Samsung hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA die Freigabe für eine Hörgerätefunktion seiner Galaxy Buds erhalten. Damit sollen die Galaxy Buds3 Pro und Galaxy Buds4 Pro künftig Menschen mit leichter bis mittelschwerer Hörminderung unterstützen können. Der Start ist für das vierte Quartal 2026 in den USA sowie weiteren zugelassenen Märkten vorgesehen.
- Galaxy Buds3 Pro und Galaxy Buds4 Pro erhalten eine Hörgerätefunktion
- Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Funktion freigegeben
- Ein integrierter Hörtest soll rund fünf Minuten dauern
- Für den vollen Funktionsumfang wird One UI 8 oder neuer benötigt
- Der Marktstart ist für das vierte Quartal 2026 geplant
Hörtest direkt über die Galaxy Buds
Teil des Systems ist ein Hörtest, den Nutzer selbst über ein kompatibles Galaxy-Smartphone durchführen können. Nach Angaben von Samsung dauert die Messung rund fünf Minuten. Dabei werden beide Ohren getrennt mit verschiedenen Tönen getestet. Anschließend erstellt die Software ein Audiogramm und ordnet das Ergebnis in normales Hörvermögen sowie leichte, mittelschwere, schwere oder hochgradige Hörminderung ein.
Ein Audiogramm stellt dar, wie gut eine Person unterschiedliche Tonhöhen und Lautstärken wahrnimmt. Daraus lässt sich erkennen, in welchen Frequenzbereichen das Hörvermögen eingeschränkt ist. Hörgeräte können diese Informationen nutzen, um ihre Verstärkung individuell anzupassen.
Auf Basis dieses Ergebnisses passt die Hörgerätefunktion die Wiedergabe an das individuelle Hörprofil an. Frequenzen, die eine Person schlechter wahrnimmt, werden gezielt verstärkt. Samsung nennt unter anderem hohe Frequenzen, leise Stimmen und weiter entfernte Stimmen.
Zusätzlich kommen Funktionen zur Unterdrückung von Störgeräuschen und Beamforming zum Einsatz. Letzteres soll dabei helfen, Geräusche und Stimmen aus der Richtung vor dem Träger stärker hervorzuheben und Hintergrundgeräusche zu reduzieren.
Samsung setzt auf Verfahren aus klassischen Hörgeräten
Für die Anpassung verwendet Samsung das Verfahren NAL-NL2. Dabei handelt es sich um eine in der Hörgeräteakustik eingesetzte Berechnungsmethode, mit der die Verstärkung verschiedener Frequenzbereiche an das jeweilige Hörvermögen angepasst wird.
Entwickelt wurde die Lösung laut Samsung gemeinsam mit den australischen National Acoustic Laboratories und dem Samsung Medical Center. Klinische Untersuchungen fanden dem Unternehmen zufolge unter anderem am Vanderbilt University Medical Center, an der San Jose State University und an der University of Memphis statt.
Die Ergebnisse des Hörtests und Informationen zur Lärmbelastung lassen sich zudem in Samsung Health einsehen. Eine separate App für den eigentlichen Hörtest und die Hörgerätefunktion ist laut Samsung nicht erforderlich.
Nicht alle Galaxy Buds werden unterstützt
Die neue Funktion bleibt zunächst auf die Galaxy Buds3 Pro und Galaxy Buds4 Pro beschränkt. Für den vollständigen Funktionsumfang wird außerdem ein kompatibles Galaxy-Gerät mit One UI 8 oder neuer benötigt.
Samsung richtet die Hörgerätefunktion in den USA an Personen ab 18 Jahren, die eine leichte bis mittelschwere Hörminderung bei sich feststellen. Das Unternehmen weist zugleich darauf hin, dass die Funktion eine professionelle Diagnose oder Behandlung durch medizinisches Fachpersonal nicht ersetzt.
Die FDA-Freigabe gilt zunächst für die USA. Samsung nennt darüber hinaus weitere zugelassene Märkte für das vierte Quartal 2026, macht in der Ankündigung jedoch keine konkreten Angaben dazu, ob Deutschland oder andere europäische Länder zum Start dazugehören.









