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Crashkurs: Wie funktioniert eigentlich Geocaching?

Wie funktioniert Geocaching? Geocaching ist die moderne Mischung aus Schnitzeljagd und Schatzsuche. Damit auch du erfolgreich daran teilnehmen kannst, erläutern wir dir die Grundlagen und geben dir gleich ein paar Tipps an die Hand.

Geschrieben von
24.06.2016 - 17:18 Uhr
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24.06.2016 - 17:18 Uhr

Der Forscher- und Entdeckergeist in vielen von uns ist im modernen Leben kaum noch gefordert. Die Kindheit versüßte noch die eine oder andere Schnitzeljagd (die heutzutage eher als Schatzsuche verkauft wird), doch als Heranwachsender oder bereits Erwachsener sind die Möglichkeiten außerhalb der Pfadfinderwelt stark eingeschränkt. Wer seine Fährtenleser- und Kombinationsfähigkeit trotzdem ab und zu auf die Probe stellen möchte, wird Geocacher. Dieses Hobby führt an die frische Luft, schult die geistigen und manchmal auch körperlichen Fähigkeiten und ist für nahezu jede Altersklasse geeignet.

Geocaching: Die Theorie

Hier siehst du ein paar Beispiele für die virtuellen Souvenirs.
Hier siehst du ein paar Beispiele für die virtuellen Souvenirs. (Bild: Screenshot)

Vereinfacht dargestellt, ist Geocaching die Suche nach einem versteckten Gegenstand mittels GPS-Koordinaten. Irgendjemand faltet einen leeren Zettel in eine Dose und versteckt diese so, dass andere sie nicht so leicht entdecken können. Zudem notiert sich die Person die Koordinaten des Verstecks und erstellt auf einem Onlineportal einen entsprechenden Eintrag. Dazu muss man neben den Koordinaten noch einige andere Dinge angeben und wird ab sofort „Owner“ genannt. Die anderen anzugebenden Dinge sind die Schwierigkeit, das Versteck zu finden, die Geländewertung sowie die Größe. Hinzu kommt in der Regel ein einleitender Text, das „Listing“.

Die Cache-Größen

Nano: Ungefähr so groß wie ein Fingerhut. Die Größe wird in der Regel mit Others angegeben
Micro: Häufig eine (Kleinbild-)Filmdose
Small: Kleine Frischhaltedose
Regulär: Größere Frischhaltedose
Large: Große Kiste
Others: Von den anderen Größen abweichendes Format

 

Das Onlineportal prüft die Angaben auf Stimmigkeit und schaltet den Geocache frei. Mitglieder des Portals können sich diesen Eintrag nun anschauen und mittels der Koordinaten danach suchen gehen. Findest du den Geocache, schreibst du deinen Geocacher-Namen in das in der Dose befindliche Logbuch und „loggst“ deinen Fund zusätzlich online auf dem Portal ein.

In der Kartendarstellung siehst du alle Caches innerhalb deiner Suchparameter. Am Symbol kannst du die einzelnen Cache-Arten unterscheiden, wobei der lächelnde Smiley für die bereits gefundenen Geocaches steht.
In der Kartendarstellung siehst du alle Caches innerhalb deiner Suchparameter. Am Symbol kannst du die einzelnen Cache-Arten unterscheiden, wobei der lächelnde Smiley für die bereits gefundenen Geocaches steht. (Bild: Screenshot)

Die Praxis

Es kommt durchaus vor, dass der Owner auch vor Ort hilfreiche Tipps für dich hinterlegt hat.
Es kommt durchaus vor, dass der Owner auch vor Ort hilfreiche Tipps für dich hinterlegt hat.

Was in der Theorie recht simpel und unspektakulär klingt, kann sich in der Praxis zu einem zeitraubenden Hobby entwickeln. Bevor du dich auf die Suche machst, musst du einige Vorbereitungen treffen. Nach dem Zusammenstellen der Grundausstattung, geht es um die Auswahl des ersten zu suchenden Geocaches. Dazu befragst du eine Onlinedatenbank. Am übersichtlichsten ist dies am heimischen Rechner, es funktioniert aber auch am Browser des iPhone und iPad oder mit der passenden App. Wir benutzen am Rechner das Portal www.geocaching.com, das fast drei Millionen Geocaches in aller Welt beinhaltet und auch die größte Anzahl an Caches in Deutschland bereithält. Alternativ kannst du aber auch eine der anderen Datenbanken wie opencaching.de oder waymarking.com verwenden.

So sieht ein typischer Geocache der Größe small aus. Innerhalb der Dose befindet sich das Logbuch und vielleicht sogar ein Travelbug – oder wie in diesem Fall ein Tauschobjekt.
So sieht ein typischer Geocache der Größe small aus. Innerhalb der Dose befindet sich das Logbuch und vielleicht sogar ein Travelbug – oder wie in diesem Fall ein Tauschobjekt.

Nach der kostenlosen Anmeldung bei geocaching.com tippst du in der Suchmaske deine Postleitzahl ein, um die Geocaches in deiner Nähe zu finden. Wähle einen Cache auf der erscheinenden Liste aus oder wechsel zur Kartenansicht, um dort auf den Cache deiner Wahl zu klicken. Lese die Beschreibung und übertrage die angezeigten Koordinaten in deinen GPS-Tracker. Im Fall des iPhone lade dir eine Geocaching-App und suche dort direkt nach der Tracking-Nummer (steht auf der Geocache-Seite rechts oben) oder dem Namen. Natürlich kannst du auch alles innerhalb der App machen, doch die Webseite am Rechner ist eindeutig übersichtlicher und einfacher zu bedienen.

Grundlagen: Geocaching – was du benötigst

Die Grundausstattung sollte folgendes umfassen:

• GPS-Tracker wie zum Beispiel ein iPhone
• Zusatz-Akku
• Kugelschreiber
• Notizzettel
• Account bei einem Onlinedienst wie www.geocaching.com
• Geocaching-App wie Looking4Cache oder Geocaching©
• Taschenlampe (zur Not auch die im iPhone)
• Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit

Fortgeschrittene Geocachers ergänzen dies um diese Dinge:

• UV-Licht-Taschenlampe
• Multifunktionswerkzeug mit Pinzette
• Weitere Apps wie Geocaching Buddy und GCTools

 

Am Anfang solltest du deine Wahl auf einen traditionellen Geocache mit einer leichten Schwierigkeit und Geländewertung beschränken. Ist das iPhone mit den nötigen Daten gefüttert, kann es losgehen. Fährst oder läufst du in die Nähe des Caches und steuerst du dann mithilfe des iPhone so dicht wie möglich zu dem Versteck. Ganz treffen wirst du es vermutlich nicht, da dazu das GPS-Signal zu ungenau ist. Suche am „Ground Zero“ nach einem geeigneten Versteck für den Cache. Dazu solltest du zum einen auf Hilfestellungen im Listing achten und zum anderen die eigene Spitzfindigkeit nutzen.

Geocaches sind nie vergraben, aber liegen auch nicht auf dem Präsentierteller herum. Ein waches Auge auf Besonderheiten an Verkehrsschildern, Astgabeln oder Steinen bringt dich in der Regel ans Ziel. Trage dich in das Logbuch mit Datum und deinem Cacher-Namen ein. Verstecke den Geocache danach möglichst genauso, wie du ihn vorgefunden hast. Es widerspricht der Cacher-Netiquette, ein „besseres“ Versteck zu benutzen. Achte zudem darauf, der Umgebung keinen Schaden zuzufügen.

Virtuelle Souvenirjäger

Wieder zu Hause (oder schon unterwegs mit dem Online-Zugang deines iPhone), trägst du dich mit einem kleinen Kommentar im Online-Logbuch des Caches ein. Für deinen ersten Fund in einem Bundesland erhältst du ein virtuelles Souvenir. Gleiches gilt bei deinem ersten Fund in einem anderen Land oder an besonderen Tagen. Diese kleine Nichtigkeit erhöht den Druck, ständig und vor allem überall cachen zu müssen, leider noch mehr.

Hast du die ersten Erfahrungen gesammelt, traue dich ruhig an Multi- und Rätsel-Caches. Letztere werden auch oft als „Mystery-Caches“ bezeichnet und benötigst einiges an heimischer Vorarbeit. Multi-Caches kommen der traditionellen Schnitzeljagd recht nahe. Sie kennen dabei nur die erste aus einer ganzen Reihe von Stationen. Bei diesen findest du die Informationen, oft auch in Rätselform, um die nächsten zu finden, bis du schlussendlich den „Final“ erspähen kannst. Der enthält dann das Logbuch.

Die unterschiedlichen Geochaches

Die verschiedenen Geocaches sind unterschiedlichen Kategorien und Größen zugeordnet.
Traditioneller Cache: Dabei handelt es sich um den ursprünglichen Cache-Typus. Die gegebenen Koordinaten beschreiben den Ort des Caches.

Multi-Cache: Setzt sich aus mehreren Stationen zusammen. Jede einzelne Station trägt Informationen zum Finden des Finals bei.

Rätsel-Cache: Vor der Suche dieses oft auch Mystery-Cache genannten Geocaches muss erst ein Rätsel gelöst werden. In der Regel werden die Rätsel zu Hause gelöst.

Earth-Cache: Hierbei geht es weniger um das Finden eines Geocaches, sondern um das Besuchen eines besonderen Ortes. Zum Loggen muss der Geocacher Fragen beantworten und ein Foto oder eine Zeichnung an den Owner schicken.

Event-Cache: Ein zu einem speziellen Ereignis erstellter Geocache.

Nacht-Cache: Geocache, der sich nur bei Dunkelheit finden lässt. Dafür wird neben einer normalen Taschenlampe oft auch eine UV-Lampe benötigt, um Hinweise aus Spezialfarbe zu erkennen. Da der Nacht-Cache eigentlich keine eigene Kategorie ist, wird er immer unter der entsprechenden Kategorie – wie zum Beispiel traditioneller Cache –geführt.

 

Neben dem Aufenthalt an der frischen Luft fördert Geocaching das Kennenlernen der Umgebung. Egal ob zu Hause oder im Urlaub, schon ein traditioneller Cache zeigt dir Ecken, die du vorher vielleicht noch gar nicht kanntest. Gerade Rätsel-Caches sind manchmal darauf ausgelegt, Land und Geschichte einer Region besser kennenzulernen. Aber vergiss nicht, einen Zusatz-Akku einzupacken!

Workshop: Account anlegen und ersten Geocache auswählen

Workshop: Das Suchen des Caches mit Looking4Cache

Workshop: Das Loggen eines gefundenen Caches

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Geocacher sind doch die Leute die immer so herrlich unauffällig die Gegend absuchen.