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Da wurde doch was gemacht!

Adobe feiert 30 Jahre Photoshop mit einer neuen Version auf dem iPad

Mit einem deutlich aufgewerteten Photoshop für iPad begeht Adobe den 30. Geburtstag seiner Software zur Bildbearbeitung. Kreativität sei überall, sagt Adobe – auch auf dem iPad.

Am 19. Februar 1990 gab es Photoshop erstmals zu kaufen, Version 1.0 stand in den Ladenregalen. Die erste Version erschien exklusiv für den Macintosh. Die aktuelle Ausgabe hört auf den Namen Adobe Photoshop Creative Cloud 2020, trägt die Versionsnummer 20.0.3 und es gibt sie nur noch im sogenannten Foto-Abo zum Preis von mindestens 11,89 Euro pro Monat zusammen mit der Anwendung Adobe Lightroom. Dazwischen liegen 30 Jahre, die den Umgang mit Bildern in der Werbung und in den Medien grundlegend verändert haben, obwohl Bilder und Fotographien auch schon vor den Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung verändert, verfremdet und manipuliert wurden.

Der Ursprung Photoshops liegt in „The Abyss“

Die Geschichte von Photoshop beginnt drei Jahre vor der Veröffentlichung von Version 1.0  mit den Brüdern Thomas Knoll, damals Student an der University of Michigan, und John Knoll, der damals bei Industrial Light and Magic für Spezial-Effekte verantwortlich war. In der Dunkelkammer ihres Vaters hatten sie Zugang zu einem Apple II Plus, der bis zu 16 Farben darstellen konnte. Das erste Programm von Thomas Knoll namens „Display“ konnte 256 Graustufen auf dem monochromen Mac-Bildschirm darstellen. Der Durchbruch kam 1988 auf dem Mac II und einem Farbmonitor, den John Knoll kaufte. Für den Film „Star Trek: The Next Generation“ brauchte er eine Bildbearbeitung. Gemeinsam entwickelten die Brüder das Programm „Display“ weiter zu Image-Pro. Die Spezial-Effekte im Film „The Abyss“ (1989) wurden mit dem zu Photoshop umbenannten Programm der Brüder Knoll erzeugt.

Photoshop CC 2020 hat auch auf dem iPad die neue objektorientierte Auswahl
Photoshop CC 2020 hat auch auf dem iPad die neue objektorientierte Auswahl (Bild: Adobe)

Die ersten Kopien von Photoshop 0.35 verkaufte Thomas Knoll an den Scanner-Hersteller Barneyscan als „Barneyscan XP“. Die Hardware des 24-Bit-Farbscanners stellte zugleich den Kopierschutz für die Bildbearbeitung dar. Das Programm konnte nur genutzt werden, wenn der Scanner am Mac angeschlossen war.

Gleichzeitig bot Knoll das Programm Photoshop bei SuperMac, Aldus, Apple und Adobe an. Adobe sicherte sich schließlich die Rechte an der Distribution von Photoshop im September 1988. Am 19. Februar 1990 verkaufte Adobe die ersten Box von Photoshop 1.0 zum damaligen Preis von 895 US-Dollar.

30 Jahre Photoshop: Von Technik und Kreativität

Das erste Photoshop diente vorrangig der digitalen Korrektur von gescannten Bildern und dafür war das Programm vom Start weg gut ausgestattet. 

  • Version 2.0 brachte ein Pfad-Werkzeug und schon 1991 Plug-Ins, über die etwa mit einem PowerPC-Plug-In die Kompatibilität zum PowerMac hergestellt wurde. 
  • Version 2.5 (1992) läuft erstmals auf Windows und dem PowerMac.
  • Version 3.0 (1994) führt Ebenen ein.
  • Version 4.0 (1996) bringt Makros und mit den Einstellungsebenen einen neuen Modus in der Bildbearbeitung, der das Original nicht verändert und in einer Art Vorschau zeigt, wie das Resultat der Bildbearbeitung aussehen könnte. 
  • Version 5.0 (1997) macht Text editierbar. Zuvor wurde Schrift sofort gerastert. Schon aus Gewohnheit nimmt man Texte auf eine eigene Ebene. 
  • Version 5.5 (1999) speichert Bilder optimiert für das Web.
  • Version 6.0 (2000) kommt mit einer neuen Oberfläche und kann Pixel verflüssigen und eine Auswahl verlaufen lassen.
  • Version 7.0 (2002) führt den Healing-Brush ein, mit dem sich Altersflecken, Cellulite und Sommersprossen einfach wegpinseln lassen. 
  • Version 8.0 (2003) ist die erste Version der Adobe Creative Suite (CS).
  • Version CS2 (2005) hat ein Fluchtpunktwerkzeug, über das sich die Maler der Renaissance gefreut hätten und die in 
  • Version CS3 (2007) zu 3-D-Werkzeugen weiterentwickelt wurden.
  • Version CS4 (2008) ist 64-Bit für Windows.
  • Version CS5 (2010) ist 64-Bit auf Macintosh, hat ein neues Auswahlwerkzeug und führt inhaltssensitives Füllen ein.
  • Version CS6 (2012) kennt Zeichenwerkzeuge, die sich verbrauchen. So verpinselt man eine Farbe und verbraucht einen Buntstift.

Version CC 2013 stellt das Lizenzmodell um auf die Creative Cloud. Photoshop und andere Anwendungen sind seitdem nur noch im Abo-Modell nutzbar. Adobe führt in jährlicher Folge Neuerungen ein, die hauptsächlich die Harmonisierungen mit anderen Anwendungen von Adobe berühren und etwa den Umgang mit Typografie und die Erstellung einer Auswahl betreffen. So brachte Sensei AI (2016) neuartige Auswahlwerkzeuge auf der Basis von Machine-Learning, die im neuen Objektauswahlwerkzeug in Adobe Photoshop CC 2020 auf dem iPad ihren derzeitigen Höhepunkt finden.

Kreative Erfolge

Im vergangenen Jahr machte Adobe erstmals mehr als 11 Milliarden US-Dollar Umsatz. Das liegt nicht nur an Photoshop und an der Creative Cloud, aber die Software-Abos haben mit 20 Prozent Wachstum ihren Anteil an den Erfolgen von Adobe. Photoshop ist weltweit der Marktführer unter den Bildbearbeitungsprogrammen und erhielt 2019 als erste Software überhaupt einen Oscar – zusammen mit Adobe After Effects CC, mit dem sich komplexe animierte Elemente für Titeldesign, Screen-Grafik und fiktive Benutzeroberflächen erstellen lassen. Zudem handelt es sich bei Adobe Photoshop CC um das bevorzugte Kreativ-Tool für digitale Malerei und Bildbearbeitung in der gesamten Filmindustrie. Und auch hier schließt sich ein Kreis, denn der Film „The Abyss“ erhielt 1989 einen Oscar für die besten visuellen Effekte, an denen Photoshop schon damals seinen Anteil hatte.

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