Historische Quelltexte

Microsoft gibt Quelltexte von MS-DOS 1.1 und 2.0, Word für Windows 1.1 frei

Microsoft hat dem Computer History Museum die Erlaubnis zur Veröffentlichung der Quelltexte von MS-DOS 1.1 und 2.0, sowie Word für Windows 1.1 gegeben. Die drei Microsoft-Produkte sind von historischer Bedeutung, zuvor hatten schon Apple und Adobe alte Quelltexte veröffentlicht.

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MS-DOS 1.0 wurde als PC DOS 1.0 mit dem ersten IBM PC 1981 ausgeliefert und unterstützte weder Ordner noch Festplatten. IBM verzichtete darauf, selbst ein Betriebssystem zu schreiben und beauftragte Microsoft mit der Entwicklung eines einfachen Betriebssystems. Da Microsoft - zu dem Zeitpunkt vor allem für Basic-Interpreter bekannt - aber selbst keins besaß, kaufte man das QDOS von Seattle Computer Products und entwickelte es weiter.

Das Lizenzgeschäft von IBM hatte Folgen, denn "Big Blue" hielt nicht alle Rechte am PC DOS. Microsoft konnte also MS-DOS an andere Firmen lizenzieren. Die vielen PC-Klone führten zur Microsoft-Dominanz und dem Niedergang des älteren CP/M-Betriebssystems von Digital Research. Microsoft versuchte sich nun an weiteren Anwendungen, unter anderem der Textverarbeitung Word.

Unter DOS war Word zwar erfolgreich, aber nicht Marktführer - WordPerfect dominierte mit bis zu 50 Prozent Marktanteil den Markt. Erst mit Word für Windows begann die Word-Dominanz: 1992 war Microsoft Marktführer, fünf Jahre später war die Konkurrenz in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Die Version 1.1a aus dem Jahr 1991 hat Microsoft freigegeben, der Quelltext ist in C und x86-Assembler verfasst.

In der Reihe Historical Source Code hatte das Computer-Museum schon diverse Quelltexte mit Einwilligung der Hersteller veröffentlicht: Apple II DOS, Adobe Photoshop 1.0.1, MacPaint und QuickDraw. Auf anderen Seiten gibt es auch die Quelltexte von CP/M und der Benutzeroberfläche GEM, bei Ego-Shooter-Pionier id Software hat die Freigabe von Quelltexten Tradition, was dazu führt, dass Doom, Quake & Co. Jahre nach ihrem Erscheinen auf neue Systeme portiert werden.

Ähnliches dürfte mit MS-DOS 1.1 und Word für Windows nicht passieren, zumal die Veränderung und Compilierung der Quelltexte nur für den persönlichen Gebrauch und zur Forschung erlaubt ist. Die Veröffentlichung von Artikeln ist gestattet, diese dürfen aber lediglich 50 Zeilen Code zitieren.

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Naja, das um Jahre ältere Word1:mac halte ich für den Mac-Anwender als historisch bedeutsamer.
;-)

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