Snowden: CIA versucht seit Jahren Hintertüren in iOS und OS X einzubauen

Der US-Geheimdienst CIA versucht offenbar seit Jahren Apples Sicherheitsmaßnahmen bei seinen Betriebssystemen iOS und OS X auszuhebeln. Aus Dokumenten des Whistleblowers Edward Snowden geht hervor, dass Apple spätestens ab 2010 versucht hat, die Verschlüsselung von Apples Firmware der A4-Prozessoren zu knacken. Auch den Kernel des Betriebssystems OS X versuchte die CIA mit einem Keylogger zu infiltrieren.

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Der US-Geheimdienst CIA versucht offenbar bereits seit Jahren Apples Verschlüsselung zu knacken. In den Jahren von 2010 und 2012 wurden auf CIA-Veranstaltungen mehrere Präsentationen gehalten, die sich mit der Entschlüsselung von Apples Firmware beschäftigen. Auch mehrere Ansätze um Hintertüren in die beiden Betriebssysteme OS X und iOS über Werkzeuge für Entwickler einzuschleußen werden in den geleakten Präsentationen beschrieben.

Die Informationen stammen aus Dokumenten des Whistleblowers Edward Snowden. Die Webseite The Intercept hatte die Dokumente am vergangenen Dienstag veröffentlicht. Die ersten Präsentationen wurden den Dokumenten zufolge auf der jährlich stattfindenden Trusted Computing Base Jamboree, die vom Informations Operations Center der CIA veranstaltet wird, vorgestellt.

2010 drehten sich die Dokumente noch um das iPhone 3GS. Die CIA diskutierte offenbar Möglichkeiten, um Schad-Software in das Gerät einschleußen zu können. Außerdem erwähnt die Präsentation mehrere Jailbreaks für das iPhone 3GS. In den folgenden Jahren wurden die Angriffswege elaborierter. So versuchte die CIA offenbar erfolglos den Kryptographie-Schlüssel aus Apples Firmware des A4-Prozessors zu extrahieren.

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Der A4-Prozessor treibt das iPhone 4, den iPad touch und das iPad der ersten Generation an. Der Schlüssel ist im Chip selbst hinterlegt. Die CIA versuchte den Schlüssel mithilfe einer Analyse elektromagnetischer Emissionen zu knacken. Auch die Verschlüsselung des A5-Prozessors versuchte die CIA zu knacken. Allerdings liefern die Dokumente hierzu keine Details. Wer mehr wissen will, wird in den Präsentationen an die CIA verwiesen.

Die CIA ging sogar soweit eine modifizierte Version der Entwicklerumgebung Xcode herzustellen, um an die Schlüssel der Software von App-Entwicklern zu gelangen und somit Hintertüren in einzelne Apps einbauen zu können. Auch den Update-Installer von OS X wollte die CIA infiltrieren, um einen Keylogger im Kernel von OS X unterbringen, der alle Tastatureingaben des Nutzers mitschneiden kann. Über den Erfolg der meisten Versuche sagen die Präsentationen leider nichts aus.

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Da passt doch was nicht, oder will Apple sich selber hacken?
"... dass Apple spätestens ab 2010 versucht hat, die Verschlüsselung von Apples Firmware der A4-Prozessoren zu knacken."

Qualitätsjournalismus

Hätte Könnte wollte … wenn es doch nur mal eine definitive Aussage geben würde, ob sie denn nun Erfolg hatten oder nicht, das ist hier die große Gretchenfrage. Leider leider findet sich nicht ein Beweis, das sie es können, konnten oder jemals wirklich ernsthaft versucht haben.
Scha de auch, das Apple dazu keine Aussagen macht, denn dann könnte man tatsächlich doch persönliche Rückschlüsse ziehen.
Aber offensichtlich scheint es wohl doch so zu sein, das sich die Geheimdienste nach wie vor die Zähne daran ausbeißen. (freut mich irgendwie)
Allerdings muss man da auch mal weiter denken … wie Datengierig muss man als Geheimdienst sein, das man alles und jedem partout überwachen können will. Was steckt da wirklich dahinter? Kann das wirklich nur die Terrorbekämpfung sein? Wohl kaum, denn Terroristen verwenden keine Geräte, die von ihrem Gott nicht erlaubt sind. Die haben längst einen anderen Weg gefunden, sicher und unbeobachtet mit einander zu kommunizieren. Ich denke ehr, das hat wohl eher was mit der unangefochtenen Kontrolle aller zu tun … Kontrolle, Macht und Einfluss … mehr nicht. Wie kann es auch sein, das die Menschen es sich erlauben, frei und unkontrolliert leben zu wollen.

Schön, dass wir alles Häppchenweise serviert bekommen. Da hocken die Leute auf den Informationen von Snowden (der sein Leben in Gefahr gebracht hat) und präsentieren dann immer nur ein paar Infos. Damit die Leser treu bleiben. Hier geht's doch gar nicht um Aufklärung, sondern um die Gewinnung von Lesern und Ansehen.

Sie haben es versucht. Aber nicht geschafft. Statt dessen haben sie mit Google zusammen in den Androiden NSA Code eingepflanzt. Ob davon heute noch die eine oder andere Wurzel oder ein Blättchen Blüten treibt?

Top-Secret-Dokumente sind nicht mehr top secret, wenn sie öffentlich sind. So what ...

Bleibt die Frage, wem man vertraut: Einem Menschen, der seine Eide bricht und mit Russland paktiert? Mir widerstehen diese News aus der "gelenkten Demokratie". Wenn Ihre Recherche eine seriöse Quellenlage ergibt, also zweibubabhöngig voneinander agierende Personen, die den gleichen Sachverhalt dokumentieren, wird es Ihnen sicher möglich sein, statt des im Stile eines "Anfixers" agierenden Snowden, dem Spion, der in die Kälte ging, auch seriöse Quellen zu nennen.

nichts genaues weiss man nicht

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