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SSD-Festplatten im Test

Diese SSDs lassen Ihren Mac wieder jung aussehen

SSDs für den Mac im Test. Eine SSD-Platte ist in der Praxis immer wieder ein Erlebnis, vor allem für den, der bislang ausschließlich mit magnetischen Massenspeichern zu tun hatte. Programme starten quasi sofort. Fenster füllen sich so schnell mit Inhalten, dass das Auge kaum nachkommt. Dank der extrem kurzen Zugriffszeiten und hohen Datenraten fühlt sich ein älterer Mac – ausgestattet mit einer SSD-Festplatte – wie ein ganz neuer Rechner an. Apple hat das schon früh erkannt und inzwischen sind fast alle aktuellen Macs ab Werk mit SSDs ausgestattet. Aber auch ältere Modell können profitieren, indem man sie aufrüstet. Mac Life testet 5 SSDs mit bis zu 2 Terabyte Kapazität.

​Nach dem großen SSD-Hype in den letzten Jahren lichtet sich nun das Feld der SSD-Hersteller, nur größere Firmen mit bekannten Namen können auf Dauer überleben. Die Preise sinken dennoch immer weiter. Inzwischen bekommt man ein Gigabyte SSD-Speicher für gut 5 Cent. Doch welche SSD soll man nehmen? Wie immer gibt es Ausreißer, die sich durch positive oder negative Merkmale herausheben. Wir kommen Ihnen im Test auf die Spur.

Flash-Speicher kennt man hauptsächlich von Speicher-Chips für Digitalkameras oder USB-Sticks. Meist bekommt man hier preiswerte Modelle mit 8 bis 128 Gigabyte Kapazität. Auf Geschwindigkeit muss man dabei nicht sonderlich viel Wert legen, denn USB-Flash-Speicher dienen hauptsächlich als Transportmedium für kleine und mittlere Dateien.

Das ändert sich, wenn man Flash-Speicher als Ersatz für interne Festplatten benutzen will. Hier nennt man den Flash-Speicher „SSD“ (Solid State Disk).

SSD-Controller mit oder ohne Cache

Flash-Festplatten greifen auf den Trick der Parallelisierung zurück. Die Daten werden dabei ähnlich wie bei einem Raid-System auf mehrere Flash-Chips verteilt und gleichzeitig geschrieben oder gelesen. Die Anzahl dieser „Kanäle“ pro Laufwerk bestimmt dessen maximale Übertragungsgeschwindigkeit. Aktuelle SSD-Festplatten arbeiten vier oder acht parallelen Kanälen.

Entscheidend für die Geschwindigkeit einer SSD-Platte ist der eingesetzte Controller-Chip. Auf dem Markt verbreitet sind die Hersteller Phison, Marvell und Toshiba. Samsung und Transcend stellen ihre eigenen Controller her. Die Hersteller gehen bei den Controller-Technologien teilweise unterschiedliche Wege, vor allem was den internen Cache angeht. Samsung baut satte 2 GB in die Pro-Version seiner 850er-Serie ein, während OCZ auf zusätzlichen, flüchtigen Cache-Speicher komplett verzichtet. Stattdessen kommt ein Bereich mit schnellem SLC-Flash-Speicher zum Einsatz, in den der Controller zunächst alle ankommenden Daten ablegt und sie später, wenn gerade nicht viel zu tun ist, auf den langsameren TLC-Flash umkopiert. Die Zeitspanne, die zwischen Absenden beispielsweise eines Lesebefehls bis zum Eintreffen der Daten vergeht, nennt man Zugriffszeit. Bei magnetischen Festplatten liegt sie in der Regel zwischen sieben und 18 Millisekunden. Gerade hier sind Flash-Laufwerke im Vorteil. Es gibt keine mechanischen Komponenten, die bewegt werden müssen, die Daten liegen also wesentlich schneller vor. Wir messen im Test Werte zwischen 0,11 und 0,27 Millisekunden. Das ist um Welten besser im Vergleich zu magnetischen Festplatten. Die Zugriffszeit ist der Punkt, der sich am meisten auf die „gefühlte“ Geschwindigkeit des Mac auswirkt.

Stromverbrauch, Lautheit und Erschütterungen

Theoretisch müssten Flash-Speicher weniger Strom verbrauchen als magnetische Platten. Das Bild ist jedoch uneinheitlich. Während wir bei einigen Flash-Laufwerken um die 60 Milliampere Stromaufnahme im Leerlauf messen, sind es bei anderen Modellen über 200 Milliampere. bei Schreibzugriffen steigt der Wert unter Umständen auf über 800 Milliampere. In der Praxis wirkt sich das jedoch kaum noch aus. Fast alle Hersteller verwenden inzwischen clevere Stromsparfunktionen in ihren Laufwerken. Die Akkulaufzeit beispielsweise eines Macbook Pro wird durch den Einsatz einer SSD daher kaum noch beeinflusst. Grundsätzlich sind herkömmliche 2,5-Zoll-Festplatten sehr leise. Mit 0,2 bis 0,4 Sone liegen sie an der Grenze der menschlichen Hörschwelle. Flash-Laufwerke sind in dieser Disziplin allerdings noch einmal besser, denn da sie keinerlei bewegte Komponenten enthalten, erzeugen sie überhaupt keine Geräusche. Auch gegen Erschütterungen zeigen sich Flash-Festplatten als robuster. Erschütterungen von bis zu 1500 G statt den typischen bis zu 400 G herkömmlicher 2,5-Zoll-Festplatten sind hier erlaubt. Eine SSD darf schon mal vom Schreibtisch fallen, ohne dass sie Schaden nimmt.

Geräte im Test

Insgesamt fünf Flash-Laufwerke mit Kapazitäten zwischen 240 GB und satten 2 TB finden den Weg ins Testcenter:

  • Samsung 805 Pro, 2 TB
  • Kingston Hyper X Savage, 240 GB
  • Crucial MX200, 500 GB
  • Transcend SSD370S, 512 GB
  • OCZ Trion 100, 240 GB

Kaufempfehlung & Fazit

Flash-Laufwerke bringen spürbare Geschwindigkeitsvorteile. Dank der kurzen Zugriffszeiten erhöht sich die „gefühlte“ Geschwindigkeit des Mac merklich. Die Preise für SSD-Festplatten sinken weiter, dennoch bleiben Sie deutlich teurer als magnetische Platten. Doch der Preisaufschlag lohnt sich. Ein drei bis vier Jahre alter Mac fühlt sich mit einer SSD wie ein ganz neuer Rechner an. Sieger in unserem Vergleichstest wird die Samsung SSD 850 Pro. Der Grund liegt überwiegend in der enormen Kapazität von 2 Terabyte. Derzeit ist Samsung der einzige Hersteller, der eine SSD dieser Kapazität im Programm führt. Die Leistung der Platte am Mac liegt im Mittelfeld ist aber durchaus solide. Mit knapp 37 Cent pro Gigabyte sind die Modelle von Crucial und Transcend derzeit die günstigsten im Testfeld. Beide bieten zudem eine gute Leistung und funktionieren auch in SATA-II-Macs ohne Probleme (dann entsprechend langsamer).

Diese Macs lassen sich aufrüsten

Der Einbau einer Standard-SSD Platte im 2,5-Zoll-Formfaktor ist leider nicht mehr in allen Macs möglich. Außen vor bleiben inzwischen sämtliche aktuellen mobilen Macs mit Ausnahme des 13-Zoll-Macbook Pro (mit optischem Laufwerk). Alle anderen Modelle kommen bereits ab Werk mit SSD-Speicher oder einem Fusion Drive. Der SSD-Teil ist hier meist per PCI-Express angebunden und Apple verwendet einen proprietären Anschlussstecker. Standard-Platten passen hier leider nicht mehr.

Kompatibel sind:

  • Macbook Pro (alle Modelle ohne Retina-Display
  • Mac Mini (alle Modelle)
  • iMac (alle Modelle bis Baujahr 2011)
  • Mac Pro (alle Modelle bis Baujahr 2012)

So testen wir

Testumgebung: Sämtliche Messungen führen wir mit einem Mac Mini, Core i5, 2,3 Gigahertz (Baujahr 2011) unter OS X 10.10.4 durch. Die Leistungsfähigkeit einer SSD-Platte bewerten wir anhand verschiedener Tests. Der Lowlevel-Benchmark lotet die maximale Übertragungsrate der Festplatten mit möglichst wenig Betriebssystem-Overhead aus. Damit lassen sich die Angaben in den Datenblättern der Hersteller überprüfen. Um die Performance der Laufwerke in der Praxis zu untersuchen, duplizieren wir im Finder einen Ordner, der insgesamt zwei Gigabyte Daten enthält. Darunter sind auch über 16.000 sehr kleine Dateien. Daneben messen wir die Bootzeit aus dem Kaltstart bis in den Finder, die Startzeit von Microsoft Word und die Ausschaltzeit.

Testwertung: Die Gesamtnote setzt sich aus vier Einzelnoten zusammen. Die Kapazität und sonstige Ausstattung geht zu 40 Prozent in die Note ein. Sämtliche Geschwindigkeitsmessungen fließen in die Leistungsnote (40 Prozent) ein. Lautheit und Stromverbrauch gehen mit jeweils 10 Prozent in die Gesamtnote ein.

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