Kostenspirale beim Suchmaschinenanbieter?

Google bezahlt Apple: Anleger finden das gar nicht lustig

Google-Investoren verstimmt: Ende September „warf“ Apple Microsofts Bing aus den Suchergebnissen von Siri und Spotlight am Mac und auf dem iPhone und iPad – in den USA. Gleichzeitig wurde Google als neuer Partner integriert. Das bringt Google wichtige Reichweite. Denn fast nirgendwo anders als im Heimatmarkt ist Microsoft mit Bing derart erfolgreich. Zwar hat auch Google hier die Nase vorn, aber bei weitem nicht so wie in Europa. Die Anleger des Suchmaschinenanbieters könnten sich freuen. Doch sie bekommen eher Sorgenfalten, wenn sie daran denken, wie viel Geld die erkaufte Reichweite kostet.

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Auf die Reichweite Googles wirkt sich der Wechsel, der Ende September von Apple vollzogen wurde, positiv aus. Trotzdem berichtet nun die Agentur Bloomberg, dass Investoren die wachsenden Kosten mit Sorge beobachten. Denn Google bezahlt nicht nur Apple, sondern ebenfalls eine Reihe von Android-Smartphone-Anbietern, damit die Suchmaschine in jedem Fall zum Standard gehört. Die Kosten für das Erzwingen der Reichweite allerdings steigen sukzessive. Im Jahr 2012 gab Google rund sieben Prozent seines Onlineertrags dafür aus. Doch 2016 wuchs dieser Posten auf mittlerweile 11 Prozent an. Dies entspricht 19 Milliarden US-Dollar. Es hat sich in diesem Fall eine Kostenspirale entwickelt.

Alleine seit 2012 soll Google Apple und einigen Android-Geräteanbietern rund 7,2 Milliarden US-Dollar gezahlt haben. Analysten zufolge erhielt Apple zwischen drei und vier Milliarden US-Dollar.

Investoren sehen Googles Gewinnspanne angegriffen

Für Investoren besonders interessant sind einige Kennziffern, die vor allem auf dem Papier zur Geltung kommen. Eine solche ist die Gewinnspanne (engl. „profit margin“). Angesichts in Zukunft weiter steigender Kosten sehen Anleger diese angegriffen. Jedes weitere Prozent an Ausgaben, die Google zur Reichweitenvergrößerung in dieser Form ausgibt, könne laut RBC Capital Markets dazu führen, dass die Gewinnspanne im kommenden Jahr um ein Prozent reduziert werde.

Wie ein Damoklesschwert hängt zudem der Ausgang eines EU-Kartellverfahrens über dem Unternehmen. Wenn dieses negativ für den Suchmaschinenanbieter beschieden wird, könnten Firmen wie Apple und andere sich hingegen freuen, weil die Preise für die Reichweitensteigerung steigen würden.

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Moin,

schon lustig das die Suchmaschinen Betreiber bezahlen und nicht andersrum. Was wäre denn ein Siri Anfrage wenn keine Suchmaschine abgefragt werden würde? Würden sie also nichts zahlen sähe Apple schon doof aus. Gut sie könnten Geld in die Hand nehmen und selber was basteln, aber Apple und Internetservices sind ja nun nicht gerade die besten Freunde, Stichwort .mac ;-)

gruss

sedl

Apple käme auf Dauer auch ohne Google aus.
Ich denke eine Suche zu entwickeln, wäre nicht so aufwändig wie die Karten App komplett selber zu machen.
Und es scheitert ja sicher nicht am Geld!

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