Zubehör für Tierbesitzer

Sicherheit für Mensch und Tier: Tractive GPS im Test

Die größte anzunehmende Katastrophe für einen jeden Hundebesitzer ist sicherlich der Verlust seines vierbeinigen Freundes. Tractive GPS will diesem Hunde-GAU vorbeugen. Wir haben das Produkt im Test ausprobiert und verraten Ihnen, ob es sich lohnt, und wo wir noch Verbesserungspotenzial erkennen können.

Von   Uhr

Tausende Hunde gehen jährlich verloren – sei es durch Unaufmerksamkeit im Straßenverkehr, durch Jagdtrieb in Wald und Flur, auf Reisen, durch offene Gartenpforten oder sogar Diebstahl des wartenden Tieres vor dem Supermarkt – ein Albtraum für jeden Besitzer. Ein verlorenes iPhone ist leicht zu orten – warum also nicht ein Hund?

Tractive GPS macht genau dies möglich: Am Halsband Ihres felligen Freundes bringen Sie einen GPS-Tracker an, der fortwährend die exakte Position des Hundes an eine iPhone- beziehungsweise iPad-App sowie einen Online-Dienst weitergibt, den Sie einfach im Webbrowser Ihres Mac nutzen. Zur anschaulichen Standortbestimmung nutzt Tractive das übersichtliche und zudem frei bereitgestellte Kartenmaterial von Openstreetmap. Ist der vierbeinige Heißsporn also tatsächlich einmal ausgebüxt, sollten Sie seinen Aufenthalt recht schnell bestimmen können – vorausgesetzt, niemand hat das Halsband oder den Tracker entfernt.

80.000 Fälle

Allein von den bei der Tierschutzorganisation Tasso registrierten Tieren gehen 80.000 pro Jahr in Deutschland verloren. Die Dunkelziffer dürfte Schätzungen zufolge allerdings mehrere hunderttausend vermisste Tiere betragen. Sie rennen vor Schreck weg, verlaufen sich oder werden irgendwo eingesperrt.

Vor allem Katzen kehren oft nicht nach Hause zurück. Aber auch Hunde entwischen häufiger als manch einer denken mag.

Tasso rät Tierhaltern daher dringend dazu, ihre Tiere kennzeichnen und registrieren zu lassen.

Quelle: www.tasso.net

Abomodell

Im Sender selbst ist zusätzlich zum GPS-Modul eine in 150 Ländern nutzbare SIM-Karte für die Kommunikation mit dem Smartphone verbaut. Die dabei entstehenden Kosten sowie die angebotene Dienstleistung verrechnet der österreichische Anbieter innerhalb eines Abomodells, das – je nach Leistungsumfang – verschieden Tarife bereithält. Die Preise starten bei knapp 50 Euro pro Jahr für die landesweite Abdeckung; für 10 Euro Aufpreis erhalten Sie eine weltweite Ortung sowie unter anderem eine unlimitierte Aufzeichnung vergangener Aufenthaltsorte. Für die wasserdichte Tracking-Hardware selbst fallen – je nach Modell und Akkulaufzeit – einmalig 50 bis 80 Euro an. Das uns bereitgestellte preisgünstigere „GPS“-Modell mussten wir ungefähr alle zwei bis drei Tage neu aufladen, der „GPS XL“-Modell hält laut Hersteller immerhin sechs Wochen.

Apropos Tracker: Dieser ist recht klobig geraten – am Halsband unseres Bürohundes Sammy, einem Golden-Retriever-Mischling, stellte dies kein Problem dar, kleinere Hunde und besonders Katzen könnten den 35 Gramm „schweren“ GPS-Begleiter jedoch schnell als lästig empfinden. Ein Halsband mit integriertem Signalgeber und flachem Akku wäre hier sinnvoller – der Kyon-Tracker (siehe nächste Seite) macht es vor, allerdings zu einem weitaus höheren Preis.

Angebote im Vergleich
Angebote im Vergleich (Bild: Falkemedia)

Track Your Dog!

Die Standortbestimmung beziehungsweise -verfolgung in den Mobil-Apps sowie im Webbrowser schafft nicht nur Beruhigung mit Hinblick auf mögliche Notsituationen, sondern macht im Alltag sogar richtig Spaß: Geht etwa der Partner mit dem Hund Gassi, können Sie die Route des Spaziergangs mithilfe des Live-Trackings quasi in Echtzeit verfolgen – was zur späten Stunde im Stadtpark sogar für zusätzliche Sicherheit beim Menschen sorgt. Dabei überträgt der Tracker seine Position alle zwei bis drei Sekunden, was logischerweise mehr Akku verbraucht. Natürlich ist diese zeitgenaue Übertragung im Verlustfall nahezu überlebenswichtig. Leider brach die Verbindung in unseren Tests während des Live-Trackings hin und wieder ab – im Notfall könnte dies den letzten Nerv des Hundebesitzers rauben.

Die zurückgelegte Laufstrecke des Hundes lässt sich nachträglich auch in einem Standortverlauf auf der Karte anzeigen – hier erfolgt die Abfrage akkuschonend nur alle paar Minuten. Detailinformationen wie etwa die mithilfe des Trackers berechnete Geschwindigkeit des Hundes helfen bei der Suche.

Ebenso sinnvoll ist das Anlegen eines sogenannten „virtuellen Zauns“. Auf der Onlinekarte definieren Sie dabei einen eigenen „sicheren“ Auslauf. Dabei kann es sich zum Beispiel um den eigenen Garten oder die engere Nachbarschaft handeln. Verlässt das Tier diesen Bereich, erhalten Sie umgehend eine Push-Nachricht auf Ihrem iPhone.

Weitere Tractive-Apps

Neben seinem GPS-System für Hunde, Katzen und Pferde entwickelt das in Pasching beheimatete österreichische Unternehmen Tractive noch weitere Apps rund um die vierbeinigen Freunde. Mit Dog Walk etwa halten Sie die Spaziergänge mit Ihrem Hund minutiös fest, um die zurückgelegte Strecke und die Route nachträglich einzusehen – GPS-Modul vorausgesetzt. Diese Daten können Sie sogar mit anderen Hundefreunden teilen. Tractive Photos ist hingegen eine Art Instagram für Hunde: Aufgenommene Fotos Ihres Lieblings teilen Sie innerhalb einer Community, die Ihre Bilder liken darf.

Doch der smarte Tracker kann noch mehr: So können Sie per App ein Licht und einen Signalton an der Hardware einschalten, damit Sie Ihren Hund auch in der Dunkelheit sehen und hören. Zudem dürfen Sie den Standort des Vierbeiners mit Familie und Freunden teilen, damit auch diese beim Suchen mithelfen oder sich einfach vergewissern, wo sich ihr Liebling aktuell befindet. Im „Premium“-Abo steht sogar eine Augmented-Reality-Funktion bereit, die Sie mithilfe der 360-Grad-Umgebungsdarstellung zu Ihrem Tier pilotieren will.

In unserem Test fiel jedoch negativ auf, dass App und Weboberfläche den Standort unseres Redaktionshundes nicht immer korrekt darstellten, sobald er sich in einem Gebäude befand. Das ist nicht unbedingt Tractive selbst, sondern der bekannten Ungenauigkeit des GPS-Signals in geschlossenen Räumen anzulasten – hier sind die Signale der GPS-Satelliten nur schwer zu empfangen. So meldete die iPhone-App auf einmal das Verlassen des virtuellen Zauns durch unseren Bürohund. Die AR-Darstellung behauptete gar, dass sich Sammy fast 140 Meter von uns entfernt aufhalten würde – dabei schlummerte er sanft neben dem Bürosofa.

Natürlich gehen Hunde meist nicht in Gebäuden verloren, weshalb diese Ungenauigkeit vielleicht zu vernachlässigen ist. Möchten Sie aber zum Beispiel kontrollieren, dass sich Ihr Hund in der Wohnung aufhält, während Sie einkaufen, kann so eine Fehlinformation jedoch bereits für Panik sorgen. Beim Aufenthalt im Freien konnten wir hingegen keine Probleme feststellen – und darauf kommt es in den meisten Notfällen an.

Verlässt der Hund den digital abgesteckten „virtuellen Zaun“, erhalten Sie eine Push-Nachricht auf Ihrem iPhone oder iPad.
Verlässt der Hund den digital abgesteckten „virtuellen Zaun“, erhalten Sie eine Push-Nachricht auf Ihrem iPhone oder iPad. (Bild: Screenshot)

MIthilfe der Live-Tracking-Funktion können Sie den Aufenthalt Ihres Lieblings quasi in Echtzeit verfolgen.
MIthilfe der Live-Tracking-Funktion können Sie den Aufenthalt Ihres Lieblings quasi in Echtzeit verfolgen. (Bild: Screenshot)

Fazit

Tractive ist ein Angebot, das man so lange nicht vermisst, bis man es wirklich benötigt. Dann aber wird man unendlich dankbar sein, ein paar Euro im Monat für den Dienst investiert zu haben. Besonders die Umsetzung der Software weiß zu gefallen. Die Hardware darf jedoch noch eleganter geraten.

Testergebnis
ProduktnameTractive GPS
HerstellerTractive GmbH
Preis50 €
Webseitehttps://tractive.com/de/
Pro
  • hoher Nutzwert, leichte Installation, hervorragende Kartendarstellung, AR-Darstellung, Live-Tracking
Contra
  • Verbindungsabbruch beim Live-Tracking, klobige Hardware
Bewertung
2,5befriedigend
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Wer so etwas braucht hat es auch nicht verdient einen Hund zu halten! Es liegt nicht am Hund und seinen Trieben! Es fängt beim Menschen an, hast was mit Erziehung und der Rollenverteilung zu tun!!! Nicht jeder Mensch ist Charakterlich geeignet für einen Vierbeiner!

„Wer so etwas braucht hat es auch nicht verdient einen Hund zu halten!“

Wer so etwas ernst meint ist ein Idiot

Das können nur Hundenarren denken. Ein Tier ist immer ein Tier, eine 100% Sicherheit kann es nicht geben. Ich stimme allerdings überein, dass die meisten Menschen nicht gerignet sind einen Hund zu halten.

Hundenarren! Nein...aber aus Beruflicher Sicht ist der Vierbeiner mein Kollege, Privat mein bester Freund! Für den ein oder andren ist ja ein Vierbeiner eine Modeerscheinung oder Modeaccessoire...Was ich überhaupt nicht Tolerieren kann!

Ich finde es super, dass Maclife auch mal solche Gadgets testet. Der perfekte Tipp für ein Weihnachtsgeschenk. Danke!

Sie würden das Ding jemanden schenken? Der Beschenket müsste dann Jährlich 50-60 €uro zahln....lohnt sich eigentlich gar nicht...außer der Hund rennt immer weg!
Was wiederum an Unverantwortlichkeit grenzt ein Hund zu halten!

Im 4. Absatz wird am Ende auf „Kyos“ hingewiesen > „nächste Seite“!
Wo ist denn der Bericht dazu?
Oder wurde der gesamte Text mur irgendwo angeschrieben ohne nachzulesen?

Dieser Artikel stammt aus der gedruckten Mac Life, der Verweis auf die nächste Seite ist somit in dieser Form natürlich Unsinn und wird getilgt - hab Dank für den Hinweis und Sorry!

Grüße aus der Redaktion,
Stefan

Moin,

bei solchen Geräten frage ich mich immer warum das Gerät nicht teurer machen dafür mir einer Android Version ausstatten und dort die Standortfunktion des Adroidsystems oder Google Maps einbinden. Damit wären kein monatlichen Kosten mehr da, die man sicher auch über ein teuerer Gerät reinholen kann. Aber vermutlich muss man die monatliche Gebühr eher wie eine Versicherung sehen, solange nichts passiert zahlt man zähneknirschend aber wenn dann man was passiert ist man froh gezahlt zu haben.

Mein Flohbus hat es bis her immer wieder alleine geschafft nachhause zu kommen und wenn ich bedenke wie nah die A1 und A24 ist bin ich ganz froh das ich nicht nachvollziehen kann wo er so war.

gruss

sedl

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