Aus die Maus!

2021 wird 3G abgeschaltet: Das solltest du jetzt wissen

In wenigen Stunden haben wir 2020 überstanden. Damit kommt aber auch eine Ära zum Ende: Große Mobilfunkanbieter werden das 3G-Netz abschalten. Das bedeutet es für dich.  

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Kurz und knapp: Wissenswertes zur 3G-Abschaltung

  • 3G-Abschaltung durch Telekom, Vodafone und Telefónica erfolgt in 2021 stückweise
  • 3G-Standorte für 5G-Ausbau notwendig
  • Nicht alle SIM-Karten unterstützen 4G
  • Geräte von vor 2011 wohl bald nur stark eingeschränkt nutzbar
  • Vernetzte Dienste in Autos (auch neuere Modelle) sind betroffen

Wenn etwas Neues kommt, muss Altes weichen. In 2021 muss das 3G-Netz für den 4G- und 5G-Ausbau Platz machen. Dadurch sollen wertvolle Standorte von Mobilfunkmasten freigemacht werden, um die neuen Technologien weiter voranzutreiben. Besonders in Städten sind die Masten hart umkämpft, sodass dort eine Umstellung schneller erfolgen wird. Die Telekom, Vodafone und auch die Telefónica (O2) kündigten an, dass man mit dem Jahreswechsel die Abschaltung einleiten wird. Laut der Tagesschau bestätigen die Telekom und Vodafone, dass man das 3G-Netz bis zum 30. Juni 2021 stückweise in den Ruhestand schicken wird, während das O2-Netz gebietsweise noch bis Ende 2021 verfügbar sein kann. 

Warum schaltet man das 3G-Netz ab?

Die Abschaltung von 3G-Mobilfunknetz hat viele Hintergründe. Mittlerweile wurde die Technologie in Deutschland nahezu flächendeckend durch 4G beziehungsweise LTE ersetzt, sodass die Nutzung deutlich abgefallen ist und mittlerweile nur noch 2,5 Prozent des mobilen Datenverkehrs ausmacht. Die Instandhaltungskosten fallen für die kleine Nutzerzahl daher zu hoch aus. 

Daneben blockiert das alte Mobilfunknetz sowohl Frequenzen als auch Standorte, die für den weiteren Ausbau – besonders von 5G – von hoher Wichtigkeit sind. Daher möchte man die frei werdenden Ressourcen in die neue Technologie stecken. 

SIM-Karten: Ein „kleines“ Problem

Wie es aus dem Bericht heißt, stellen vermutlich die SIM-Karten ein größeres Problem dar. Rund ein Drittel aller aktiven SIM-Karten unterstützen nur 2G und 3G. Diese könnten in Zukunft nur noch mit dem langsameren 2G im mobilen Datennetz unterwegs sein. Dies reicht für einfache Anwendungen, aber Internettelefonie oder gar Videoanrufe würden hingegen flachfallen. Sollte man in den vergangenen Jahren keine neue SIM-Karte erhalten haben, könnte nun der schmerzlose Wechsel bevorstehen, der selten mehr als einen Anruf beim Mobilfunkanbieter oder den Gang zum lokalen Stützpunkt (sofern geöffnet) kostet. 

Problematischer wird es hingegen bei den Geräten. Nur wenige Smartphones vor 2011 dürften über LTE-Kompatibilität verfügen. Bei Apple führte man erst 2012 mit dem iPhone 5 den schnelleren Mobilfunkstandard ein. Nutzt man noch immer ein älteres Modell, dann wäre spätestens jetzt ein guter Zeitpunkt, um über ein Upgrade nachzudenken.

Weitere Konsequenzen in vielen Bereichen

Nicht nur die SIM-Karten und alten Smartphones sind von der Abschaltung betroffen. Es gibt zahlreiche Anbieter, die Notebooks mit 3G- beziehungsweise UMTS-Modems ausgestattet haben. Auch diese dürften demnächst nicht mehr funktionieren. Deutlich tragischer sieht es in der Automobilindustrie aus. Dort könnten sogar vergleichsweise aktuelle Modelle offline gehen, da Hersteller wie BMW und Mercedes Benz noch bis 2017 Modems mit 3G verbauten. Dadurch könnte im Falle von BMW ConnectedDrive nicht mehr im vollen Umfang bereitstehen, da das schwächere 2G-Netz für viele komplexe Ausgaben zu langsam ist. Lediglich die Notruffunktion sowie einzelne Teleservices sollen dann noch mit  den integrierten SIM-Karten funktionieren. Ob es die Möglichkeit für eine Nachrüstung gibt, ist aktuell noch ungewiss und von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. 

Hattest du die Abschaltung und deren Folgen auf dem Schirm? Bist du betroffen? Lass es uns in den Kommentaren wissen. 

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Ich hatte die Abschaltung nicht auf dem Schirm. Hab zwar die Handys auf LTE umgestellt, hab aber noch eine SIM-Karte in meiner Standheizung im Auto. Wie ich das hinkriege... Wer einen Tip hat...

Oh, da bin ich aber überrascht, dass mein iPhone von 2010 nicht LTE fähig ist. Dabei wird mir immer LTE bzw. 4G am Display angezeigt. ;)

Was wollen Sie uns mit ihrer sinnlosen wie verwirrenden Aussage nun erzählen?

Die Netzbetreiber habe uns Kunden bereits darüber informiert.
Ab iPhone 5 gibt es LTE und somit die passende SIM Karte (ab 2012).
2g, 4g und 5G werden dann übrig bleiben.

Standheizung von Autos, die über eine App via Mobilfunk gesteuert werden, könnten ein Problem bekommen, wenn 3g/UMTS abgeschaltet wird! Alle anderen Dienste, die damals auf UMTS setzten auch!
LTE wird im Ländlichen Raum auf LTE Advanced aufgerüstet um näher an 5G zu sein.

Wenn man keine älteren iPhones als das 5er hat, dem braucht das nicht zu interessieren.

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