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Die besten SSDs für unterwegs

Welche externe SSD passt am besten zum Mac? Wir haben schnelle, robuste und mobile Laufwerke von LaCie, SanDisk, Corsair, Kingston, Crucial und Seagate getestet.

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Diese Geräte haben wir getestet
  • Corsair EX400U
  • Crucial X10
  • Kingston XS1000R
  • LaCie Rugged TB5
  • SanDisk Extreme Pro USB4
  • Seagate Ultra Compact

Externe Laufwerke gehören ganz klar zum sinnvollsten Zubehör für den Mac. Sie entlasten nicht nur den so teuren internen Speicher des Rechners, sondern eignen sich auch ideal für Time-Machine-Backups wichtiger Dateien. Zwar sind klassische externe Festplatten noch erhältlich, doch der Großteil der aktuellen Speicherlösungen setzt auf die sogenannte Solid-State-Technik, sei es in Form einer Speicherkarte, eines USB-Sticks oder eben einer externen SSD.

SSDs sind anderen Speichermedien deutlich überlegen, da sie je nach Schnittstelle Daten mit enormer Geschwindigkeit übertragen. Gerade bei den Schnittstellen herrscht jedoch oft Verwirrung: Der USB-C-Stecker kommt heute fast überall zum Einsatz – von der verhältnismäßig einfachen USB-3.2-Verbindung mit 10 Gbit/s (immer noch deutlich schneller als eine Festplatte!) bis hin zum extrem leistungsstarken Thunderbolt 5.

Das Problem dabei, du ahnst es bereits: Je schneller ein Laufwerk ist, desto höher ist auch dessen Preis. Die Wahl der richtigen externen SSD ist daher ein Balanceakt zwischen den Anforderungen des Mac, den eigenen Bedürfnissen und dem Budget. Hier hilft unsere Übersicht aktueller und am Mac getesteter externer SSDs bei der schwierigen Kaufentscheidung.

So haben wir getestet

Jede SSD wurde mit dem beiliegenden Kabel an den Thunderbolt-5-Port eines Mac Studio angeschlossen und im APFS-Format formatiert. Die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten ermittelten wir mit Amorphous DiskMark, zur Messung von Zugriffszeiten und Bandbreite kam Blackmagic Speed Test zum Einsatz. Auch wenn wir die SSDs nicht in der Badewanne versenkten, flossen IP-Zertifizierungen und die Fallfestigkeit in die Bewertung der Robustheit ein.

Das solltest du vor dem Kauf bedenken

1. Schnittstellen-Check

SSDs sind schnell. Der Aufpreis für ein Thunderbolt-5-Laufwerk lohnt sich nicht, wenn der Mac lediglich über Thunderbolt-4-Anschlüsse verfügt.

2. Kapazität

Datenberge wachsen schnell, besonders bei der Nutzung von Videos, Fotos und Audio. 2 Terabyte klingen viel, doch eine Investition in ein 4-TB-Laufwerk ist zukunftssicherer.

3. Kabelwahl

Die mitgelieferten USB-C-Kabel unterstützen meist die maximale Geschwindigkeit der SSDs, sind jedoch oft frustrierend kurz. Wer ein längeres Ersatzkabel kauft, muss zwingend auf den korrekten Verbindungsstandard achten, der zur SSD passt.

4. Robustheit

SSDs mit griffiger und schützender Gummiummantelung überstehen den Transport im Rucksack besser, kosten aber in der Regel auch mehr.

Corsair EX400U

(Bild: Future Publishing)

Das USB4-Laufwerk von Corsair verfügt über einen MagSafe-Ring auf der Rückseite. Das klingt großartig – bis man sich erinnert, dass selbst das iPhone 16 Pro lediglich einen USB-3.2-Anschluss besitzt. Alternativ lässt sich das Laufwerk dank des Magneten einfach an Büromöbeln befestigen.

Die EX400U ist angenehm leicht und besitzt eine quadratische Form. Um das volle Potenzial des USB4-Laufwerks auszuschöpfen, ist Thunderbolt 4 oder 5 erforderlich. In unserem Test am Thunderbolt-4-Port eines Mac erreichten wir beeindruckende Lesegeschwindigkeiten von 4.471,43 MB/s. Das übertraf sogar den am PC gemessenen USB-4-Spitzenwert von 4.062,89 MB/s und ist viermal so schnell wie ein herkömmliches USB-3.2-Laufwerk.

Der Preis pro TB liegt allerdings höher als bei den meisten anderen Testkandidaten. Wer jedoch ein Laufwerk für absolute Höchstgeschwindigkeiten sucht, wird hier fündig – erhältlich ist es mit bis zu 4 TB.

Preis: 249,99 Euro (2 TB)
Web: corsair.com
+ sehr schnell
+ mit MagSafe

- USB4 statt Thunderbolt
- keine 8-TB-Option

Note: 2,0

Crucial X10

(Bild: Future Publishing)

Am Mac hat die Crucial X10 ein Problem. Zwar nutzt sie einen USB-C-Stecker, technisch handelt es sich jedoch um eine USB 3.2 Gen 2x2-Schnittstelle.

Das Dilemma: Kaum ein Gerät verfügt heute über diesen Port und macOS unterstützt den Standard nicht – selbst nicht über Thunderbolt 5. Das führt dazu, dass diese SSD, die an einem Windows-PC theoretisch 20 Gbit/s (bzw. 2.003,8 MB/s im Test) erreicht, am Mac nur wie ein gewöhnliches USB-3.2-Laufwerk läuft.

Im Klartext bedeutet das: halbe Geschwindigkeit. Als 20-Gbit/s-Laufwerk wäre sie ein Schnäppchen, doch reduziert auf 10 Gbit/s verliert sie ihren Preisvorteil gegenüber der Konkurrenz. Äußerlich ist die X10 eher unauffällig: ein rechteckiges Kunststoffgehäuse in einem angenehmen Blauton. Vielleicht hilft das schlichte Design, die Kosten niedrig zu halten. Es fehlt eine Aktivitätsleuchte, immerhin gibt es eine Öse für eine Trageschlaufe.

Preis: 340 Euro (2 TB)
Web: crucial.com
+ klein
+ leicht
+ mit bis zu 8 TB erhältlich

- am Mac nicht voll unterstützt
- Kunststoffgehäuse

Note: 2,5

LaCie Rugged Pro5

(Bild: Future Publishing)

Dieses Kraftpaket ist das schnellste Laufwerk in unserem Vergleichstest. Das ist der Thunderbolt-5-Schnittstelle zu verdanken. Damit ist die SSD der perfekte Partner für High-End-Macs, etwa einen Mac Studio mit M4 Max.

Ihr eigentliches Zuhause dürfte jedoch eher ein MacBook Pro mit Thunderbolt 5 im Außeneinsatz sein. Als „Rugged“-Laufwerk mit IP68-Zertifizierung widersteht sie Wasser und Staub. Dennoch gibt es Grenzen bei der Tauchtiefe, und auch Sand sollte besser nicht in die USB-C-Buchse gelangen.

Die Daten fliegen fast so schnell wie bei einer internen SSD. Unsere Messergebnisse, 6.575,97 MB/s Lesen und 5.142,68 MB/s Schreiben, lagen sogar noch etwas über den Herstellerangaben von Seagate.

Die kompakte SSD ist zwar schwerer als die Konkurrenz, wirkt durch das Design aber markant und nicht übermäßig groß. Allerdings ist sie auch mit die teuerste SSD im Test.

Preis: 419,99 Euro (2 TB)
Web: seagate.com
+ schnell
+ tolles Design
+ ideal für Thunderbolt 5

- teuer

Note: 1,2

Kingston XS1000R

(Bild: Future Publishing)

Mit einer gemessenen Lesegeschwindigkeit von 1.008,52 MB/s ist die Kingston zwar nicht das langsamste Laufwerk im Test, aber definitiv das günstigste. Ihre Geschwindigkeit übertrifft herkömmliche USB-Sticks und Festplatten deutlich. Wer eine SSD für gelegentliche Backups oder Time Machine sucht und nicht auf Rekordwerte angewiesen ist, liegt hier richtig.

Die SSD ist formschön gestaltet, in Schwarz oder Rot erhältlich und bietet Kapazitäten bis zu 2 TB. Sie nutzt eine USB-3.2-Verbindung. Wird sie an einen Thunderbolt-4-Port angeschlossen, reizt sie diesen naturgemäß nicht aus. Das hat jedoch den Vorteil, dass sie problemlos auch über Docks oder Hubs betrieben werden kann, ohne dass man sich große Sorgen um Geschwindigkeitsverluste machen muss.

Ein leider sehr kurzes USB-C-Kabel liegt bei. Da wir uns hier nicht im absoluten High-End-Bereich bewegen, ist das verschmerzbar.

Preis: 291 Euro (2 TB)
Web: kingston.com
+ preiswert und für den Alltag schnell genug

- nur bis 2 TB
- fast Schlusslicht bei Geschwindigkeit

Note: 2,5

SanDisk Extreme Pro USB4

(Bild: Future Publishing)

Verpackt in einen Gummimantel und zertifiziert nach IP65, wirkt diese physisch recht große SSD wie ein Tresor für Daten. Die markante Schlaufe an der Ecke verrät, welches Einsatzgebiet SanDisk im Sinn hat: Mit einem Karabiner am Rucksack befestigt, während sie bei einer Bergtour gegen die Wasserflasche schlägt.

Trotz ihrer Größe macht sie auch auf dem Schreibtisch eine gute Figur, solange der Mac die nötige Leistung liefert. Da es sich um ein USB-4-Laufwerk handelt, ist ein Thunderbolt-4-Anschluss Pflicht, um das volle Potenzial auszuschöpfen, andernfalls wird die SSD auf die maximale Geschwindigkeit des jeweiligen USB-Ports gedrosselt.

Bekommt sie die passende Schnittstelle, arbeitet sie zügig. In unseren Tests erreichte sie 3.838,42 MB/s beim Lesen. Das liegt zwar etwas unter den Werten der Corsair, ist aber dennoch ein exzellentes Ergebnis.

Preis: 446,99 Euro (2 TB)
Web: sandisk.com
+ robust und schnell

- recht groß und teuer

Note: 2,0

Seagate Ultra Compact

(Bild: Future Publishing)

Die Ultra Compact von Seagate macht ihrem Namen alle Ehre. Dieses winzige Laufwerk hat etwa die Größe einer Kaugummipackung und verzichtet auf ein separates Kabel. Stattdessen setzt Seagate auf einen integrierten USB-Stecker. Das Laufwerk wird also wie ein klassischer USB-Stick direkt in den Port des Mac gesteckt.

Technisch gesehen ist es auch eine Art USB-Stick, allerdings einer, der die vollen 10 Gbit/s der USB-3.2-Spezifikation ausreizt. Ein Anschluss an Thunderbolt bringt hier keinen Geschwindigkeitsvorteil. In unserem Test erreichten wir eine Spitzengeschwindigkeit von 944,12 MB/s.

Das Gehäuse besteht aus Metall und wird mit einer Gummihülle geliefert, die vor Stößen schützt, spezifiziert für Stürze aus bis zu drei Metern Höhe und geschützt nach IP54. Damit eignet sich der Stick ideal für den schnellen Dateitransfer zwischendurch, weniger jedoch als Laufwerk für Time Machine.

Preis: 227,99 Euro (2 TB)
Web: seagate.com
+ sehr klein
+ volle USB-3.2-Geschwindigkeit

- teuer pro TB
- unflexibler fester Stecker

Note: 2,5

Der Gewinner: LaCie Rugged Pro5

(Bild: Future Publishing)

Nicht günstig, aber den im Vergleich höheren Preis wert

Unser Vergleich zeigt deutliche Unterschiede: Bei den USB-3.2-Laufwerken ist die Kingston XS1000R zwar mit Abstand am günstigsten, aber auch am langsamsten. Die Seagate Ultra Compact besticht durch ihre Winzigkeit, kann aber bei der Geschwindigkeit nicht mit der Spitze mithalten. Zwar ist USB 3.2 für viele Aufgaben am Mac ausreichend, doch wer mehr will, greift zu USB4. Die Modelle von SanDisk und Corsair sind schnell, aber auch deutlich teurer und physisch größer. Ein Sonderfall ist die Crucial X10: Aufgrund ihres am Mac nicht unterstützten Übertragungsprotokolls (USB 3.2 Gen 2x2) können wir sie Mac-Nutzern derzeit nicht empfehlen, solange kein Firmware-Update das Manko behebt. Damit bleibt die LaCie Rugged Pro5 unangefochtener Champion. Sie nutzt den Thunderbolt-5-Anschluss konsequent, um Daten in Rekordzeit zu verschieben und ist kompakter als die SanDisk Extreme Pro USB4 – allerdings ist sie auch mit die teuerste aller Kandidaten. Das macht sie zur ersten Wahl für Profis – oder für diejenigen, die ihre Daten über Berge und durch unwegsames Gelände transportieren müssen. Wer riesige Datenmengen so schnell wie möglich von der internen SSD seines Mac sichern muss, egal wo auf der Welt, findet in der LaCie Rugged Pro5 die überzeugendste Lösung.