Apple hat seine Quartalszahlen für das zweite Geschäftsquartal 2026 veröffentlicht und dabei beeindruckende Rekordwerte erzielt. Mit einem Umsatz von 111,2 Milliarden US-Dollar und einem Nettogewinn von 29,6 Milliarden US-Dollar markiert das Unternehmen das beste März-Quartal seiner Unternehmensgeschichte.
- Apple erzielte im zweiten Geschäftsquartal 2026 einen Umsatz von 111,2 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn von 29,6 Milliarden US-Dollar – beides Rekordwerte für ein März-Quartal.
- Das iPhone 17 und das neue MacBook Neo treiben das Wachstum, wobei Apple die Nachfrage nach dem MacBook Neo deutlich unterschätzt hat.
- Lieferengpässe bei fortschrittlichen Chips betreffen vor allem Mac mini, Mac Studio und MacBook Neo, während steigende Speicherkosten die Margen belasten.
Starkes Wachstum in allen Produktkategorien
Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 17 Prozent, wobei alle fünf Produktkategorien Zuwächse verzeichneten. Das iPhone führte mit 57 Milliarden US-Dollar die Liste an – ein Plus von 21,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Services-Sparte erreichte mit 31 Milliarden US-Dollar erneut einen Allzeitrekord und wuchs um 16,3 Prozent.
Auch die anderen Produktlinien zeigten solide Ergebnisse: Das iPad generierte 6,9 Milliarden US-Dollar (plus 8,0 Prozent), der Mac 8,4 Milliarden US-Dollar (plus 5,7 Prozent) und die Kategorie Wearables, Home und Accessories 7,9 Milliarden US-Dollar (plus 5,0 Prozent).
iPhone 17 und MacBook Neo treiben Nachfrage
Tim Cook, der noch bis September als CEO amtiert, zeigte sich hocherfreut über die Entwicklung: „Apple ist stolz darauf, unser bestes März-Quartal aller Zeiten zu präsentieren, mit einem Umsatz von 111,2 Milliarden US-Dollar und zweistelligem Wachstum in allen geografischen Regionen.“ Besonders hob er die außergewöhnliche Nachfrage nach der iPhone-17-Familie hervor, die zu einem März-Quartalsrekord beim iPhone-Umsatz führte.
Die Bruttomarge zeigt, wie viel Prozent des Umsatzes nach Abzug der direkten Produktionskosten als Gewinn übrig bleibt. Bei Apple lag sie im zweiten Quartal 2026 bei 49,3 Prozent, das heißt von jedem eingenommenen Dollar bleiben etwa 49 Cent nach Produktionskosten übrig. Eine hohe Bruttomarge gilt als Zeichen für starke Preissetzungsmacht und effiziente Produktion.
Das neu eingeführte MacBook Neo sorgte für unerwartete Begeisterung. Cook räumte ein, dass Apple die Nachfrage deutlich unterschätzt habe. Besonders bemerkenswert: Ganze Schulbezirke wechseln von Chromebooks und Windows-Laptops zum MacBook Neo. Der Bezirk Kansas City Public Schools beispielsweise stellt seine gesamten High Schools auf Apple-Geräte um.
Lieferengpässe bei beliebten Produkten
Trotz der positiven Zahlen kämpft Apple mit Versorgungsproblemen. Die Engpässe betreffen hauptsächlich die Verfügbarkeit fortschrittlicher Chip-Fertigungsknoten, auf denen Apples Prozessoren produziert werden. Besonders betroffen sind Mac mini, Mac Studio und MacBook Neo.
CFO Kevan Parekh erklärte, dass es bei Mac mini und Mac Studio mehrere Monate dauern könnte, bis Angebot und Nachfrage wieder im Gleichgewicht sind. Der Grund: Die Kundschaft erkennt schneller als erwartet, dass diese Geräte hervorragende Plattformen für KI und agentenbasierte Tools sind.
Geografisches Wachstum mit Fokus auf Asien
Alle geografischen Regionen verzeichneten zweistellige Wachstumsraten. Besonders stark entwickelte sich Greater China mit einem Plus von 28,1 Prozent. Cook zeigte sich begeistert vom chinesischen Markt, wo das iPhone das meistverkaufte Modell in urbanen Gebieten war.
Auch Indien rückt stärker in den Fokus. Cook bezeichnete den Markt als „riesige Chance“ und betonte, dass Apple dort noch einen bescheidenen Marktanteil habe. Die Mehrheit der Käuferinnen und Käufer in allen Produktkategorien seien Neukunden, was auf ein erhebliches Wachstumspotenzial hinweise.
Steigende Speicherkosten belasten Margen
Die Bruttomarge lag bei 49,3 Prozent, ein Anstieg um 1,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal. Allerdings warnte Parekh vor steigenden Speicherkosten, die in den kommenden Quartalen zunehmend Druck auf die Margen ausüben werden. Für das laufende Quartal erwartet Apple eine Bruttomarge zwischen 47,5 und 48,5 Prozent.
Investitionen in KI und US-Fertigung
Apple intensiviert seine Investitionen in Künstliche Intelligenz deutlich. Cook betonte, dass die Forschungs- und Entwicklungsausgaben schneller wachsen als das Gesamtunternehmen. Die Zusammenarbeit mit Google im KI-Bereich verlaufe gut, gleichzeitig arbeite Apple aber auch intensiv an eigenen Lösungen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der US-Fertigung. Apple kündigte an, die Produktion des Mac mini noch in diesem Jahr nach Amerika zu bringen und erweitert dafür seine Produktionsanlagen in Houston. Bei TSMC in Arizona will Apple über 100 Millionen fortschrittliche Chips abnehmen.
Führungswechsel im September
Der Quartalsbericht war einer der letzten unter der alleinigen Führung von Tim Cook. Im September übergibt er den CEO-Posten an John Ternus und wird Executive Chairman. Ternus, der erstmals kurz bei der Telefonkonferenz zu Wort kam, bezeichnete dies als „unglaubliche Ehre“ und betonte, dass er Cooks Ansatz der durchdachten und disziplinierten Finanzführung fortsetzen werde.
Ausblick auf das dritte Quartal
Für das laufende dritte Geschäftsquartal prognostiziert Apple ein Umsatzwachstum von 14 bis 17 Prozent im Jahresvergleich. Die Services-Sparte soll ähnlich stark wachsen wie im März-Quartal. Die Prognose berücksichtigt anhaltende Lieferengpässe und geht davon aus, dass die aktuellen globalen Zollpolitiken bestehen bleiben.
Apple erhöhte zudem die Quartalsdividende auf 0,27 US-Dollar pro Aktie und kündigte ein neues Aktienrückkaufprogramm über 100 Milliarden US-Dollar an. Gleichzeitig gab das Unternehmen bekannt, dass es das formale Ziel der „Netto-Cash-Neutralität“ aufgibt, um flexibler bei Investitionsentscheidungen zu sein.







