Apple wird in den kommenden Monaten weiterhin mit Lieferengpässen bei Mac Mini und Mac Studio zu kämpfen haben. Das gab CEO Tim Cook während der Telefonkonferenz zu den Geschäftsergebnissen des zweiten Quartals des Geschäftsjahres 2026 bekannt.
- Apple erwartet mehrere Monate bis zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage bei Mac Mini und Mac Studio.
- Die Nachfrage nach beiden Geräten übertrifft Apples Prognosen aufgrund ihrer Eignung für KI-Anwendungen deutlich.
- Eine globale Speicherchip-Knappheit verschärft die Situation zusätzlich, viele Konfigurationen sind komplett ausverkauft.
Nachfrage übertrifft Erwartungen deutlich
„Wir gehen davon aus, dass es mehrere Monate dauern wird, bis Mac Mini und Mac Studio wieder ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage erreichen“, erklärte Cook. Apple habe die Nachfrage nach beiden Geräten unterschätzt. „Beide sind erstklassige Plattformen für KI und agentenbasierte Tools, und die Kunden erkennen das schneller als von uns vorhergesagt. Deshalb verzeichnen wir eine höher als erwartete Nachfrage“, so der Apple-Chef.
Lieferzeiten von mehreren Monaten
Die Verzögerungen bei der Auslieferung von Mac Mini und Mac Studio haben sich in den vergangenen Monaten kontinuierlich verschärft. Für einige Konfigurationen betragen die Wartezeiten mittlerweile mehrere Monate. Apple hat bereits im März die Option für 512 Gigabyte Arbeitsspeicher beim Mac Studio komplett aus dem Sortiment genommen. Anfang April stoppte das Unternehmen die Annahme von Bestellungen für bestimmte Modelle mit höheren Arbeitsspeicherkapazitäten.
Das Basis-Modell des Mac Mini war bereits in der vergangenen Woche im Apple Online Store als „Derzeit nicht verfügbar“ gelistet, da es ausverkauft war. Besonders betroffen sind Konfigurationen mit 32 oder 64 Gigabyte RAM beim Mac Mini sowie Modelle mit 128 oder 256 Gigabyte RAM beim Mac Studio.
DRAM steht für Dynamic Random Access Memory und bezeichnet den Arbeitsspeicher in Computern. Diese Chips speichern Daten temporär, solange das Gerät eingeschaltet ist, und ermöglichen schnellen Zugriff auf laufende Programme. Die aktuelle Knappheit entsteht, weil KI-Server-Hersteller große Mengen an Arbeitsspeicher benötigen und die Produktion nicht mit der Nachfrage Schritt hält.
Globale Speicherchip-Knappheit als Hauptgrund
Die Lieferprobleme sind in erster Linie auf eine weltweite Knappheit bei Speicherchips zurückzuführen. Die Nachfrage von Unternehmen, die KI-Server mit großen Mengen an Arbeitsspeicher bauen, hat zu einer deutlichen Verknappung der verfügbaren DRAM-Chips geführt. Die Preise für Speicherchips liegen weiterhin deutlich über dem historischen Durchschnitt, auch wenn sie sich zuletzt leicht stabilisiert haben oder minimal gesunken sind.
Andere Konfigurationen, die noch verfügbar sind, weisen ebenfalls lange Lieferzeiten auf. Die geschätzten Lieferfristen reichen von einem bis zu drei Monaten. Bei einigen Mac-Studio-Modellen mit maximaler RAM-Ausstattung erstrecken sich die Wartezeiten sogar auf vier bis fünf Monate.
KI-Anwendungen treiben Nachfrage
Ein zusätzlicher Faktor für die gestiegene Nachfrage ist die zunehmende Verbreitung von Desktop-KI-Systemen. Anwendungen wie OpenClaw oder die neue Codex-App von OpenAI setzen auf leistungsstarke Desktop-Rechner mit viel Arbeitsspeicher. Viele dieser KI-Agenten sind derzeit ausschließlich für den Mac verfügbar, was die Nachfrage nach entsprechend ausgestatteten Geräten zusätzlich antreibt.
Die aktuellen Mac-Studio-Modelle verfügen über eine Mischung aus M4-Max- und M3-Ultra-Chips, da Apple keinen M4-Ultra-Chip entwickelt hat. Für die kommende Generation werden M5-Max- und M5-Ultra-Chips erwartet, wobei unklar ist, wann Apple angesichts der Lieferengpässe ein Update veröffentlichen wird.









