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Apple wehrt sich gegen britisches Schnüffel-Gesetz mit Totschlagargument

Apple wehrt sich nun auch offiziell gegen das geplante britische Gesetz, das unter anderem die sichere Verschlüsselung des iPhones verbieten würde. Apple müsste dann Hintertüren einbauen, die von britischen Behörden genutzt werden können, sollten diese eine Gefahr für die Sicherheit des Vereinigten Königreichs darstellen. Apple bringt ein starkes Gegenargument und schreibt, dass dann ja auch jeder andere Staat diese Hintertüren aus den gleichen Gründen nutzen dürfe.

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Apple wehrt sich nun auch formal gegen britische Pläne Verschlüsselung für praktisch illegal zu erklären. Bisher hatte sich lediglich Tim Cook selbst mehrmals zu dem Thema geäußert. Apples Chef vertritt die Ansicht, dass Privatanwendern das Recht auf eine sichere Verschlüsselung zusteht und Hintertüren eben nicht nur Sicherheitsbehörden, sondern auch Verbrechern den Zugang zu den privaten Daten der Bürger ermöglichen würden.

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Die Regierung des Vereinigte Königreichs will dagegen sichere Verschlüsselung verbieten. Das iPhone könnte somit in seiner jetzigen Form mit der Betriebssystem-Version iOS 8 oder iOS 9 nicht mehr im Vereinigten Königreich verkauft werden. Das System gilt als sicher verschlüsselt und Hacker sollten keinen Zugriff auf die Daten der Nutzer erhalten können, sofern sie sich nicht das Passwort erschleichen können. Gleichzeitig hat Apple auf jede Art von Hintertüren verzichtet. Sicherheitsbehörden können von dem Unternehmen somit keinen Zugriff auf die Daten verlangen.

Die britische Regierung möchte das nun mit einem Gesetz aushebeln. Apple hat deshalb kurz vor Ablauf der Frist eine schriftliche Stellungnahme eingereicht, in der das Unternehmen das geplante Gesetz stark angreift. Im Dokument schreibt Apple, dass das Unternehmen ebenfalls gegen Terrorismus und Verbrechen vorgehen möchte und dass Verschlüsselung genau der richtige Weg sei, damit Nutzer vor „böswilligen“ Akteuren sicher sind. Außerdem schreibt Apple, dass das britische Gesetz einen internationalen Präzedenzfall schaffen würde. Denn wenn britische Behörden mit Berufung auf nationale Sicherheit iPhones knacken dürfen sollen, warum sollten nicht chinesische Behörden dieselben Hintertüren in den die iPhones der britischen Regierung aus den gleichen Gründen nutzen dürfen?

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Was mich mehr interessiert: Was macht Apple wenn Regierungen Verschlüsselungen und verschlüsselten Datentransfer für illegal und gesetzwidrig deklarieren? Den Produktverkauf für diese Länder stoppen? Dann macht das nächste Land diesen Schritt, selbes Spiel erneut? und weiter und weiter und weiter..... Wenn das so weiter geht ähnelt England bald seinem fiktiven Gegenpart aus dem Film V Wie Vendetta.

Das wäre dann wohl das unausweichliche und definitive Ende für die Firma Apple und vielleicht noch einige andere Unternehmen (u.a. Zulieferer, etc.). Die daraus resultierende astronomische Anzahl von Arbeitslosen und die Konsequenzen für die Weltwirtschaft mag ich mir nicht mal vorstellen.

Hat dem David Cameron jemand das Pausenbrot geklaut oder ist er schon als Extrawurst geboren? Auch in Bezug auf die Vereinbarungen, die bei der Gründung der EU getroffen wurden (kurz: gegenseitige Solidarität, Hilfe und Mitwirkung), hat Cameron öffentlich verlautbart, er sei der Meinung, dass Großbritannien sowie jeder andere souveräne Staat das Recht hätte, individuell zu wählen und zu bestimmen, welche Regularien und Vereinbarungen des EU-Vertrages für das jeweilige Land genehm seien.

Ich habe die Befürchtung, dass zumindest die EU mittel-bis langfristig auseinanderbrechen wird und einige Länder (z.B. Polen, Frankreich, u.a.) sich in sozialistische oder nationalsozialistische Diktaturen verwandeln werden.

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