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Das bringt die Zukunft

macOS 27 Golden Gate: Apple Intelligence: Der Mac denkt mit

Künstliche Intelligenz muss nicht spektakulär sein, um nützlich zu werden. Golden Gate zeigt das mit Funktionen, die stillschweigend Arbeit abnehmen – vom mitdenkenden Kalender über den automatischen Passwortwechsel bis zur Webseitenüberwachung „Mitteilung an mich“.

Von   Uhr

Safari sortiert selbst

(Bild: Screenshot)

Wer viele Tabs hortet, kennt das Chaos. Golden Gate gruppiert offene Tabs auf Wunsch automatisch nach Themen – und die Ordnung wächst mit: Neue Tabs sortiert Safari beim Surfen gleich in die passende Gruppe ein. Aktivieren lässt sich dies in den Safari-Einstellungen unter dem Reiter „Tabs“ im Pulldown-Menü „Organize tabs“ mit der Anwahl der Option „Automatically Create Topics“.

Sommer-Angebot

Kurzbefehle auf Zuruf

Die Kurzbefehle-App galt lange als Spielwiese für Bastler. Golden Gate senkt die Einstiegshürde gleich doppelt: Neue Kurzbefehle entstehen jetzt per Beschreibung in natürlicher Sprache, Apple Intelligence baut die Automation im Hintergrund selbst zusammen, und jeder Kurzbefehl startet auf Zuruf mit einem selbst gewählten Auslösewort. Ein Alltagsbeispiel: der Kurzbefehl „Feierabend“. Er aktiviert den Fokus „Nicht stören“, startet die Lieblings-Playlist in der Musik-App und öffnet die Notiz mit der Einkaufsliste für den Heimweg. Statt Aktionen zusammenzuklicken, genügt künftig genau dieser Satz als Beschreibung – den Rest erledigt die Künstliche Intelligenz. Wer tiefer einsteigt, freut sich über neue Bausteine: Sonst-wenn-Blöcke für sauberere Logik, Automationen, die auf Bildschirmfotos oder Mitteilungen reagieren, und Aktionen zum Anordnen von Fenstern.

(Bild: Screenshot)

Schreiben mit Siri

(Bild: Screenshot)

Nur auf Englisch! Diktieren war gestern: Sagen Sie Siri, welcher Text entstehen soll, etwa „Schreibe eine Absage für den Arzttermin kommenden Mittwoch“, und Siri AI liefert einen Entwurf direkt in Mail. Den Feinschliff übernimmt der Mensch. Die Funktion startet zunächst auf Englisch.

Visuelle Intelligenz per Tastendruck

(Bild: Screenshot)

Nur auf Englisch! Mit [cmd] + [shift] + [6] markieren Sie einen beliebigen Bildschirmbereich, und Visuelle Intelligenz analysiert den Inhalt. So lassen sich Pflanzen bestimmen, Texte übersetzen oder auch Produkte suchen. Aktuell auch hier der Haken: Die Funktion verlangt derzeit eine englische Systemsprache. Wer testen möchte, stellt vorübergehend um.

Workshop: Passwörter mit einem Klick sicherer

Schritt 1

(Bild: Screenshot)

Öffnen Sie die Passwörter-App und klicken Sie links auf „Security“. Golden Gate listet nach einem Klick auf „Get Started“ schwache, mehrfach verwendete und kompromittierte Passwörter auf.

Schritt 2

(Bild: Screenshot)

Wählen Sie einzelne Einträge auf Wunsch ab („Don’t fix“) und klicken Sie auf „Fix Passwords“. Der Mac meldet sich selbstständig an, erzeugt ein neues, starkes Passwort und trägt es ein.

Schritt 3

(Bild: Screenshot)

Der Vorgang ist automatisiert und läuft ohne Ihr Zutun im Hintergrund weiter, Sie können Ihren Mac normal weiternutzen. Über den aktuellen Status informiert die Passwörter-App.

Siri AI zieht ein

(Bild: Screenshot)

Nur auf Englisch! Die größte Neuerung lässt sich Zeit: Siri AI erscheint erst später im Jahr und zunächst ausschließlich auf Englisch – wer die Systemsprache umstellt, darf aber bereits ausprobieren. Siri wohnt dann als Assistenz in Spotlight („Search or Ask“ per [cmd] + [Leertaste]), steht per Rechtsklick im Kontextmenü jeder Datei bereit und sammelt mit ihr geführte Chats ähnlich ChatGPT in der Siri-App. In der Beta regelte zum Redaktionsschluss noch eine Warteliste den Zugang.

Siri mit Wunschstimme

(Bild: Screenshot)

Nur auf Englisch! Golden Gate erlaubt es, die Siri-Stimme in den Systemeinstellungen unter „Siri > Expressive Voices Preview“ anzupassen – samt Sprechtempo und Ausdrucksstärke. Die Rechenarbeit erledigt der Mac lokal, entsprechend gehoben sind die Ansprüche: Wie andere anspruchsvolle Siri-AI-Funktionen auch erfordert das Verwenden der Wunschstimme einen M3-Chip oder neuer mit mindestens 12 Gigabyte gemeinsamem Arbeitsspeicher.

Was spricht wann Deutsch

Apple Intelligence wird immer besser, aber leider nicht überall auf der Welt im gleichen Tempo. Der aktuelle Stand: Kernfunktionen wie die Schreibwerkzeuge und die neue Mail-Suche beherrschen Deutsch. Siri AI und die Siri-App starten bei Veröffentlichung der finalen Version von macOS 27 erst einmal nur auf Englisch. Immerhin: Die viel zitierte EU-Einschränkung gilt für iOS, iPadOS und watchOS – der Mac bleibt ausdrücklich verschont. Auch Visuelle Intelligenz verlangt derzeit eine englische Systemsprache. Die Vorschläge in Nachrichten und Mail sowie der Anrufkontext folgen „demnächst auf Englisch“, wie Apple es formuliert. Wann diese Funktionen Deutsch lernen, verrät Apple indes nicht. Bis dahin gilt: Wer wirklich alles testen will, kommt um einen vorübergehenden Sprachwechsel nicht herum. Und selbst dann sind Funktionen wie die iPhone-Synchronisierung in der Europäischen Union nicht nutzbar.

Kalender versteht Klartext

(Bild: Screenshot)

Nur auf Englisch! Diktieren Sie Siri AI einfach Ihren nächsten Termin – aus „Ich habe einen Arzttermin kommenden Mittwoch um 8 Uhr“ erstellt Siri dann den passenden Kalendereintrag. Vorerst funktioniert das allerdings nur auf Englisch und unter entsprechender Systemsprache.

Safari baut Erweiterungen auf Zuruf

(Bild: Screenshot)

Nur auf Englisch! Safari erstellt in macOS 27 Golden Gate eigene Erweiterungen aus einer schlichten Textbeschreibung in natürlicher Sprache. Apples Keynote-Beispiel war eine Rezeptsammlung mit eigenem Symbolleisten-Knopf und Notizfunktion. Apple Intelligence generiert die persönliche Erweiterung direkt auf dem Gerät.

Workshop: Preis beobachten

Schritt 1

(Bild: Screenshot)

Öffnen Sie in Safari die Seite, die Sie im Blick behalten wollen. Klicken Sie dann im Hamburger-Menü links in der Adresszeile „Mitteilung an mich“, in der englischen Version also vorerst „Notify me“.

Schritt 2

(Bild: Screenshot)

Beschreiben Sie in Alltagssprache, worauf Safari achten soll – zum Beispiel „Artikel ist wieder auf Lager“. Die Künstliche Intelligenz erkennt daraus selbst die passenden Seitenelemente.

Schritt 3

(Bild: Screenshot)

Legen Sie fest, wie oft und wann Safari nachsieht – täglich, monatlich oder vielleicht sogar stündlich. Ändert sich etwas, meldet sich der Mac per Mitteilung, ein Klick öffnet die Seite.

macOS 27 Golden Gate in der Praxis

Dieser Artikel ist Teil unserer kleinen Serie „macOS 27 Golden Gate in der Praxis“. Hier finden Sie die anderen Artikel zum Thema:

  • macOS 27 Golden Gate in der Praxis
  • Kleine Kniffe, große Wirkung
  • Apple Intelligence: Der Mac denkt mit
  • Bilder und Fotos: Nachbessern ausdrücklich erlaubt
Stefan Molz // Chefredakteur
Stefan Molz

Stefan beschäftigt sich seit seiner Kindheit mit Computern – angefangen beim „Brotkasten", dem C64, und Amiga 500, lange bevor Apple-Geräte seinen Alltag bestimmten. Der eigentliche Einstieg in die Mac-Welt führte über die Musikproduktion: Über die Magazine Keyboards, Keys und Beat führte ihn sein Weg schließlich zur Mac Life, deren Website er seit 2007 verantwortet. Seit 2023 ist er zudem Chefredakteur des gedruckten Magazins.

Besonders faszinieren ihn die Schnittstellen zwischen Technik und Kreativität – vom Mac als Werkzeug für Musik, Foto und Video hin zu neuen Apple-Technologien wie Vision Pro oder KI-Funktionen. Wenn Stefan nicht gerade neue Apple-Hardware testet, fotografiert er mit Vorliebe aus ungewöhnlichen Perspektiven, gerne per Drohne oder seiner Mittelformatkamera.

Neben der Redaktion ist er außerdem Host des Apple-Podcasts „Schleifenquadrat". Seine Begeisterung für Musik & Sounds begleitet ihn bis heute. Kein Wunder, denn Anfang der 2000er-Jahre etwa wirkte er unter anderem an Samples mit, die Teil von Logic Pro wurden.

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Schleifenquadrat-Podcast

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