Der Schufa-Score – so geheim wie das Rezept von Coca-Cola und fast so mythisch. Jahrzehntelang wussten Verbraucherinnen und Verbraucher nur, dass ein Prozentwert zwischen 0 und 100 über Kredite, Mobilfunkverträge, Wohnungszusagen und mehr entschied. Welche Zutaten die „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ aber in welcher Dosierung in ihren Rechenkessel warf, blieb Betriebsgeheimnis. Seit dem 17. März 2026 lüftet die Schufa diesen Vorhang jetzt ein Stück. Statt eines kryptischen Prozentwerts bekommen ihre nach eigenen Angaben rund 68 Millionen erfassten Personen in Deutschland nun einen Punktestand zwischen 100 und 999 zu sehen – samt der zwölf Kriterien, die ihn bilden.
Beide bieten 27 Zoll und 5K, zwischen ihnen liegen aber 700 Euro Preisunterschied. Was der BenQ besser kann, was er vermisst lässt und für wen er die richtige Wahl ist: unser ausführlicher Test.
Ganz freiwillig passiert ist das indes nicht: Gleich zwei Urteile des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) hatten der deutschen Wirtschaftsauskunftei zuvor den Rückzug ins Geschäftsgeheimnis verwehrt. Ohne diese „sanfte juristische Nachhilfe“ wäre das neue System wohl kaum entstanden.
So kommst du an deinen Score
Der Weg zum neuen Score führt entweder über die Webadresse app.schufa.de oder die begleitende App für das iPhone und Android-Smartphones. Nach der sicheren Registrierung – wahlweise mithilfe der eID-Online-Ausweisfunktion und der „IDnow Online-Ident“-App oder eines PIN-Verfahrens per klassischer Briefpost – erscheint im digitalen Konto der eigene Punktestand. Diesen aktualisiert die Schufa jeweils zum Quartalsende. Wer lieber auf Papier vertraut, darf stattdessen die Datenkopie nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) anfordern: Einmal pro Quartal kommt sie dann kostenfrei per Post ins Haus, allerdings als nüchterner Datenauszug ohne grafische Aufarbeitung.
Die Website respektive App zeigt die Punktzahl an, darunter die Einordnung in eine von fünf Klassen. Zwölf Kriterien ersetzen ein deutlich komplexeres Vorgängersystem. Jedes Kriterium besitzt eine feste Punkteobergrenze, die zugleich seine jeweilige Gewichtung offenlegt, wie ein Fingerzeug auf „Zur Score-Berechnung“ erklärt. Am stärksten wiegen Zahlungsstörungen: Wer keine hat, sammelt dafür bis zu 264 Punkte, während offene Forderungen den Score so weit drücken können, dass keiner mehr berechnet wird. Es folgen bis zu 117 Punkte für wenige Anfragen nach Girokonten und Kreditkarten in den vergangenen zwölf Monaten, bis zu 99 Punkte für möglichst wenige Auskünfte außerhalb des Bankenbereichs sowie bis zu 94 Punkte für eine beständige Wohnadresse. Am unteren Ende der Skala rangieren Details wie etwa der Kreditstatus oder eine offizielle Identitätsprüfung.
Wer ausschließlich wissen möchte, wie es um seine Bonität steht, kommt mit dem kostenlosen Schufa-Account aus. Die kostenpflichtigen Abonnements unter meineschufa.de rechnen sich vor allem für Verbraucher, die den digitalen Bonitätsnachweis mehrfach im Jahr benötigen, sowie für alle, die sich ernsthaft gegen Identitätsmissbrauch absichern möchten. meineSCHUFA kompakt beinhaltet für monatlich 5 Euro einen tagesaktuell aktualisierten Score, Echtzeit-Benachrichtigungen bei Datenänderungen sowie die Bonitätsauskunft als PDF-Download etwa für Vermieter, die ansonsten im Einzelverkauf 30 Euro kostet. meineSCHUFA plus fügt für 7 Euro einen Identitätsschutz inklusive eines Monitorings persönlicher Daten im Darknet hinzu. Die premium-Variante rundet das Paket für 10 Euro mit einem Zugang für drei mögliche Nutzer sowie einer Unternehmensauskunft ab. Beachten solltest du, dass alle drei Verträge eine Mindestlaufzeit von zwölf Monaten voraussetzen.
Transparenz ≠ Gerechtigkeit
Die Schufa vermarktet ihr neues Produkt als den „weltweit ersten vollkommen transparenten Bonitätsscore“. Klingt gut – ist aber relativ. Denn transparent ist vor allem die Präsentation in zwölf Kriterien und ihren Höchstwerten. Die eigentliche Rechenformel – also wie eine bestimmte Kombination aus Lebenssituation und Vertragshistorie zu einer konkreten Punktzahl wird – bleibt jedoch weiterhin Geschäftsgeheimnis.
Auch inhaltlich ist Kritik angebracht. Besonders jüngere Menschen oder Berufstätige mit häufigen Wohnortwechseln zahlen im neuen System einen hohen Preis. Denn ein Umzug „kostet“ Punkte, ein Wechsel des Girokontos verkürzt zugleich die Historie mehrerer Kontenkriterien. Auch wer Konten und Kreditkarten häufig wechselt, handelt sich Punktabzüge ein. Besonders heikel: Bonitätsabfragen beim Rechnungskauf oder bei längerfristig angelegten „Buy now, pay later“-Käufen, etwa bei Klarna oder PayPal, zählen als gesonderte Anfragen außerhalb des Bankenbereichs. Wer auf diese Weise seine Liquidität schonen möchte, büßt ironischerweise Punkte ein.
Eine weitere Einschränkung: Zwar erscheint der neue Score seit dem 17. März 2026 im eigenen Schufa-Konto, doch Banken, Online-Händler und Mobilfunkanbieter steigen nur schrittweise um. Die Schufa nennt für April 2026 eine Nutzungsquote von etwa 25 Prozent unter ihren Unternehmenskunden, bis Jahresende soll die Hälfte umgestellt haben, die vollständige Ablösung läuft jedoch erst Ende 2028 aus. Wer eine Ablehnung im Ladengeschäft oder beim Ratenkauf kassiert, könnte also weiterhin nach dem alten Modell bewertet worden sein. Jede Ablehnung macht daher eine Rückfrage beim Händler lohnend, welchen Score dieser herangezogen hat. Dieses kuriose Nebeneinander aus altem Prozentwert und neuem Score könnte die Reformphase hinauszögern.
Das ist erst der Anfang
Unterm Strich hat die Schufa ein langjähriges Problem jedoch deutlich entschärft: Die Bonitätsprognose ist nachvollziehbarer geworden. Die nächste Debatte beginnt damit aber erst: Sie dreht sich um die Frage, ob die offengelegten Kriterien tatsächlich fair bemessen, was sie zu bewerten vorgeben – und ob ein Leben in Bewegung, Wechselbereitschaft und Preisvergleich wirklich ein Leben im Bonitätsrisiko sein muss.

Neugier, Technikoptimismus und eine Offenheit für die verschiedensten Themen haben Thomas Raukamp seit jeher angetrieben. Dabei fühlt er sich nicht einer bestimmten Plattform verbunden, sondern der Idee dahinter – und den Menschen, die sie prägen. Wie Microsoft-Chef Satya Nadella Empathie zu seiner Triebfeder macht, warum die Philosophie des Zen das Design von Laptops beeinflussen kann und ob Maschinen so etwas wie Gefühle entwickeln: Thomas spürt gern den großen und kleinen Impulsen nach, die hinter den Menschen und ihren Produkten stecken.
Seine journalistischen Stationen lesen sich wie eine Landkarte dieser Neugier. Angefangen beim Atari-Magazin „st-computer“ über das Musikproduktionsmagazin „Beat“ und die Sportzeitschrift „Sportsfreund“ bis hin zu seiner gegenwärtigen Interessensplattform „CHIP“, der Traditionsmarke im deutschen IT-Journalismus – Thomas war und ist stets mit Leidenschaft für seine Themen dabei.








