WWDC 2016

„Developers, Developers, Developers - und Siri“: WWDC 2016 - ein Kommentar

Die WWDC-Keynote ist um. Und nun? Wer seit der Ankündigung der WWDC und besonders auch in den letzten Stunden vor Beginn der Keynote aufgepasst hat, der konnte es bereits ahnen: Der Fokus der Veranstaltung wird dieses Jahr ganz klar auf den Entwicklern liegen. Dass es keine neuen Geräte geben würde war spätestens klar, als nur noch wenige Stunden vor dem Start des Events Apples Online Store noch immer online war. Großes hatte Apple dennoch zu berichten. Wenn auch meist nur in den Details.

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Auch, dass die Veranstaltung vollgepackt sein würde war klar. Warum sonst hätte Apple die anstehenden, respektive bereits im Hintergrund durchgeführten Änderungen am App Store sonst nur eine Woche vor der hauseigenen Großveranstaltung an die Presse lanciert? Es gab einfach nicht mehr Zeit in dem so schon knapp über zwei Stunden dauernden Event: watchOS 3, tvOS, OS X, das jetzt macOS heißt, iOS, Swift – ein wahres Feuerwerk an Neuheiten brannte Tim Cook mit seinem Team, das zumindest gefühlt auf der Bühne aus mehr Mitarbeitern denn je bestand. Die Zweistundenmarke riss man dann letztlich auch nur, weil Tim Cook es sich nehmen lassen wollte noch etwas zu dem Massaker von Orlando zu sagen – kein Wunder, macht sich Tim Cooks Apple doch seit jeher für das friedliche Miteinander von Menschen jeglicher Couleur und jeglicher sexuellen Orientierung stark. Ein wichtiges Zeichen also, das Tim Cook ganz offensichtlich eine Herzensangelegenheit war.

Weniger ist mehr

Nachdem Apple zuletzt mehrfach gerade bei Software-Releases patzte und mit peinlichen Fehlern zu kämpfen hatte, war es an der Zeit, dass Apple mal wieder einen Gang zurück schaltet und aufräumt. Auch wenn Analysten sicherlich wieder enttäuscht sein werden, dass es jetzt keine neuen Geräte gab und auch wenn der Börsenkurs vermutlich wieder einmal nachgeben wird. Für die Betriebssysteme, für Apple und damit auch für die Anwender ist es ein guter und richtiger Schritt, dass man sich dieses Jahr primär der Produktpflege im Detail widmen wird.

Neu ist ein solcher Schritt nicht. Ganz bewusst so angekündigt hatte Apple dies erstmals mit OS X 10.6 Snow Leopard und auch Mountain Lion war im Prinzip nur ein Bugfix-Update.

macOS und iOS mit zahlreichen neuen Funktionen

Trotzdem weiß Apple natürlich, dass es sich nicht erlauben kann eine neue Betriebssystem-Version ohne echte neue Funktionen auf den Markt zu bringen. Viele dieser neuen Funktionen sind dabei ganz offenbar Spielereien, die nicht viele Ressourcen gebunden haben werden: Sticker, handschriftliche Notizen und Sprechblasen-Effekte in „Nachrichten“, beispielsweise.

Grundlegend überarbeitet wurde jedoch Apple Music, was in den Augen vieler Beobachter und Nutzer auch dringend nötig war. Die App wirkt aufgeräumter und besser strukturiert als bisher. Das muss sie auch sein. Schließlich zählt Apple aktuell stolze 15.000.000 zahlende Nutzer für seinen Musik-Streamingdienst. Will man zu Spotify aufschließen, kann man sich zweitklassige Software nicht erlauben.

Siri ist jetzt überall

Die sicherlich größte Neuerung ist, dass Siri nun auch auf dem Mac funktionieren wird und dort noch weit komplexere Aufgaben wird erledigen können, als auf dem iPhone und iPad bisher. Im gleichen Atemzug öffnet Apple Siri jetzt auch für Entwickler, so dass der Sprachassistent fortan praktisch mit jeder App nutzbar sein wird. Ein großer Schritt, der sicherlich noch mehr Menschen dazu bringen wird, Siri regelmäßig und für noch mehr Aufgaben zu nutzen.

In Deutschland nichts Neues

Schade ist, dass wir deutschen Nutzer in vielen Dingen leer ausgehen werden: Apple Pay schafft es in den kommenden Monaten in die Schweiz, nach Frankreich und Hong Kong, nicht aber nach Deutschland. Man kann nur vermuten, dass das weniger an Apple als an dem komplizierten Bankensystem hierzulande liegt – und zahlreichen Banken, die sich von Apple nicht die Butter vom Brot nehmen lassen wollen. Sondern dann lieber in vier Jahren mit einer eigenen Lösung um die Ecke kommen, die dann vermutlich auf QR-Codes oder einer anderen Technologie, die niemand nutzt, basieren wird. Frustrierend.

Die News-App, die Apple analog zu Apple Music komplett überarbeitet hat, erhält zahlreiche neue Funkionen, für Deutschland ist sie aber weiterhin nicht angekündigt.

Und selbst der im Publikum der Keynote stark umjubelte Einzug einer „Single Sign On“-Funktionalität für Apple TV dürfte in Deutschland völlig bedeutungslos sein, weil viel zu wenige TV-Anbieter aus Deutschland auf Apple TV aktiv sind und internationale Sender die Rechte für ihre Produktionen lieber an deutsche TV-Sender verkaufen als sie über eine App selbst auf Apple TV zu bringen.

Großes Plus: Der Datenschutz

Zwei Schwerpunkte der Keynote waren Nachrichten, also iMessage, und Siri. Damit tritt Apple ganz offen stärker denn je in Konkurrenz mit Google und Facebook. Anders als diese beiden Tech-Giganten betont Apple allerdings den Datenschutz. Überall und standardmäßig habe man Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingesetzt. Außerdem würden persönliche Daten, die für verschiedenen Funktionen analysiert werden müssten, stets auf dem Gerät des Nutzers bleiben. Und selbst bei der Nutzung von Web-Diensten will Apple auch weiterhin keine Nutzerprofile erstellen. Damit setzt man sich deutlich von den als Datenkraken verschrieenen Konkurrenten ab und zeigt sich als Anwalt der eigenen Kunden.

Fazit

Nachdem die WWDC 2015 mit einer relativ absurden Show rund um Apple Music sicherlich nicht als eine der großen Stunden Apples in die Annalen eingehen wird, war die Keynote zur WWDC 2016 über weite Strecken großes Kino. Es gab kaum echte Längen, fast alles funktionierte reibungslos (es gab nur einen echten Hänger bei der iMessage-Demo) und die Gags saßen nicht nur präzise, sondern kamen dieses mal auch wieder an – was vor allem der langen Bühnenpräsenzzeit von Craig Federighi zu verdanken sein dürfte. Nur die Apple-Music-Präsentation hatte einmal mehr ihren ganze eigenen Charme…

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habe mich gelangweilt und werde diese Releases wohl überspringen. Nichts als Albernheiten.

Den Text besser nocheinmal korrekturlesen...

Quantität hat Apple geliefert, Qualität nicht. Für mich persönlich waren genau Ankündigungen dabei, die mein (Computer) Leben in Zukunft positiv verändern könnte. Siri (und andere gehypte Tools) sind eine nette Spielerei, aber ganz ehrlich, wer möchte schon in der Öffentlichkeit Nachrichten schreiben die alle mithören können? Da schreibt man doch lieber.

Die Betonung auf Datenschutz ist zwar schön und gut, aber die ultimative Ankündigung dazu, die komplette Verschlüsselung der iCloud wurde nicht angekündigt. Also doch nur alles halbherzig im Bezug auf Datenschutz.

Klar bleibe ich bei Apple, aber die WWDC hat wieder einmal gezeigt, das leider auch bei Apple die BWLer das Sagen haben und die Innovativen ihre Ideen nicht auf den Markt bringen dürfen. Auch wenn ich Personenkult hasse, es scheint das Apple nicht in der Lage ist die Lücke die der Jobs hinterlassen hat zu schliessen. Schlimmer noch, Apple versucht es erst gar nicht.

Es ist gut so!

Nette updates aber keine richtigen Überraschungen. Das beste Update bekommt wohl die Apple Watch. Ich werde mit dem Update definitiv auf 10.1 warten. iPod touch 5g bekommt kein iOS 10? Wieder Millionen Geräte die nach nur 2 Jahren praktisch Schrott sind. Spätesten in einem halben Jahr wird es viele Apps geben die mindestens iOS 10 voraus setzen. Ich kaufe jetzt auch keinen Touch mehr.

Dass keine neue Hardware kommt war klar. Apple TV bleibt weiterhin uninteressant. 4K und VR interessiert Apple wohl nicht obwohl alle anderen Hersteller diese neuen Technologien nach vorne bringen.

Manche erwarten noch immer bei jeder WWDC ein Wunder. Als ob man jährlich bahnbrechende Erfindungen machen könnte. Ich finde es gab sehr viel neue Features und Verbesserungen, die das Arbeiten mit den diversen OS angenehmer macht. Besitze keine Apple Watch, aber denke es wird viele freuen, dass nun Apps 7x schneller starten. Fotos macht einen deutlichen Sprung nach vorne. Die Möglichkeit seinen Speichplatz auf der SSD deutlich zu vergrößern, dank Auslagerung von selten benutzen Daten in der Cloud (auf Wunsch) ist großartig. Wenn heute ein Anbieter noch halbwegs vertrauenswürdig mit meinen Daten umgeht, dann Apple. Google lebt ja von meinen Daten. Haben noch immer einige nicht begriffen. Gibt noch viel mehr neue nützliche Funktionen. Swift Playground ist genial für Kids und völlig Ahnungslose im Bereich Programmierung.

Noch Anfang Mai hat Tim Cook folgendes zu Besten gegeben:
„Wir werden Ihnen Dinge geben, ohne die Sie nicht leben können, von denen Sie heute noch nicht wissen, dass Sie sie brauchen.“

Große Worte ohne Taten folgen zu lassen. Die Ankündigungen auf der WWDC sind ja nun nicht nur kurzfristig, sondern stecken das Ziel ab bis zur WWDC 2017.

Sprich ein weiteres Jahr ohne Innovationen von Apple. Wann war noch gleich die letzte große Innovation? 2007? Wäre dann also bereits ein Jahrzehnt in dem Apple nur Weiterentwicklungen des Ur-iPhones gebracht hat bzw. im "PC" Bereich die Palette weiterentwickelt hat, aber nichts neu revolutioniert hat ;-)

Tja, so ist das halt mit der Innovation. Das Rad wurde wurde vor 6000 Jahren erfunden. Der armselige Typ hat sonst nix mehr auf die Reihe gebracht. Das Leben hat es aber bis heute verändert. Die anderen zur seiner Zeit haben außer Forderungen an unseren Freund nix gerissen. Aber jedes Jahr unseren Erfinderfreund als Lusche bezeichnet, weil er nur Verbesserungen seines Rades zu bieten hatte. Die Null! :D

Alles schön klicki-bunti, aber professionelle Hardware gibt Apple den so hofierten "Developern" nicht mit an die Hand. Der 27" iMac ist inzwischen 2 Jahre alt und das MacBook Pro 3-4 Jahre alt. Bei den heutigen Innovationszyklen in der IT-Branche sind das eher Altgeräte auf Consumer-Niveau, aber sicher keine leistungsfähigen Werkzeuge für Entwickler. Ich meine jetzt wirkliche Software-Entwickler, keine Swift-Klicker.

Das MBP ist also 3-4 Jahre alt? Aha.

Ja. Elfte Generation aus Mitte/Ende 2012. Seitdem gab es nur geringfügige Updates, aber keine komplette Revision. Und die Skylake-Plattform muss endlich auch in die Pro15 rein.

Ach so. Na dann!

Auf einer DEVELOPERS Conference geht es um Entwickler? Na das ist ja mal die Erkenntnis des Tages!

Aber echte Developer brauchen doch unbedingt die schnellere Macs. Sonst geht nix mehr! Die echten Könner verzweifeln schon, wie sollen sie jetzt noch programmieren?

So sieht es aus. Wenn man ein bisschen mehr auf dem MacBook macht, als Swift klicken, Xcode und IntelliJ starten. Es soll ja tatsächlich "echte" Developer geben, die nicht nur eine blöde App auf dem MacBook bauen, sondern richtig komplexe Systeme abbilden und entwickeln. Da reichen 16GB nun mal nicht. Und USB auch nicht.

So ist es! Die Millionen von echten Programmierern (wer schreibt schon doofe Apps) arbeiten natürlich mit dem MacBook und wollen was vernünftiges geliefert bekommen. Swift ist ja nur Playground. Xcode für Luschen. :D Aber im Prinzip richtig. Zumindest ein Ultra Pro Teil könnte Apple auch bei den MacBook Pros im Angebot haben.

Immer dieses Gemecker. Es gibt doch genug Alternativen und irgendwann wird Apple schon noch ein überarbeitetes Macbook Pro bringen, aber die Gerüchte gefallen euch ja auch nicht, also eigentlich kann man euch einfach nicht glücklich machen und falls Apple das versuchen würde, würden sich die Consumer beschweren, da sie endlich USB C oder ein dünneres Macbook Pro wollen, aber das wollt ihr nicht, wenn ihr dafür Leistung und Anschlüsse verliert usw. Also ein richtiger Teufelskreis aus Unzufriedenen.

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