Smart Bikes: Gadget und Fahrrad treffen aufeinander – das musst du wissen

Das eigene Rad aufrüsten, Orientierung, Schlösser

Das eigene Rad aufrüsten

Wem all diese zukunftsweisenden Räder zu teuer sind, wer aber dennoch nicht auf einen gewissen modernen Komfort verzichten möchte, der kann seinen eigenen zweirädrigen Gefährten weit günstiger aufrüsten. Ein veritables E-Bike bekommt man mit der Anschaffung des SmartWheels (999 Euro). Dieses in verschiedenen Größen erhältliche Hinterrad enthält einen Motor, der sich per Bluetooth mit dem iPhone und einer BitRide genannten App verbindet. Die Anwendung sammelt Daten, schlägt Routen vor und beinhaltet eine Steuerung, mit der man die gewünschte Leistung des nur 3 Kilogramm schweren Zusatzmoduls bestimmt (flykly.com).

Weniger als ein Kilo wiegt der elektrische Antrieb add-e (890 – 1.100 Euro), den man einmalig zwischen Tretlager und Hinterreifen montiert, um anschließend für jede Fahrt nur noch ein sogenanntes DriveUnit anzustecken. Der dazugehörige Akku hat die Form einer Trinkflasche und wird in einer entsprechenden Halterung angebracht (add-e.at).

Nur zwei Minuten benötigt man für die Montage der Connected Cycle Pedals (189 Euro). Diese auf den ersten Blick lediglich bunten Fahrradpedale sind mit einer App verbunden und warnen den Besitzer, wenn sein Rad ungewünscht bewegt wird. Zusätzlich kann man in der App nachsehen, wo man sein Rad geparkt hat. Weitere Fähigkeiten sind in der Anwendung gesammelte Daten wie Geschwindigkeiten, Routen und verbrannte Kalorien, die in Statistiken sichtbar werden. Das Beste: Die Pedale laden sich selbst auf und benötigen weder Akkus noch Batterien (connectedcycle.com).

Zwei sehr brauchbare Funktionen bieten das Rücklicht Fly6 (125 Euro) und das Vorderlicht Fly12 (256 Euro) von Cycliq. Neben hervorragenden Lichtquellen mit 400 bzw. 30 Lumen hellen LED-Lichtern ist in jedes Gerät eine Kamera eingebaut, die nicht nur besonders ereignisreiche und wichtige Fahrten aufzeichnen kann, sondern auch brenzlige Situationen im Straßenverkehr. Während in dem Fly6 eine 8-GB-microSD-Karte steckt, bietet Fly12 sogar HD-Aufnahmen und eine 16-GB-microSD. Mit der komplementären App kann man Einstellungen justieren, seine Aufnahmen anschauen, Clips mit Freunden teilen oder direkt auf Social-Media-Kanäle hochladen. Außerdem wird man alarmiert, sobald sich jemand am Fahrrad zu schaffen macht (cycliq.com).

Licht und Kamera in einem: Cycliq Fly
Licht und Kamera in einem: Cycliq Fly (Bild: Hersteller)

Wem vornehmlich die Sichtbarkeit am Herzen liegt, sollte sich die Revolights (189 Euro) anschaffen. Diese werden an den Reifen montiert und bieten ein 360°-Licht, das beim Fahren aussieht, als habe man vorne einen weißen und hinten einen roten, hell leuchtenden Halbmond im Rad. Die Eclipse+ genannte erweiterte Version der Revolights (219 Euro) sichert dem Käufer eine Verbindung zu einer App und zusätzliche Services wie ein Blinken der Lichter beim Abbiegen, das Sammeln von Fahrdaten, Wettervorhersagen und eine Anzeige über den Batteriestatus der Lichter. Eclipse+ ist auch für die AppleWatch erhältlich (revolights.com).

Mit dem bereits weiter vorne erwähnten System Cobi, auf das Schindelhauer vertraut, kannst du auch dein Fahrrad um diverse Fähigkeiten erweitern. Neben einem großen, hell strahlenden Licht bietet das einfach am Lenker zu installierende Cobi-Gehäuse eine iPhone-Halterung. Über die dazugehörige App lässt du dir deine Wegbeschreibung anzeigen, liest Nachrichten, navigierst durch deine Musiklisten oder tätigst Anrufe. Deine Klingel ersetzt Cobi mit einem vom Handy kommenden Ton. Ein Warnsignal auf dem iPhone weist auf möglichen Diebstahl hin und ein komplementäres Rücklicht kann durch Blinken anzeigen, wohin du abbiegst und erstrahlt heller, wenn du bremst. Gespeicherte Daten wie Fitnesswerte geraten bei so vielen Möglichkeiten ebenso in den Hintergrund wie die Ladefunktion für Ihr iPhone. Die einfache Version kostet 229 Euro, mit Rücklicht 259 Euro (cobi.bike).

Orientierung

Eine der wichtigsten Hilfen, die ein zusätzliches Gerät am Fahrrad bieten kann, ist die Unterstützung bei der Navigation. Einen magischen Kompass verspricht das Unternehmen Onomo mit dem Produkt Haize (90 Euro). Das schlicht mit einem Gummiband am Lenker zu befestigende, armbanduhrgroße Gerät kann mit einer App verbunden werden, in der man seinen Zielpunkt einträgt. Auf dem runden Bildschirm von Haize erscheinen daraufhin am Rand Lichtpunkte, die indizieren, in welche Richtung man fahren muss, und im Zentrum ein grün blinkender Punkt, der die Nähe zum Ziel vermittelt. Haize sollten somit all diejenigen nutzen, die etwas freier unterwegs sein wollen, auch wenn das Gerät als Alternative eine detaillierte Turn-by-Turn-Navigation anbietet (onomo.net).

Der minimalistische Wegweiser Haize steuert einen durch die Stadt.
Der minimalistische Wegweiser Haize steuert einen durch die Stadt. (Bild: Hersteller)

Einen ganz ähnlichen Service erhält man mit Beeline (62 Euro). Den Wegweiser ähnlicher Größe schnallt man mit einem Silikonband um den Lenker. Fortan zeigt ein unter jedweden Witterungs- und Sichtverhältnissen strahlend heller Pfeil, wohin man fahren muss. Zusätzlich werden die verbleibenden Kilometer angezeigt, die man vom Ziel entfernt ist. Beeline kann außerdem die Geschwindigkeit, die Distanz zum Ziel, den Batteriestatus und die Uhrzeit abbilden. Eine robuste, wetterfeste Schale und eine lange Akkulaufzeit runden das Angebot des überzeugenden Gadgets ab (beeline.co).

Mit Beeline kommt man ohne Audio-Kommentare zum Ziel.
Mit Beeline kommt man ohne Audio-Kommentare zum Ziel. (Bild: Hersteller)

Sprichwörtlich ein paar Schritte weiter geht SmartHalo (140 Euro). Auch diese Navigationshilfe befestigt man am Lenker, jedoch wird sie dauerhaft festgeschraubt. Hauptkennzeichen des SmartHalo ist ein bunter Lichterkreis, der – genau wie Haize und Beeline – dem Nutzer über Signale anzeigt, wohin er zu fahren hat. Die zugehörige App zeigt darüber hinaus an, wo man sein Rad geparkt hat und sammelt Informationen wie die gefahrene Zeit, die zurückgelegte Strecke, Höhenangaben, den Kalorienverbrauch oder Geschwindigkeiten. Ausgewählte Farben spiegeln am SmartHalo wider, wie nah man vorab festgelegten Fitnesszielen während der Fahrt kommt. Darüber hinaus erhält man mit dem SmartHalo diebstahlsichere Schrauben, ein integriertes, automatisch an und aus gehendes Licht, eine Alarm-Funktion, einen persönlichen Anrufassistenten sowie Wetteransagen (smarthalo.bike).

Das SmartHalo bietet Navigation und viele zusätzliche Services.
Das SmartHalo bietet Navigation und viele zusätzliche Services. (Bild: Hersteller)

Schlösser

Wer jemals in eisiger Kälte oder bei Regen sein Fahrradschloss öffnen musste, weiß die Innovation des Noke-Padlock-Schlosses (70 Euro) und seines großen Bruders U-Lock (110 Euro) zu schätzen. Beide funktionieren ohne Schlüssel über eine Bluetooth-Verbindung zum iPhone. Alles, was man als Besitzer eines solchen Schlosses tun muss, ist sich seinem Fahrrad zu nähern. Die Schlösser erkennen automatisch das gekoppelte Gerät und sind ad hoc zum Öffnen bereit, das Smartphone muss dazu nicht einmal aus der Tasche geholt werden. Während das Padlock dem klassischen Vorhängeschloss ähnelt und am besten in Verbindung mit einer Kette funktioniert, ist das U-Lock ein schickes Bügelschloss. In der Noke-App lassen sich mehrere Schlösser handhaben, auch Fremden kann mit wenigen Klicks Zugang gewährt werden. Die Temperaturen zwischen -23° und +65° aushaltenden Schlösser haben eine Akkulaufzeit von über einem Jahr, können mit einer externen Batterie im Notfall eine Art Starthilfe bekommen und unabhängig vom iPhone mit einem klickbaren Code geöffnet werden. Für das Padlock bietet Noke zusätzlich ein Kabel und eine Fahrrad-Halterung an (40 Euro). Das U-Lock wiederum lässt einen abschreckend lauten Alarm ertönen, wenn sich jemand länger als drei Sekunden am Schloss zu schaffen macht (noke.com).

(Bild: Hersteller)

Nicht minder speziell und neuartig ist Grasp, ein Bügelschloss, das man mit seinem Finger öffnet. Im Griff des modern aussehenden Schlosses befindet sich ein Sensor, der die Fingerabdrücke des Besitzers erkennt. Doch anders als bei herkömmlichen Bügelschlössern befindet sich die Öffnung des Grasp am unteren Ende und gleitet automatisch auseinander. Die Schenkel des Schlosses dehnen sich, wenn man es an sich zieht oder gegen die Fahrradstange drückt und schließen sich direkt wieder zu einer nicht zu brechbaren Einheit. Der Vorgang könnte einfacher nicht sein: Finger auf den Sensor legen, Schloss abziehen oder aufstecken, Finger vom Sensor nehmen, fertig. Die Hand muss für den Schließvorgang nicht vom Schloss genommen werden. Speichert man in der dazugehörigen App Fingerabdrücke von Freunden, können auch diese Grasp nutzen.

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