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Bowers & Wilkins Formation Wedge im Test: Perfekter Klang mit AirPlay 2

Bowers & Wilkins, der britische Audiospezialist, steht seit jeher für Akustik auf höchstem Niveau. Mit dem Formation-System geht nun das eigene Multiroom-Audiosystem an den Start. Wir haben das Prunkstück des Line-ups, die Formation Wedge, ausführlich getestet.

Das Spielfeld der Multiroom-Audiosysteme, solcher also, bei denen man von einer einzigen Quelle aus die Klangwiedergabe auf mehreren Geräten und somit auch in unterschiedlichen Räumen ansteuern kann, gehörte lange Zeit komplett Sonos. Verschiedene Firmen haben in den vergangenen Jahren versucht, dieses Monopol aufzubrechen – in der Regel ohne viel Erfolg. Zu breit war Sonos aufgestellt, zu schnell folgten diverse Integrationen: Spotify, Apple AirPlay und viele mehr.

Zumindest für Apple-Kunden erschließt die aktuelle Version des Apple-eigenen Multiroom-Audiostandards AirPlay 2 ganz neue Möglichkeiten – schließlich lassen sich Geräte verschiedener Hersteller, so sie denn alle AirPlay 2 beherrschen, miteinander kombinieren, sodass man sich nicht auf einen Anbieter festlegen muss.

Das scheint für viele Hersteller attraktiv genug, um einen neuen oder gar ersten Anlauf in Sachen Multiroom-Audio zu unternehmen. Zu ihnen gehört auch die Premium-Audiomarke Bowers & Wilkins aus Großbritannien. Die einzelnen Komponenten aus deren neuem Formation-System spielen natürlich auch ohne Apples Hilfe zusammen – mit AirPlay 2 an Bord wird aber eine noch rundere Sache daraus.

Die Bowers & Wilkins Formation Wedge

Zum ersten Mal für Aufsehen in der Apple-Welt sorgte B&W 2006 mit dem Zeppelin, einem hervorragenden Lautsprechersystem im außergewöhnlichen, zeppelinförmigen Design mit integriertem iPod-Dock. Zwar fand das Ausnahmegerät bereits im Zeppelin Wireless einen unmittelbaren Nachfolger – der bot allerdings wenig Spektakuläres und wurde als konsequente Evolution anerkannt, aber weit weniger gefeiert als das Original.

Deutlich weiter ist der Sprung von der Zeppelin-Reihe in Bowers & Wilkins’ Formation-System und zu dessen vermutlich wichtigstem Element, der Wedge. Einmal mehr gelingt es B&W, schon mit dem Design eines integrierten Zimmerlautsprechersystems aufzufallen – und sicherlich auch zu polarisieren. Fußballfans mag das Gerät an die Münchener „Allianz Arena“ des FC Bayern erinnern: Die Wedge sieht mit ihrem seidigen Stoffüberzug auf dem wabenförmigen Gehäuse aus wie ein aus dem Stadion herausgeschnittener Viertelkreis.

Bowers & Wilkins selbst spricht lieber von einer „einzigartig elliptischen 120-Grad-Form“. Dabei ist die Wedge etwa so hoch wie tief (23 beziehungsweise 24 Zentimeter) und 44 Zentimeter breit, macht sich also auf vielen Möbelstücken im Wohnzimmer oder Büro gut und passt ob seiner Form sogar in Zimmerecken.

Bei aller Ausgefeilheit der Funktechnologie, hat Bowers & Wilkins auch weiterhin ein Herz für Kabelfreunde und liefert die Wedge mit LAN-Port aus.
Bei aller Ausgefeilheit der Funktechnologie, hat Bowers & Wilkins auch weiterhin ein Herz für Kabelfreunde und liefert die Wedge mit LAN-Port aus. (Bild: Bowers & Wilkins)

Technik vom Feinsten

Im Inneren arbeiten fünf Lautsprecher, die alle über einen eigenen Verstärker verfügen: Zwei Double-Dome-Hochtöner (eine Technologie, die B&W-Fans bereits aus der 600er-Serie der Lautsprecher kennen) mit 25 Millimetern Durchmesser, zwei 90-Millimeter-FST-Mitteltöner und einen 150 Millimeter messenden Subwoofer. Und das bei einer Verstärkerleistung von je 40 Watt für Hoch- und Mitteltöner sowie 80 Watt für den Bass.

Es könnte kaum einfacher sein, ein Soundsystem einzurichten. Die iPhone-App funktioniert erstaunlich gut und kommt fast an das von Sonos vorgelegte Niveau an Nutzerfreundlichkeit heran. Einmal eingerichtet und mit dem lokalen Netzwerk verbunden, ist die Wedge per AirPlay ebenso ansprechbar wie mit Spotify Connect oder eine analog dazu funktionierende Verbindungstechnologie des hierzulande noch relativ unbekannten Streaminganbieters Roon. Bluetooth als Brücke zwischen Abspielgerät und Lautsprecher funktioniert ebenfalls.

Die Multiroom-Funktionalität selbst konnten wir bislang nur während einer Präsentation des Systems testen. Dort funktionierte sie aber reibungslos und so, wie man sich das von einem System in der Preisklasse (die Wedge wechselt für stolze 1.000 Euro den Besitzer) erwarten darf. In der App lassen sich mehrere Formation-Geräte spielend einfach gruppieren und ansteuern.

Das Formation-Portfolio

Neben der Wedge bietet Bowers & Wilkins innerhalb der Formation-Serie noch das drahtlose Lautsprecherpaar Duo zum Preis von 4.000 Euro sowie eine TV-Soundbar für 1.250 Euro an. Hinzu kommt mit Formation Audio eine Art Adapter, der für 700 Euro aus jedem passiven Soundsystem ein Multiroom-System macht und jede beliebige Audioquelle mit den Formation-Lautsprechern verbindet. Abgerundet wird das Set durch einen AirPlay-2-Bass, der für 1.100 Euro eine echte Innovation darstellt. Uns zumindest ist kein weiterer qualitativ hochwertiger Stand-alone-Bass bekannt, der sich per AirPlay 2 ansteuern und sich so beispielsweise auch mit Apples HomePod kombinieren lässt.

Designtechnisch lehnt sich Bowers & Wilkins gerne mal aus dem Fenster. So auch bei der Formation Wedge.
Designtechnisch lehnt sich Bowers & Wilkins gerne mal aus dem Fenster. So auch bei der Formation Wedge. (Bild: Bowers & Wilkins)

Klang

Die Wedge unterstützt wie alle Produkte aus der Formation-Serie die Musikwiedergabe bei 96 Kilohertz bei 24 Bit, erlaubt also auch das Abspielen von hochaufgelösten Audiodateien. Außerhalb der Produktpräsentation hatten wir die Möglichkeit, die Wedge einige Wochen zu Hause, also in gewohnter Umgebung und mit unserer Musik, zu testen.

Die Erwartungen an einen 1.000-Euro-Lautsprecher sind hoch – vor allem, weil B&W selbst die Klangqualität – wie auch sonst – in den höchsten Tönen lobt: „Hören Sie jedes Detail in perfekter Abstimmung.“

Und dabei übertreiben die Briten nicht einmal. Bei unserer persönlichen Test-Playliste hatte die Wedge es unter anderem mit Wallis Birds „Encore“, Marylin Mansons „This is the New Shit“, „Devil Man“ von den Blues Pills, „Big Picture“ von London Grammar, Verdis „Vier Jahreszeiten“ in der Aufnahme mit Janine Jansen und Brahms’ „Ungarischem Tanz Nr. 5“ in der Aufnahme der Wiener Philharmoniker mit Claudio Abbado zu tun. Und meistert all diese Aufgaben mit Bravour.

Einzig bei basslastigeren Stücken aus der Rap- und Hip-Hop-Ecke wünscht man sich den 1.100-Euro-Bass hizu. Das aber wohl auch nur, wenn man ihn schon mal im Zusammenspiel mit der Wedge gehört hat. Besucher mit verschiedensten musikalischen Interessen hatten an der Wedge klanglich nichts auszusetzen.

Die Höhen sind kristallklar, die Mitten voll und rund und der Bass trocken und erfreulich präzise. Außerdem gelingt es der Wedge spielend, ein etwa 30 Quadratmeter große Wohnzimmer mitsamt angrenzender Küche mit Musik zu füllen.

Fazit

Bowers & Wilkins eilt inzwischen ein gewisser Ruf voraus. Der nämlich, außergewöhnlich guten Klang mit außergewöhnlich gestalteten Geräten zu liefern. Entsprechend hoch ist die Fallhöhe mit jedem neuen Gerät. Die Klangqualität muss unangreifbar sein. Das Design muss für Aufsehen sorgen, darf aber niemanden verprellen. Schaut man sich die jüngste Historie der Briten an, dann gelingt das mal gut und mal besser. Mit der Formation-Serie hat B&W einmal mehr eine Punktlandung hingelegt. Die Geräte sind allesamt Hingucker, lassen sich aber dennoch perfekt in die verschiedensten Räumlichkeiten einbinden.

Die Wedge ist das Aushängeschild der Serie, ist sie doch das vielseitigste Formation-Produkt, das außerdem auch noch das erschwinglichste ist. In ihr hat der Zeppelin von 2006 einen würdigen Nachfolger gefunden.

Fazit

Fazit: Großartiger Klang! Dank AirPlay 2 zu vielen anderen Lautsprechern kompatibel.

Testergebnis
ProduktnameB&W Formation Wedge
HerstellerBowers & Wilkins
Webseitebowerswilkins.com
Pro
  •  großartiger Klang, AirPlay-2-kompatibel, tolles Design
Contra
  •  App-Qualität und -Funktionalität noch ausbaufähig
Bewertung
1.2
sehr gut
 

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