iPhone Smart Battery Case

Im Test: Apple Smart Battery Case für iPhone 11 und iPhone 11 Pro. Mehr Power und eine Kamera-Taste.

Die erste hauseigene Akku-Hülle hat Apple als Accessoire zum iPhone 6s und iPhone 6s Plus vorgestellt. Diese funktionierte auch für weitestgehend baugleichen Generationen 7 und 8 des iPhones. Beim iPhone X setzte Apple aus und lieferte eine Neuauflage erst zur XS-/XR-Serie. Nun also auch für die 11er-Reihe. Viel hübscher geworden ist die Hülle über die Jahre nicht. Dafür vor allem in diesem Jahr deutlich funktionaler.

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Apple steht seit Jahren, wenn nicht seit Jahrzehnten, unter anderem für erstklassiges Design. Bei den Akku-Hüllen scheint es ganz so, als wollte Apple all jenen, die den iPhone-Hersteller unentwegt beschuldigen, das Aussehen über die Funktionalität zu stellen (form over function), das man auch ganz anders kann.

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Wirklich schwierig war in dieser Hinsicht die erste Version der Akku-Hülle, die Apple für das iPhone 7 veröffentlichte. In dieser Hülle wirkt jedes iPhone so, als hätte man ihm noch ein weiteres, kleineres iPhone auf den Rücken genäht. Was auch dem damals verwendeten Antennensystem geschuldet war: Akkus blocken Radiowellen ganz vorzüglich und so musste der Zusatzakku von den Antennen ferngehalten werden.

Die zumindest optische bessere Lösung zu jener Zeit war das Mophie Juice Pack, das bislang keinen zum iPhone 11 kompatiblen Nachfolger hat. Zumindest nicht auf dem deutschen Markt.

Seither hat Apple in Sachen Optik deutlich nachbessern können – auch wegen einer anderen Anordnung der Antennen. Das „Smart Battery Case“ liegt seit der zum iPhone XR und iPhone XS passenden Generation deutlich eleganter aus und liegt auch spürbar besser in der Hand.

Chefredakteur Sebastian Schack probiert die neue Kamera-Schnellzugriff-Taste aus.
Chefredakteur Sebastian Schack probiert die neue Kamera-Schnellzugriff-Taste aus. (Bild: Mac Life / Sven T. Möller)

Der schwerste Auslöser der Welt

Neu beim iPhone Smart Battery Case für das iPhone 11, iPhone 11 Pro und iPhone 11 Pro Max ist, dass Apple der Hülle eine Kamera-Taste spendiert hat. Diese befindet sich ein ganzes Stück unterhalb der Seitentaste und ist nicht etwa wie anderes externes Foto-Equipment per Bluetooth mit dem iPhone verbunden, sondern natürlich über den Lightning-Stecker am unteren Ende der Hülle.

In der Praxis zeigt sich schnell, dass Apple einen Kompromiss finden musste. Denn das iPhone springt nicht sofort bei Betätigung dieser Taste in den Kameramodus. Wohl, um das versehentliche Aktivieren in der Hosentasche zu vermeiden. Denn eine auf Dauer eingeschaltete Kamera saugt den Akku des iPhone schneller leer, als man "iPhone 11 Pro Max Smart Battery Case" gesagt hat.

Zum Aktivieren der Kamera muss man diese Taste also etwas länger gedrückt halten. Und zwar gefühlt etwas zu lange. In der selben Zeit hat man die Kamera auch über das Display aktiviert.

Aber die Taste hat noch eine zweite Funktion. Mit ihr kann nicht nur die Kamera-App gestartet werden, sie funktioniert auch als Auslöser. Ohne Verzögerung.

Mit der Hülle und dieser Taste lässt sich das iPhone beim Fotografieren auch deutlich mehr wie eine Kamera benutzen. Für den Geschmack vieler sind die Tasten zum Regeln der Lautstärke, die schon seit Jahren als Auslöser verwendet werden können, schlicht auf der falschen Seite des Gehäuses.

Hält man das iPhone quer und so, dass das Kamerasystem oben ist, muss man die Auslösetasten mit dem Daumen bedienen. Hält man das iPhone so herum, dass man die Auslösetasten mit dem Zeigerfinger – also so, wie bei einer echten Kamera – betätigen kann, ist das Kamerasystem auf der gefühlt falschen Seite. Das Smart Battery Case macht das iPhone 11 und die iPhone-11-Pro-Varianten hier also etwas vielseitiger.

Schade ist, dass der neue Kameraauslöseknopf zumindest bislang nicht in anderen Kamera-Apps wie Halide funktioniert. Dort muss man weiterhin mit den Lautstärkeregeltasten oder dem Aufnahme-Button auf dem Display Vorlieb nehmen.

(Bild: Mac Life / Screenshot)

Mehr Power ist mehr Power

Das Hauptargument für Akku-Hüllen von Apple im Vergleich zur Konkurrenz war vom Start weg das ausgezeichnete Zusammenspiel von Hard- und Software. Bei anderen Akku-Hüllen besteht immer die Gefahr, dass das iPhone „denkt“, dass es mit dem Stromnetz verbunden sei und besonders rechen- oder zumindest energieintensive Aufgaben, wie etwa das Analysieren von Fotos, das Uploaden von Videos in die iCloud oder das Anfertigen von Back-ups, anstößt, sobald man eine Akku-Hülle anlegt. Bei Apples eigenen Hüllen war dies nie der Fall. Dem iPhone ist jederzeit klar: „Ja, da gibt es zwar gerade Extra-Strom, den darf ich aber nicht einfach so verprassen.“

Außerdem sind Apples iPhone-Akku-Hüllen auch dahingehend „intelligent“, dass sie den Ladeprozess smart gestalten. Lädt man das angelegte Case und das darin enthaltene iPhone über ein Netzteil, das deutlich mehr Power liefert, als zum Laden eigentlich benötigt wird, saugen beide Akkus so viel Strom wie geht in so kurzer Zeit wie möglich auf.
Hängt das iPhone an einem langsameren Netzteil, wird zunächst das iPhone geladen, bis der Akku gut genug gefüllt ist und das Case auch ein paar Elektronen zur Ladung des Akkus in der Hülle abzwackt. 

Ein netter Bonus ist, dass iPhone und Akku-Hülle auch per kabelfreiem Qi-Charging geladen werden können.

Die Taste für die Aktivierung der Kamera ist leicht ins Gehäuse eingelassen, um zu verhindern, dass sie aus Versehen betätigt wird.
Die Taste für die Aktivierung der Kamera ist leicht ins Gehäuse eingelassen, um zu verhindern, dass sie aus Versehen betätigt wird. (Bild: Mac Life / Sven T. Möller)

Fazit

Wie bei jedem Zubehör stellt sich früher oder später die Frage: Braucht man das? Braucht man wirklich eine 150 Euro teure Schutzhülle (Der Preis ist für die Hüllen für iPhone 11, 11 Pro und 11 Pro Max identisch.) mit integriertem Akku für sein iPhone. Bei den kleineren iPhones der Serien 6s, 7 und 8 war diese Frage noch relativ einfach zu beantworten, war die Akku-Kapazität dieser Geräte doch gut, aber nie berauschend. Schon die jeweiligen Plus-Pendants boten für die allermeisten Menschen jedoch hinreichend große Akkus.
Die aktuelle iPhone-11-Serie hat von Haus aus die beste Akku-Laufzeit aller iPhones und an normalen Tagen bekommen wir die Stromspeicher selten leergespielt. Wobei: Seit ein paar Tagen ist das Spiel „Minecraft Earth“ im deutschen App Store zu haben und Teile der Redaktion sehen dadurch zum ersten Mal seit dem großen Pokémon-Go-Hype wieder regelmäßig das Tageslicht und bringen die Akkus ihrer iPhones so doch spielend ans ihre Grenzen.

Für die meisten Menschen wird das Smart Battery Case vor allem auf Reisen sinnvoll sein. Es liefert genug Zusatzstrom (1.430 mAh), um die Akkulaufzeit des iPhones um etwa 50 Prozent zu verlängern, was an Tagen mit Flügen, langen Bahnfahrten oder schlicht vielen Telefonaten ein echter Segen sein kann.

Der größte Nachteil der Akku-Hülle: Akkus haben ein Eigengewicht. Nicht nur also, dass die Hülle das iPhone merklich größer macht, es macht es auch schwerer. Ein iPhone 11 Pro mit Smart Battery Case fühlt sich fast doppelt so schwer an, wie ohne eben jene Hülle. 

Testergebnis
ProduktnameSmart Battery Case
HerstellerApple
Preis150 €
Webseitewww.apple.de
Pro
  • Verschafft dem iPhone eine 50% längere Akku-Laufzeit
  • Kamera-Knopf ist ein praktisches Gimmick
Contra
  • Macht das iPhone dick, schwer und unhandlich(er)
SystemvoraussetzungeniPhone 11, iPhone 11 Pro, iPhone 11 Pro Max
Bewertung
2gut

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