Eine neue Plattform

Stadia: Google stellt Cloud-Spieleplattform vor - keine neue Hardware notwendig

Während Apple in der kommenden Woche seine Videostreamingpläne vorstellen wird, geht Google einen anderen Weg und stellte im Rahmen der Game Developers Conference in San Francisco Pläne für Cloud-basierter Gaming vor. Unter der neuen Marke Stadia wird der Suchmaschinenriese in diesem Jahr einen Streamingdienst für Spiele vorstellen, der höchste Qualität unabhängig von der Plattform liefern soll - nur eine Internetverbindung wird benötigt.

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Im letzten Oktober startet Google mit Project Stream einen ersten Test und ließ Spieler im Google Chrome-Browser Assassin's Creed Odyssey spielen. Die Erfahrung lief äußerst stabil bei einer Auflösung von 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde. Der Feldversuch machte einen guten Eindruck. Mit Stadia möchte Google jedoch deutlich mehr als nur 1080p bei 30 FPS liefern. Während der heutigen Vorstellung kündigte man an, dass man den Dienst bereits zukunftsicher machen wird und später eine Auflösung von 8K bei mehr als 120 Bildern pro Sekunde unterstützen wird. Zum Start später in diesem Jahr peilt man jedoch erst einmal 4K mit 60 FPS, HDR sowie Surround Sound an.

Stadia: Die Power liegt in den Datenzentren

Während Google eine native 4K-Auflösung und weitere High-End-Features abliefern möchte, soll zu jeder Zeit auch ein zweiter Stream mit gleichen Eigenschaften möglich, um diesen auf YouTube bereitzustellen. Im Gegensatz zum Einsatz auf heimischen Konsolen oder Computern sollen Sie dadurch beim Spielen keine Abstriche in Sachen Performance mehr hinnehmen müssen. Nach aktuellem Stand wird man zudem jedem Spieler eine Grafikleistung von 10,7 Teraflops bereitstellen, das entspricht etwa der vereinten Leistung einer Xbox One X und einer PS4 Pro. Allerdings wird keine neue Hardware benötigt, um am Spielgeschehen teilzunehmen. Sie können auch schnell von einer PS4 auf Stadia wechseln, da Google Crossplattform-Unterstützung angekündigt hat und sogar den Transfer von Spielständen ermöglichen will. 

Laut Google können Tablets, Smartphones, Laptops und sogar Fernseher kinderleicht für die Nutzung eingerichtet werden. Es wird weder Download, Installation noch Update benötigt, um zu spielen. Diese Aufgaben übernehmen Googles Datenzentren, die auch ständig mit besserer Hardware aufgerüstet werden, sodass Sie stets die bestmögliche Qualität erhalten. Gleichzeitig verspricht das Unternehmen auch, dass Sie nahtlos zwischen Ihren Geräten wechseln können – ohne zu speichern. Sie starten exakt dort, wo Sie zuvor aufgehört haben. 

Multiplayer auf ein neues Level gehoben

Das Cloudgaming bietet vor allem im Multiplayer einen großen Vorteil. Sämtliche Prozesse werden in Googles Datenzentren berechnet und sind daher nicht mehr abhängig von der Hardware der einzelnen Spieler. Zugleich gab Google an, dass man auf diese Weise auch problemlos 1.000 Spieler und mehr auf einer Karte miteinander spielen lassen kann. Da alles in Googles Cloud berechnet wird, legt man auch Cheatern das Handwerk. Doch nicht nur Online bringt dies Vorteile. Auch lokal soll somit ein kompromissloses Multiplayer-Erlebnis möglich werden. Bisher waren Splitscreen-Modi stets mit Einschränkungen bei der Grafik und niedrigen Bildraten versehen, die mit Stadia der Vergangenheit angehören sollen.

Coole Features für Entwickler und Spieler

 Mit State Share wird Google ein bisher einmaliges Feature einführen. Die Funktion soll es ermöglichen einen Moment aus einem Spiel zu teilen. Anders als bisher erfolgt dies nicht in Videoform, sondern als spielbares Erlebnis. Konkret kann der gesamte Moment – die Parameter der Spielwelt, die Position des Spielers sowie das Inventar – in einen Link verwandelt und mit anderen geteilt werden.

(Bild: Google)

Sie können mit vorhandenen Controllern spielen oder den Google Stadia Controller verwenden. Letzterer bietet Ihnen einmalige Möglichkeiten, da er ein Mikrofon für den Google Assistant integriert hat und Ihnen dadurch während des Spielens mit Rat zur Seite steht. Wenn Sie beispielsweise Hilfe an einer Stelle im Spiel benötigen, kann der Assistant auf YouTube nach entsprechendem Material suchen und bringt Sie im Video direkt zu der Stelle, an der Sie feststecken. Anschließend können Sie nahtlos in das Spielgeschehen zurückkehren.

Einen Releasetermin oder ein Preismodell nannte Google noch nicht. Derzeit plant man aber, dass der Dienst noch in diesem Jahr in den USA, Kanada, Großbritannien sowie in weiten Teilen Europas starten wird. Mehr Informationen möchte man dann im Sommer liefern.

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