was ist mit folgendem Szenario? – Sie bekommen von einem Bekannten oder Verwandten ein altes iPhone geschenkt, der kann sich aber nicht mehr an der Passwort erinnern und hat auch keinen Zugriff mehr auf die E-Mail-Adresse?

In beiden Situationen wollen die Beteiligten „unbedingt“, dass das Gerät wieder funktioniert. Und wenn Sie im Internet nach Lösungen suchen, begegnen Sie schnell der Grauzone, die wir in der Einleitung bereits angesprochen haben und später noch weiter erläutern wollen.

Hände hoch und iCloud-Passwort bitte X 2

Seit Apple seinen iPhones und iPads ein Sicherheitsfeature spendierte, das an die Cloud gekoppelt werden kann, sind die Geräte weniger interessant für Räuber. Doch gleichzeitig gibt es auch heute immer noch Gestalten, die Leute um iPhones erleichtern und dann aber am besten noch nach dem iCloud-Passwort fragen.

Denn nur damit kann man das Gerät wirklich zurücksetzen, ist doch so, oder? Es musste nicht die Recherche von VICE sein. Sie selbst können ja einfach mal bei Google danach suchen, wie Sie den „iCloud Lock“ entfernen. Denn es gibt ein ganzes „Business“, das sich damit befasst. Es sind Hacker, es sind aber auch Handlanger. Ein System von Leuten und Programmen, die womöglich das Passwort von iPhone-Besitzern via Phishing in Erfahrung bringen wollen. Sie können im „Netz“ sogar spezielle Phishing-Kits erwerben, wenn Sie wollen.

Ich bin Du

Apple-Mitarbeiter können unter Umständen den iCloud-Lock entfernen. Dazu müssen Sie sich aber als iPhone-Besitzer ausweisen können. Zu diesem Zweck werden Rechnungen gefälscht oder spähen Leute iPhone-Besitzer aus. Mal technisch, mal sogar im richtigen Leben. Wenn Sie sich im Apple Store beobachtet fühlen und das Gefühl nicht loswerden, dass der Datenschutz grad keine Priorität hat, weil die Leute um sie herum alles mitbekommen, wollte vielleicht wirklich jemand Sie ausspionieren. Oder eben auch nicht.

Tatsächlich gibt es diese Personen, die teilweise sogar mit Versicherungsunternehmen oder Reparaturdienstleistern zusammenarbeiten. Es gibt aber auch einfach nur Neugierige Leute. Ganz sicher kann man sich da nicht sein. Und wenn Sie bei Facebook Hinweise hinterlassen, welches Ihr erstes Auto war, wann Sie geboren wurden oder wo Sie Ihre erste Freundin geküsst haben, sollten Sie sich nicht wundern, wenn dann andere Leute mit diesen Informationen vorgeben, Sie zu sein. Social Engineering nennt sich diese „Technik“, die im Prinzip einen Lückentext mit Information füllt, die jeder aufmerksame Beobachter heute frei Haus im Internet finden kann.

Die drei Wege iCloud loszuwerden

Sie können den iCloud-Lock loswerden, wenn Sie das Passwort den Besitzers kennen. Oder ein Apple-Mitarbeiter kann das Gerät zurücksetzen, wenn Sie nachweisen können, dass das iPhone Ihnen gehört. Und dann gibt es noch eine dritte Möglichkeit, die sehr arbeitsintensiv ist und trotzdem immer noch online angeboten wird. Der Prozessor wird vom Mainboard entfernt und neu programmiert, und zwar mit einer neuen IMEI. Das ist durchaus schon vorgekommen. Allerdings werden diese Nummern auch gestohlen oder errechnet und es besteht die Gefahr, dass irgendwann jemand, der ein Telefon mit dieser IMEI kauft, dann feststellt, dass „noch jemand“ irgendwie mit dieser Identifikationsnummer hantiert.

Endstation: Per Passwort geschützt

Diebe haben dann aber ein schweres Spiel, wenn die Geräte zusätzlich mit einem Passwort und/oder Touch ID/Face ID gesichert sind. Denn das müssen Sie wissen, um den iCloud-Lock überhaupt erst deaktivieren zu können. Kommt beides zusammen, kann es sein, dass die Geräte tatsächlich nur noch als Ersatzteilspender genutzt werden und der Vorbesitzer, dem es geklaut wurde, mittlerweile ein Ersatzgerät nutzt.

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Wollen sie die "dunklen Gestalten" ermutigen, es doch zu versuchen oder was soll dieser merkwürdige Artikel bewirken?

Davon abgesehen findet man bei Google so ziemlich alles, deshalb funktioniert es aber noch lange nicht.

Den Prozessor entfernen und einen anderen draufsetzen, wie mein Vorredner schon geschrieben hat, im Netz findet man allen möglichen Käse, funktionieren muß es noch lange nicht, zudem würde ich so einen Artikel ehrlich gesagt noch weiter auf Fatzebook und Co. verbreiten, damit es auch jeder weiß……

Finde diesen Beitrag wirklich dämlich, sorry für die Wortwahl.

Die Geräte von der IMEI abzukoppeln ist auch nur eine halbe Lösung.
Der Lock kann dann immer noch greifen, da Apple nicht nur die IMEI für die Sperre ranzieht.
Es gibt ja auch noch genügend Leute, die sich ein iPhone mit aktiver iCloud-Sperre kaufen, weil die bei ebay sehr günstig angeboten werden. Spätestens, wenn man die IMEI einem der zahlreichen fragwürdigen "Retter" übergibt, hat er eine neue gültige IMEI in seiner Datenbank und das iPhone bleibt möglicherweise doch gesperrt. Aber darauf wird bei den meisten Dienstleistern dieses Gewerbes auch (ganz klein) hingewiesen.

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