Monopolstellung

Russland befindet Apple schuldig

Nicht nur in den USA und Europa muss sich Apple vorwerfen lassen, dass man seine Monopolstellung ausnutzt. In Russland befand man Apple nun für schuldig.

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Erst kürzlich mussten Apple-CEO Tim Cook, Google-CEO Sundar Pichai, Amazon-CEO Jeff Bezos sowie Facebook-CEO Mark Zuckerberg vor dem US-Kongress aussagen. Dies war Teil einer großangelegten Untersuchung, ob die Unternehmen ihre Vormachtsstellungen ausnutzen, um kleineren Wettbewerbern zu schaden.

Apple vs. Russland

Auch in Russland musste sich Apple verantworten, weil man die eigene Marktdominanz verwendet haben soll, um Drittanbieter-Apps zur Kindersicherung aus dem App Store zu entfernen. Dieser Vorgang startete nämlich erst als Apple mit iOS 12 die Bildschirmzeit einführte, die das Feature auf Systemebene integrierte.

Aufgrund des öffentlichen Drucks gab Apple ein offizielles Statement zur Situation ab. Darin gab man zu verstehen, dass das Mobile Device Management, kurz MDM, nicht für diese Art der Anwendung bestimmt war und sich vornehmlich an Unternehmen richtet, um die Geräte zu verwalten und abzusichern. Zahlreiche Kindersicherungs-Apps griffen allerdings ebenfalls darauf zurück, um einen weitreichenden Systemzugriff zu erlangen, um bestimmte Funktionen sperren zu können. Apple sah dies als Sicherheitsrisiko an, da man unbewusst den Anbietern tiefgreifenden Zugriff auf die Daten erlaubt. Allerdings rudert man dennoch etwas zurück und ließ einige Apps wieder zu, die man von Fall zu Fall prüft.

Einer der betroffenen Entwickler war Kaspersky Lab aus Russland, die daraufhin Beschwerde bei der russischen Kartellaufsichtsbehörde einreichten (via MacRumors). Diese starteten prompt eine Untersuchung. Man fand heraus, dass Apple das Recht hat, jede Drittanbieter-App aus dem App Store zu entfernen oder zu blockieren, auch wenn alle Anforderungen erfüllt sind. Daher kam man nun zu dem Schluss, dass „Apple den Wettbewerb im Markt für iOS-basierte Apps beschränkt und die dominante Position gegenüber den Entwickler von Kindersicherungs-Apps ausnutzt“. 

Laut dem Urteil muss Apple nun eine Lösung finden, um das Problem zu beheben. Konkrete Informationen fehlen, aber es ist anzunehmen, dass Apple die Richtlinien anpassen muss und die Kindersicherungs-Apps wieder im App Store aufnehmen muss. Natürlich geht Apple in Berufung, da man mit dem Urteil nicht einverstanden ist.

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Super! Die Russen geben Apple mal eins auf die Schnauze! Die EU lässt sich von den geldgieriger Großkonzerns ja nur veräppeln und ausnutzen!

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