Apple-Design

AirPods Max: Ex-Apple-Designer erklärt, warum das Logo fehlt

Die AirPods Max wirkten bei ihrer Vorstellung wie Apples später Einstieg in den Markt großer Kopfhörer. Ein früherer Apple-Designer zeichnet nun ein anderes Bild: Die Entwicklung soll Jahre früher begonnen haben – mit Hunderten Varianten für Passform und Komfort.

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Ein früherer Apple-Designer hat neue Einblicke in die Entwicklung der AirPods Max gegeben. Eugene Whang, der mehr als 20 Jahre bei Apple arbeitete, sagte in einem Interview mit Highsnobiety, dass das Team rund fünf Jahre an den Kopfhörern gearbeitet habe. Dabei sei es nicht nur um Technik und Material gegangen, sondern vor allem um Passform, Tragekomfort und die Frage, wie sichtbar Apple als Marke auf dem Produkt sein sollte.

Quickread: Auf einen Blick
  • Eugene Whang arbeitete mehr als 20 Jahre als Designer bei Apple.
  • Die AirPods Max sollen über rund fünf Jahre entwickelt worden sein.
  • Laut Whang testete Apple Hunderte Varianten für Komfort und Passform.
  • Das fehlende Apple-Logo war offenbar eine bewusste Designentscheidung.
  • Apple wollte die Kopfhörer nicht wie eine sichtbare Markenfläche am Kopf wirken lassen.

Die AirPods Max kamen Ende 2020 auf den Markt. Von außen betrachtet konnte der Eindruck entstehen, Apple habe erst nach dem Erfolg der regulären AirPods entschieden, auch einen Over-Ear-Kopfhörer zu entwickeln. Whangs Aussagen legen nahe, dass das Projekt deutlich früher anlief.

Fünf Jahre für drei zentrale Bauteile

Nach Whangs Darstellung bestand die Arbeit an den AirPods Max im Kern aus drei Elementen: dem Kopfbügel, dem Case und den Ohrpolstern. Besonders die Polster seien anspruchsvoll gewesen, weil Kopfformen und Ohren von Nutzerinnen und Nutzern stark variieren. Das Team habe deshalb „Hunderte und Hunderte“ Varianten ausprobiert.

Gerade diese Detailarbeit ist für Apple-Produkte typisch, wird bei Kopfhörern aber besonders sichtbar. Anders als ein Smartphone oder Notebook liegen Over-Ear-Kopfhörer direkt am Körper, teils über Stunden. Kleine Unterschiede bei Druck, Gewicht oder Material können darüber entscheiden, ob ein Produkt als hochwertig oder unangenehm wahrgenommen wird.

Warum kein Apple-Logo auf den AirPods Max steht

Auffällig ist bis heute, dass die AirPods Max kein sichtbares Apple-Logo auf der Außenseite tragen. Whang erklärte das im Interview mit einer ungewöhnlich klaren Designentscheidung: Das Team habe den Kopf der Nutzer nicht „branden“ wollen. Anders gesagt: Die Kopfhörer sollten zwar als Apple-Produkt erkennbar sein, aber nicht wie eine Werbefläche wirken.

Diese Zurückhaltung passt zu Apples Designlinie, bei der Wiedererkennbarkeit häufig über Form, Material und Bedienung entsteht. Bei den AirPods Max übernehmen etwa die markanten Aluminium-Ohrmuscheln, der Netz-Kopfbügel und die Digital Crown diese Rolle.

Innenleben statt reiner Oberfläche

Whang beschreibt Apples Designprozess als Arbeit „von innen nach außen“. Gemeint ist damit, dass nicht nur äußere Form und Material entscheidend seien, sondern auch die Anordnung der internen Bauteile. Selbst die Form der Leiterplatte und die Platzierung einzelner Komponenten seien Teil des Designs gewesen.

PCB erklärt!

PCB steht für „Printed Circuit Board“, auf Deutsch Leiterplatte. Darauf sitzen elektronische Bauteile wie Chips, Sensoren oder Anschlüsse. Ihre Form und Position beeinflussen nicht nur die Technik, sondern auch Gewicht, Stabilität und Bauform eines Produkts.

Das ist ein wichtiger Punkt, weil Produktdesign bei Apple selten nur als Gestaltung der sichtbaren Hülle verstanden wird. Wenn Gewicht, Balance und Bauraum stimmen müssen, beeinflusst das Innenleben direkt, wie ein Gerät am Ende aussieht und sich anfühlt.

AirPods Max bleiben ein Sonderfall im Apple-Portfolio

Die Aussagen sind auch deshalb interessant, weil die AirPods Max seit ihrer Vorstellung nur vergleichsweise zurückhaltend aktualisiert wurden. Apple brachte später vor allem eine Version mit USB-C-Anschluss und neuen Farben, änderte das Grunddesign aber kaum.

Whangs Einblicke erklären zumindest teilweise, warum Apple an der Form festhält. Wenn ein Produkt über Jahre hinweg auf Passform, Gewicht und Materialabstimmung optimiert wurde, ist ein äußerlich kleiner Umbau nicht automatisch trivial. Gleichzeitig zeigt das Interview, wie stark die AirPods Max innerhalb von Apples Designkultur als Objekt zwischen Technik, Mode und Alltagsgegenstand gedacht waren.

Unsere Einschätzung

Stefan Keller
Interessant zu lesen – und nachvollziehbar ist der Gedanke durchaus. Trotzdem wirken die AirPods Max auf mich weniger wie ein zurückhaltendes Produkt als wie ein Design-Statement mit Ohrpolstern. Ein Mode-Accessoire, nur eben ohne sichtbares Logo. Subtil geht anders.

Was uns jetzt als Nächstes interessieren würde: Warum sitzt der Lightning- beziehungsweise USB-C-Anschluss der Magic Mouse eigentlich an der wahrscheinlich ungeschicktesten Stelle, die man sich vorstellen kann? (Spoiler: Weil das Magic Trackpad sowieso besser ist – und weil offenbar auch sehr teures Zubehör nicht vor sehr merkwürdigen Entscheidungen schützt.)

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