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Ein wohlwollender Kommentar

iTunes – vom Gewinner zum Verlierer

Wenn Sie iTunes hören, denken Sie an Apple. Selbst wenn Sie kein Apple-Nutzer sind, haben zumindest viele von Ihnen von iTunes schon gehört. Immerhin ist dieser Name eng verbunden mit dem Erfolg von Apples iPod und dem Verkauf digitaler Musik. Es folgten Jahre, die in die Technik- und Musikgeschichte eingingen. Der Hersteller aus Cupertino hatte einen Klassenprimus präsentiert. Dem legte der Konzern aber nach und nach immer mehr Steine in den Rucksack und machte so aus einem Gewinner einen Verlierer, der im Jahr 2019 der Konkurrenz in ganz vielen Bereichen hinterher läuft. Doch es gibt auch einen Silberstreif am Horizont.

iTunes – vom Gewinner zum Verlierer

Apple selbst tat mit der Veröffentlichung des iPod (classic) einen mutigen Schritt, der in der Rückschau trotz allem ein wenig „überhastet“ scheint, wenn man sich iTunes anschaut. Zwar wurde aus einer Idee in einem Konferenzraum ein Produkt, das Geschichte schrieb. Doch die erste Version der Software basiert in großen Teilen auf dem Programm „SoundJam MP“ von Casady & Green, das Apple damals einkaufte.

iTunes 5
iTunes 5 (Bild: Oldapps.com)

Der erfolgreiche Beginn

Die erste Version von iTunes erschien im Januar 2001. Sie ähnelte der vorher genannten Software stark, brachte aber zusätzlich unter anderem eine Playlist-Verwaltung mit. Diese gibt es noch heute. Doch schon damals war sie kein echtes Alleinstellungsmerkmal, für manchen iPod-Käufer allerdings schon. Entsprechend milde fiel das Urteil über die Software seinerzeit aus.

Expansion – muss das sein?

Doch Apple wollte in jedem Fall nicht einfach nur die Früchte des Erfolgs ernten. Auch weil weitere Technologien es ermöglichten, war die Expansion unausweichlich und die App zur „Medienverwaltung“. Damit hob Apple erst ein Grab aus und schüttete es mittlerweile so voll, dass ein ganzer Berg angehäuft wurde. Diesen Berg stellen Sie sich bitte analog zur Eier legenden Wollmilchsau vor.

iTunes 6
iTunes 6 (Bild: Oldapps.com)

Wenn Sie iTunes im Laufe der Jahre beobachtet haben, kamen zwar immer neue Funktionen hinzu, aber blieb der Zugang zu den Inhalten immer der gleiche. Aber so wie die Summe der Teile etwas Anderes ist als die einzelnen Teile, macht es keinen Sinn, alle Medien gleichartig zu behandeln. Apple war allerdings angestachelt vom Erfolg des iPod und suchte nach weiteren Wegen, digitale Produkte zu verkaufen.

Eine Software für Alles?

Mit iTunes konnten Sie dann, nach der Veröffentlichung des iPhones und später noch des iPads, auch Apps, Videos und Musik mehr schlecht als recht verwalten. Sie durften mit iTunes auch Dokumente verwalten und E-Books synchronisieren. Aber bei all der Synchronisation gab es keinerlei Individualität. Entweder alles oder nichts, und dann eben der zwingende Umweg über iTunes, um Dateien auf die Geräte zu bekommen, ist vielen Nutzern schon lange ein Dorn im Auge.

iTunes 7
iTunes 7 (Bild: Oldapps.com)

iTunes über die Jahre: Stückwerk mit dauernder Modellpflege

Geht es Ihnen ähnlich? Der Eindruck: Apple verändert die iTunes-Software zwar ständig, doch so richtig besser wird sie in der Bedienung einfach nicht. Gerade in den letzten 10 Jahren gab es viele große Versionssprünge, mit denen alles besser werden sollte.

Ende 2009 erschien iTunes 9, das ein neues Design des iTunes Store mitbrachte. iTunes 10 erschien nur ein Jahr später mit dem sozialen Netzwerk „Ping“, das aber wegen Erfolglosigkeit rasch wieder geschlossen wurde. Schon damals dachten die Nutzer, dass Apple sich nicht ums Wesentliche kümmere. 2012 erschien iTunes 11 und bot ein neues Design an, das allerdings nicht bei jedem gut ankam. iTunes 12 erschien 2014. Seitdem gab es keinen großen Versionssprung mehr. Optisch hat sich die Software natürlich gemacht, in Ihrer Funktion wirkt sie in vielen Belangen jedoch noch genauso wie zu Beginn.

iTunes 11
iTunes 11 (Bild: Oldapps.com)

Silberstreif am Horizont

Mittlerweile sucht Apple aber nicht mehr die Eier legende Wollmilchsau, sondern hat in den letzten Jahren „diversifiziert“ und brachte für beinahe jeden Bereich eine eigene App heraus. Apps für iOS wurden mit iTunes 12.7 vom Mac gänzlich entfernt und dank der umfangreichen Integration von iCloud (Drive) werden E-Books, Fotos und weitere Medien über die jeweiligen Apps (Fotos, Bücher und andere) ansprechender verwaltet. Die Synchronisierung erfolgt dabei automatisch, wenn Sie wollen.

iTunes 4
iTunes 4 (Bild: Oldapps.com)

WWDC 2019: Was bringt die Zukunft?

Apple hat bereits damit begonnen, iOS und macOS über ein gemeinsam genutztes Framework zu verzahnen. So fanden beispielsweise die Aktien- oder Home-App den Weg auf den Mac. Die Musik-App am iPhone und iPad könnte folgen, ebenso wie eine dezidierte Videos-App oder eben die TV-App, die angesichts der angekündigten Umstellungen von Apple TV+ und TV Channels nur Sinn macht.

So könnte Apple die Medienverwaltung noch weiter entzerren und iTunes entlasten. Die Synchronisierung und das Backup von iOS-Geräten könnte man als Systemdienst in die Einstellungen auslagern, wie es zuletzt auch wieder mit dem Update-Vorgang für macOS geschah. Und iTunes? Ja, das wäre dann vielleicht Geschichte. Aber das ist es ja so oder so.

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iTunes ist eines der schlimmsten Stücke Software die ich jeweils auf dem Mac hatte. Die Bedienung ist grauenhaft, es wimmelt an Bugs, es ist langsam und wird ständig verschlimmbessert.
Ich weiß Spotify hat auch viel Kritik, aber ich würde niemals mein Abo kündigen und zu iTunes Music wechseln, alleine schon wegen dieser App.

Wer verwendet schon noch iTunes auf dem Mac um Musik zu hören. Ist wie Filme schauen auf dem iPhone.

Ganz meine Rede! Allerdings hat sich das mit der Zeit entwickelt, ab v. 10 wurde es so richtig schlimm. Jetzt kann man fast nur noch verzweifeln, z.B. wenn iTunes Songs, die nicht aktiviert sind, nach dem Update auf v. 12 aus den Playlisten entfernt.

Also ich widerswpreche hier mal. Wo sollen wir den alle unserer Fernsehserien, Filme und Musik verwalten. Ich fand es schon einen schlechten Weg die App Management Funktion für iPhone oder IPad aus dem ITunes herauszunehmen. Die Verwaltung via iPhone oder IPad ist nur noch müsdam und hat bei mir dazu geführt das ich kaum noch den Versuch nmache nach neune Apps zu suchen oder gar zu jaufen, da mitr einfach der Display zu klein ist. Ich arbeite halt immer noch gerne am iMac Pro. Dort war die Verwaltung aller Komponenten eines Devices immer sehr nützlich. Auch wenn ich die TV App schon lange Nutze, so stelle ich nun hier an alle iTunes NoFans die Frage der Frage. Wo speichert Ihr in Zukunft all eure DVD Rips oder Downloads von nicht Apple Stores und Download Seiten. Eine Upload Funktion welche heute via iTunes noch funktioniert unterstützt der TV Store nähmlich nicht. Man kann nur Content verwalten welcher via iTunes geladen ist oder als Inhalt im Apple Store vorhanden ist. Eine iCloud Speicherfunktion a la Musik wird Apple kaum anbieten. Ich sleber bin da bei aktuell etwas 48 TB Content der nicht imm Apple Store vorhanden ist. Somit ist die Reise doch sehr ungewiss und eine Lösung sehe ich Aktuell nicht.

Die Autofill Funktion auf den iPhones ist auch eine Katastrophe.;-)

Angeber!

Ich konnte mit iTunes lange nichts anfangen, aber mittlerweile liebe ich es! Schon richtig, es erinnert mich mehr an überladene Nerd-Windows-Software. Nicht die intuitivste App auf dem Planeten, aber sie tut was sie soll. Grandios!

Ich finde iTunes gar nicht so schlecht.
Ich benutze es aber nur noch um mein iPhone zu verwalten (backup usw.) deshalb finde ich es sehr schade, dass man die iOS Apps nicht mehr verwalten kann.

Früher habe ich es noch intensiv verwendet, aber das waren noch Zeiten als man seine Musik auf der Festplatte gespeichert hatte. Seitdem es Spotify gibt ist iTunes für mich quasi tot.
Apple Music ist mir zu unübersichtlich und die empfohlenen Playlists sind voller Chart Musik (dann kann ich gleich Radio hören).

ATV+ wird iTunes auch nicht retten. Wer schaut schon regelmäßig Filme am PC anstelle eines riesigen TVs? Genau: die wenigsten.

Dennoch finde ich iTunes nicht schlecht. Vorallem das „neue“ Design in weiss sucht seines gleichen. (Finde ich)