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Das bringt die Zukunft

macOS 27 Golden Gate: Bilder und Fotos: Nachbessern ausdrücklich erlaubt

Gute Fotos entstehen beim Fotografieren – bessere manchmal danach. macOS 27 Golden Gate spendiert der Fotos-App Werkzeuge, die bislang teurer Spezialsoftware vorbehalten waren: Bilder über Ränder hinaus erweitern, Objekte entfernen und Kompositionen neu ausrichten. Selbst Craig Federighi mahnt zur Ehrfurcht vor dem echten Foto – wir zeigen, wie beides zusammengeht.

Von   Uhr

Das große Diashow-Comeback

Fast nostalgisch, aber ungemein praktisch: Die Fotos-App spielt jede Auswahl an Bildern und Videos wieder als Diashow ab – jetzt mit einstellbarer Anzeigedauer sowie verschiedenen Übergängen. Wählen Sie einen Schwung Bilder aus und dann im Kontextmenü den Eintrag „Diashow starten“. In der ersten Public Beta von macOS 27 klicken Sie dann rechts oben auf die noch nicht übersetzte Schaltfläche „Customize“. Im daraufhin sich öffnenden Fenster können Sie Anzeigedauer und Art der Überblendung wählen.

Sommer-Angebot

SynthID

Jedes per KI bearbeitete Foto soll ein unsichtbares SynthID-Wasserzeichen als Herkunftsnachweis erhalten. Das von Google entwickelte Verfahren verankert die Kennzeichnung direkt in den Bildpixeln – sie übersteht damit auch Screenshots und Kompression.

Fremde Kameras ausdrücklich willkommen

(Bild: Screenshot)

Die neuen Werkzeuge Erweitern, Bereinigen und Räumliche Neuausrichtung beschränken sich nicht auf iPhone-Fotos: Auch importierte Aufnahmen aus System- und anderen Digitalkameras bearbeitet die Fotos-App gleichermaßen – altes Fotomaterial in der Mediathek eingeschlossen. Wer seine Bibliothek mit der „richtigen“ Kamera füllt, profitiert auch mit deren Aufnahmen in vollem Umfang.

Workshop: räumliche Neuausrichtung

Schritt 1

(Bild: Screenshot)

Öffnen Sie ein Foto in der Fotos-App und klicken Sie auf „Bearbeiten“. Klicken Sie dann auf „Werkzeuge“ und wählen Sie in der rechten Seitenspalte „Neu ausrichten“. Das Bild wird daraufhin analysiert.

Schritt 2

(Bild: Screenshot)

Ziehen Sie das Foto bei gedrückter linker Maustaste, um die Kamera zu verschieben. Die Künstliche Intelligenz erzeugt nur Inhalte für die Lücken, die der Perspektivwechsel öffnet. 

Schritt 3

(Bild: Screenshot)

Prüfen Sie das Ergebnis kritisch, besonders bei Gesichtern drohen entstellende Verzerrungen. Überzeugt die Komposition, sichern Sie mit Klick auf „Änderungen speichern“.

Bilder erweitern

(Bild: Screenshot)

Das Motiv sitzt, aber der Bildausschnitt ist zu knapp? Die neue Funktion namens „Erweitern“ ergänzt Fotos über den Rand hinaus: Künstliche Intelligenz berechnet plausible Bildinhalte für die neuen Flächen, etwa mehr Himmel über der Landschaft. Klicken Sie bei geöffnetem Bild zuerst auf „Bearbeiten“ und wechseln in der Bearbeiten-Ansicht dann auf den Reiter „Werkzeuge“. In der Seitenspalte wählen Sie „Erweitern“. Daneben stehen verschiedene voreingestellte Beschnitte zur Wahl. Sie können nun den Zuschnitt des Bildes über seine ursprünglichen Grenzen hinaus erweitern. Bestätigen Sie dann mit Klick auf „Erweitern“ – der Vorgang nimmt einige Sekunden in Anspruch. Zufrieden mit dem Ergebnis? Dann via „Änderungen sichern“ übernehmen, ansonsten einfach „Erweitern zurücksetzen“ anwählen.

Bereinigen räumt auf

(Bild: Screenshot)

Bislang entfernte „Bereinigen“ kleine Störer. In Golden Gate verschwinden auch größere Objekte: der Mülleimer neben dem Denkmal, der Passant im Hintergrund, das gelbe Auto. Neu ist die Modellwahl: „Schnell“ genügt für simple Retuschen, bei komplexen Hintergründen liefert „Hohe Qualität“ sichtbar bessere Ergebnisse – allerdings wird das Bild dann auch in der Cloud statt lokal bearbeitet. So geht’s: Klicken Sie auch hier bei geöffnetem Bild in der Fotos-App zuerst auf „Bearbeiten“ rechts oben und wechseln Sie abermals in die Bearbeiten-Ansicht. Dort wählen Sie den Reiter „Werkzeuge“ und in der rechten Seitenspalte den Eintrag „Bereinigen“ aus. Sie können zwischen „Löschen“ und „Retuschieren“ wechseln. Gut zu wissen: Über einen Klick auf „Zurück zum Original“ lässt sich immer zur ursprünglichen Aufnahme zurückwechseln.

Kostenlos, aber nicht grenzenlos

Die neuen Foto-Werkzeuge sind kostenfrei nutzbar – ganz ohne Deckelung gibt es sie jedoch nicht. Weil Funktionen wie „Bereinigen in hoher Qualität“ oder die Bildgenerierung auf leistungsstarke Servermodelle in Apples Rechenzentren zugreifen, versieht Apple sie mit täglichen Nutzungslimits. Wie viele Bearbeitungen pro Tag frei sind, verrät das Unternehmen bislang nicht. Fest steht: Mit den meisten iCloud+-Tarifen steigt das Kontingent. Apples Formulierung legt nahe, dass der Einstiegstarif mit 50 Gigabyte für 99 Cent im Monat außen vor bleibt. Wer regelmäßig retuschiert, fährt mit den teureren Tarifen oder Apple One besser. Medienberichten zufolge plant Apple zudem, zusätzliche Kontingente zum Kauf anzubieten. Beruhigend für Puristen: Rein lokale Bearbeitungen, etwa das Bereinigen im Schnell-Modus, laufen lokal auf dem Gerät und bleiben von den Limits unberührt.

Workshop: Fotorealismus mit Image Playground

Schritt 1

(Bild: Screenshot)

Öffnen Sie Image Playground und beschreiben Sie die gewünschte Szene – je konkreter, desto besser. Links können Sie das Seitenverhältnis einstellen, der blaue Pfeil startet die Bildgenerierung.

Schritt 2

(Bild: Screenshot)

Image Playground erstellt jetzt Ihr Wunschbild. Feinschliff gefällig? Beschreiben Sie die Änderung im Textfeld und senden Sie diese ab – die KI wird das Bild dann entsprechend anpassen.

Schritt 3

(Bild: Screenshot)

Sie können auch einzelne Objekte verschieben oder löschen. Wählen Sie das Icon mit dem Zeigefinger an und nutzen Sie das Kontextmenü. Die generierten Bilder lassen sich auf den Schreibtisch ziehen.

macOS 27 Golden Gate in der Praxis

Dieser Artikel ist Teil unserer kleinen Serie „macOS 27 Golden Gate in der Praxis“. Hier finden Sie die anderen Artikel zum Thema:

  • macOS 27 Golden Gate in der Praxis
  • Kleine Kniffe, große Wirkung
  • Apple Intelligence: Der Mac denkt mit
  • Bilder und Fotos: Nachbessern ausdrücklich erlaubt
Stefan Molz // Chefredakteur
Stefan Molz

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.

Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.

Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.

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Schleifenquadrat-Podcast

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