
Das rund 780 Euro teure Komplettpaket: Die „Gopro Mission 1 Pro Grip Edition“ liefert neben dem Standard-Lieferumfang einen praktischen Griff samt Case, eine Handschlaufe und eine schützende Tragetasche mit. (Bild: Udo Lewalter) 
(Bild: Gopro) 
Mission 1 Pro (l.) versus Hero 13 Black (r.): heller, mehr Schattendetails, natürlichere Farben im Videomodus. Die Unschärfe in den Details ist der Kompression des Videostandbilds geschuldet; dennoch zeigt sich die überlegene Lichtausbeute des... (Bild: Udo Lewalter)
Mit der Mission 1 Pro schlägt Gopro ein neues Kapitel seiner Firmengeschichte auf. Während die Hero-Serie vor allem für Action und Vlogging steht, richtet sich die Mission 1 Pro aufgrund ihrer aufgewerteten Hardware stärker an ambitionierte Filmer und Fotografen, die eine hohe Bildqualität in einem kompakten Format suchen. Herzstück des Geräts ist ein für diese Kamerakategorie großer 1-Zoll-Sensor mit 50 Megapixeln. Gegenüber dem 1/1,9-Zoll-Sensor der Hero 13 Black fällt die Sensorfläche mehr als dreimal größer aus, was bessere Voraussetzungen für Dynamikumfang, Detailzeichnung und Aufnahmen bei wenig Licht schafft.
Neben der Mission 1 Pro für 699 Euro hat Gopro die 100 Euro günstigere Mission 1 veröffentlicht. Beide Modelle nutzen den 1-Zoll-Sensor und den GP3-Prozessor, die Pro-Version richtet sich jedoch klar an anspruchsvolle Nutzer. Während die Standardvariante bei 8K auf 30 fps begrenzt ist, ermöglicht die Pro 8K mit 60 fps. Zudem bietet nur sie Open-Gate-Aufnahmen in 8K. Auch bei Zeitlupen liegt die Pro vorn: Sie erreicht 4K mit 240 fps und Full HD mit bis zu 960 fps, die Mission 1 dagegen lediglich 4K mit 120 fps und Full HD mit 240 fps. Noch 2026 soll mit der Mission 1 Pro ILS (699 Euro) ein drittes Modell erscheinen, das einen Micro-Four-Thirds-Anschluss für Wechselobjektive bietet.
Ein Dreh – alle Formate
Welche weiteren Möglichkeiten sich aus der aufgebohrten Technik ergeben, zeigen die Spezifikationen: Die Kamera ermöglicht Videos mit bis zu 8K bei 60 Bildern pro Sekunde, was 7.680 mal 4.320 Pixeln entspricht. Darüber hinaus unterstützt sie Open-Gate-Aufnahmen im 4:3-Format bei maximal 8K und 30 fps. Da dabei der gesamte Sensor genutzt wird, haben Sie bei der Bearbeitung mehr Spielraum: Sie entscheiden nachträglich frei, ob ein Video im Querformat für YouTube oder hochkant für TikTok ausgegeben werden soll. Das spart zusätzliche Drehs.
Die Hero 13 Black bietet mit ihrem 8:7-Sensor ebenfalls flexible Aufnahmen über die gesamte Fläche – allerdings nur in 5,3K. Die 8K-Clips der Mission 1 Pro liefern deutlich mehr Reserven für nachträgliche Ausschnittsänderungen. Auch das iPhone 17 Pro beherrscht Open-Gate-Aufnahmen im 4:3-Format, allerdings bleibt die Funktion dort speziellen ProRes-RAW-Workflows in Drittanbieter-Apps wie Final Cut Camera vorbehalten.
Als Highlight für kreative Alleingänge kommt bei der Mission 1 Pro die kamerainterne Objektverfolgung hinzu: Sie hält Motive automatisch im Bild. Der Ausschnitt wird dabei in Echtzeit angepasst. Die Kamera folgt auf Wunsch beispielsweise Ihren Bewegungen und sorgt dafür, dass Sie jederzeit perfekt positioniert bleiben. Ebenfalls praktisch ist „Hindsight“: Diese Funktion speichert bis zu 30 Sekunden Bildmaterial vor dem eigentlichen Start der Aufnahme. Wer den Auslöser zu spät drückt, verpasst den entscheidenden Moment somit nicht.
Auch bei den Aufnahmeformaten richtet sich die Mission 1 Pro an anspruchsvolle Nutzer. Neben klassischen Profilen stehen mit GP-Log2 und HLG HDR professionelle Bildprofile zur Verfügung. Besonders das Log-Format bietet deutlich mehr Spielraum für Farbkorrekturen: Helle Bereiche brennen seltener aus, in Schatten bleiben mehr Details erhalten. Passend dazu unterstützt die Kamera eine 10-Bit-Farbtiefe für feinere Farbverläufe, etwa bei Himmelsaufnahmen. Hinzu kommt eine maximale Videobitrate von bis zu 240 Mbit/s, die verhindert, dass Bildinformationen durch starke Kompression verloren gehen.
Der neue GP3-Prozessor macht die Bedienung über den rückseitigen 2,59-Zoll-Touchscreen und den Systemstart extrem schnell – die Kamera ist deutlich fixer schussbereit als die Hero 13 Black. Nachteil beim Vloggen: Dem Frontdisplay fehlt eine Touch-Funktion, weshalb Einstellungen bei Selfie-Aufnahmen nur umständlich hinten klappen. Und die weite Naheinstellgrenze von circa 40 Zentimetern verlangt stets einen langen Arm, um das eigene Gesicht knackscharf einzufangen – hier sind die Hero 13 Black und das iPhone 17 Pro mit ihren kürzeren Fokusdistanzen klar im Vorteil.
Epische Zeitlupenmomente
Ein Highlight sind zweifelsfrei die Zeitlupenaufnahmen. Die Mission 1 Pro zeichnet 4K-Videos dauerhaft mit bis zu 240 fps und Full-HD-Material (1.920 mal 1.080 Pixel) zehn Sekunden lang sogar mit bis zu 960 fps auf. Damit verleihen Sie Ihren Aufnahmen einen filmreifen, epischen Look. Für derart extreme Bildraten sind allerdings sehr gute Lichtverhältnisse erforderlich, da die notwendige kurze Belichtungszeit die Bildqualität bei wenig Licht beeinträchtigen kann – die Szenen sind dann zu dunkel. Das iPhone 17 Pro bietet ebenfalls hochwertige Zeitlupenfunktionen, erreicht solch hohe Bildraten bei vergleichbarer Auflösung jedoch ebenso wenig wie die Hero 13 Black.
Auch Fotografen kommen bei der Mission 1 Pro auf ihre Kosten. Sie nimmt Bilder mit bis zu 50 Megapixeln auf und liefert dabei sichtbar mehr Details als frühere Gopro-Modelle. Praktisch ist die Möglichkeit, Einzelbilder direkt aus 8K-Videos zu exportieren. Da ein solcher Schnappschuss rund 33 Megapixel umfasst, eignen sich die Aufnahmen problemlos für soziale Netzwerke, Webseiten oder Ausdrucke.
Auch bei Videoaufnahmen überzeugt die Mission 1 Pro bei Tageslicht mit einer hervorragenden Bildqualität. Besonders der größere Dynamikumfang macht sich bemerkbar. Filmt man beispielsweise eine Landschaft mit hellem Himmel und gleichzeitig dunklen Bäumen oder Gebäuden im Vordergrund, bleiben in den Wolken mehr Details erhalten, während die Schatten nicht einfach zu schwarzen Flächen werden. Dadurch wirken die Aufnahmen insgesamt natürlicher und ausgewogener.
Klarer Blick im Dunkeln?
Bei schlechten Lichtverhältnissen hat die Mission 1 Pro aufgeholt – und die Gopro Hero 13 Black überholt. Nachtaufnahmen wirken im Modus „Schwaches Licht“ sauberer, natürlicher und detailreicher als bei der Schwester. Während einige Kameras anderer Hersteller in diesem Modus ihre Aufnahmen durch aggressive Bildverarbeitung teilweise sichtbar verfremden, bewahrt die Mission 1 Pro mehr natürliche Strukturen und feine Details. Farben bleiben kräftiger, ohne übertrieben zu wirken, und Bildrauschen wird reduziert. Das iPhone ist dank seiner leistungsfähigen Bildverarbeitung zwar ein ebenbürtiger Konkurrent, erzeugt jedoch manchmal einen künstlich nachgeschärften Look.
Die Technik der Mission 1 Pro fordert Platz: Mit 80,1 mal 52,1 mal 44,3 Millimetern und 170 Gramm Gewicht (ohne Akku und Speicherkarte) ist sie größer und schwerer als die Hero 13 Black (71,8 mal 50,8 mal 33,6 mm; 125 Gramm), die sich somit besser für die Helm- oder Brustmontage eignet. Dafür ermöglichen das größere Gehäuse und der GP3-Prozessor ein deutlich verbessertes Wärmemanagement. Überhitzung ist nur bei extremen Einstellungen ein Thema: Bei 8K, 60 fps, 240-Mbit/s-Bitrate, 10-Bit-Farbtiefe und einer Umgebungstemperatur von 22 Grad Celsius schaltete die Kamera im Test nach rund 35 Minuten ab. Bei 4K lief sie bis zum Akkuende – und das erfreulich lange: Bei 25 fps waren über drei Stunden drin. Bei 8K mit 30 fps waren es rund 80 Minuten. Die Hero 13 schafft bei 4K und 25 fps lediglich etwa 87 Minuten – und das auch nur mit Überhitzungsunterbrechungen. Auch beim Laden punktet die Mission 1 Pro: Dank Schnellladefunktion ist der Akku mit einem 20-Watt-Netzteil in nur 31 Minuten wieder voll aufgetankt.
Besser bei Tag
Mit dem 1-Zoll-Sensor liefert die Mission 1 Pro bei Tageslicht eine deutlich bessere Bildqualität als die Hero-Reihe. Superzeitlupen sowie Stabilisierung zählen zu ihren Stärken. Bei wenig Licht erreicht sie das Niveau der DJI- und Insta360-Spitzenmodelle – Wunder sollte man aber nicht erwarten. Getrübt wird der starke Eindruck durch den hohen Preis von rund 700 Euro, den Verzicht auf internen Speicher und das touchlose Frontdisplay. Aufgrund von Größe und Gewicht richtet sich die Mission 1 Pro eher an ambitionierte Filmer als an klassische Actioncam-Nutzer. Wer maximale Bildqualität aus einer Gopro herausholen möchte, findet hier das bislang stärkste Modell. Für Gelegenheitsnutzer bleibt die Hero 13 Black aufgrund ihres besseren Preis-Leistungs-Verhältnisses die sinnvollere Wahl.
Fazit
Tolle Bildqualität, starke Zeitlupen, gute Low-Light-Leistung, hoher Preis – eine Kamera für ambitionierte Nutzer.
| Produktname | Gopro Mission 1 Pro |
|---|---|
| Hersteller | GoPro |
| Preis | 699 € |
| Webseite | www.gopro.com |
| Pro |
|
| Contra |
|
| 1,9gut |









