Apple arbeitet offenbar an einer neuen Siri-App, die den Sprachassistenten stärker an moderne KI-Chatbots annähern soll. Laut Bloomberg-Reporter Mark Gurman ist die Einführung im Rahmen von iOS 27 geplant. Vorgestellt werden könnte die neue Version demnach bereits zur WWDC 2026 im Juni, zunächst wohl mit Beta-Hinweis.
- Apple soll für iOS 27 eine eigenständige Siri-App planen.
- Die App soll Chatverläufe, Sprachchats und Datei-Uploads unterstützen.
- Unterhaltungen sollen sich automatisch nach 30 Tagen oder einem Jahr löschen lassen.
- Laut Bloomberg könnte die neue Siri auch zum öffentlichen Start als Beta gekennzeichnet sein.
- Die Technik soll Berichten zufolge teilweise auf Googles Gemini-Modellen basieren.
Der Bericht beschreibt Siri nicht mehr nur als systemweiten Sprachassistenten, sondern als eigenständige App mit Chatverlauf. Nutzerinnen und Nutzer sollen demnach neue Unterhaltungen starten, zwischen Text- und Sprachinteraktionen wechseln und Dateien an Siri übergeben können. Damit würde Apple die Bedienung stärker an Dienste wie ChatGPT anlehnen, ohne Siri vollständig aus iOS herauszulösen.
Eigene Siri-App statt nur Sprachassistent
Ein zentraler Punkt soll der Umgang mit Chatverläufen sein. Die neue Siri-App soll laut Bloomberg Optionen zum automatischen Löschen von Unterhaltungen erhalten. Ähnlich wie in Apples Nachrichten-App könnten Nutzer demnach festlegen, ob Verläufe nach 30 Tagen, nach einem Jahr oder gar nicht automatisch entfernt werden.
Private Cloud Compute ist Apples Ansatz für KI-Anfragen, die nicht vollständig auf dem Gerät verarbeitet werden können. Statt Daten direkt an externe Dienste weiterzugeben, sollen bestimmte Aufgaben auf speziell abgesicherten Apple-Servern laufen. Ziel ist, leistungsfähigere KI-Funktionen zu ermöglichen und zugleich den Zugriff auf persönliche Daten möglichst eng zu begrenzen.
Für Apple wäre das ein naheliegender Schwerpunkt. Das Unternehmen vermarktet seine KI-Funktionen seit dem Start von Apple Intelligence stark über Datenschutz und lokale Verarbeitung. Bei komplexeren Anfragen setzt Apple bereits auf das Konzept „Private Cloud Compute“, bei dem bestimmte Berechnungen auf Apples Servern laufen sollen, ohne klassische Cloud-Profile der Nutzerinnen und Nutzer aufzubauen.
Gemini-Technik im Hintergrund
Die App soll die überarbeitete Siri-Version auf KI-Technik von Google verwenden. Konkret ist von Gemini-Modellen die Rede, die Apple auf der eigenen Infrastruktur einsetzen wolle. Damit würden Siri-Anfragen nicht einfach direkt an Google weitergereicht. Wie genau Apple die technische Trennung, Verarbeitung und mögliche Protokollierung umsetzt, bleibt aber offen.
Sollte Apple diesen Weg tatsächlich gehen, wäre das eine bemerkenswerte Kombination: Die Nutzeroberfläche und Systemintegration blieben bei Apple, während ein Teil der KI-Leistung von Google-Technik stammen könnte. Für Endnutzer dürfte vor allem entscheidend sein, ob Siri damit im Alltag verlässlicher wird. Die bisherigen Apple-Intelligence-Funktionen konnten die hohen Erwartungen an einen grundlegend neuen Assistenten bislang nur teilweise erfüllen.
Start wohl mit Beta-Label
Laut Bloomberg könnte Apple die neue Siri auch nach der öffentlichen Veröffentlichung von iOS 27 weiterhin als Beta kennzeichnen. Interne Testversionen sollen bereits einen entsprechenden Hinweis enthalten. Außerdem soll es eine Option geben, die neue Siri-Beta zu verlassen. Unklar ist, ob dieser Schalter separat von Apple Intelligence funktioniert oder Teil der bestehenden KI-Einstellungen wird.
Ein Beta-Label wäre für Apple nicht ungewöhnlich. Auch Apple Intelligence wurde zunächst als Beta eingeführt. Im Fall von Siri hätte dieser Schritt allerdings besonderes Gewicht, weil Apple die tiefere Siri-Integration bereits seit längerer Zeit in Aussicht stellt und die Erwartungen an den Assistenten entsprechend hoch sind.
WWDC 2026 als wahrscheinlicher Rahmen
Die WWDC 2026 beginnt im Juni und dürfte wie üblich den Ausblick auf Apples nächste Betriebssystemgenerationen liefern. iOS 27 wäre dabei der naheliegende Rahmen für eine größere Siri-Neuausrichtung. Neben der möglichen Siri-App nennt der Bloomberg-Bericht auch weitere KI-Funktionen, darunter Verbesserungen bei Genmoji.
Bis zur offiziellen Vorstellung bleibt offen, welche Funktionen Apple tatsächlich zeigt und welche davon im Herbst in der ersten öffentlichen Version von iOS 27 landen. Der Bericht deutet aber klar darauf hin, dass Apple Siri nicht nur punktuell verbessern, sondern als eigenständige KI-Oberfläche neu positionieren will.

Andererseits hat Apple aber auch eine gewisse Historie, was gut gemeinte Features angeht, die das Unternehmen dann dennoch verbockt, vor allem im Bereich Online-Dienste.







