Wer klingt am besten?

AirPlay-Speaker: Alle gegen den HomePod

AirPlay-Speaker: Alle gegen den HomePod. Der HomePod ist nun auch endlich in Deutschland erhältlich. Apple selbst möchte das Gerät in erster Linie als Lautsprecher mit klasse Klang einsortiert wissen. Höchste Zeit also, diesen Anspruch im Vergleich mit der AirPlay-Konkurrenz zu überprüfen. Entsprechend haben wir uns eine Reihe von Mehrraum-Audio-Lautsprecher von Naim Audio, Libratone, B&O und anderen ausgesucht, und probegehört.

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Es hat ein bisschen gedauert, aber nun endlich dürfen auch Kunden in Frankreich und Deutschland den HomePod käuflich erwerben und Siri versteht und spricht auf dem smarten Lautsprecher Deutsch. Der HomePod ist nicht Apples erster Vorstoß in die Welt der Lautsprecher, allerdings der erste seit Jahren. 

Die klassische Hifi-Anlage ist Geschichte

Der Markt für Lautsprechersysteme hat sich in letzter Zeit dramatisch gewandelt. Besonders das hochpreisige Segment mit teuren Hifi-Anlagen und Soundsystemen ist stark eingebrochen und hat viele Hersteller an den Rand des Ruins oder darüber hinaus gebracht. Eine häufige Schlussfolgerung aus dieser Entwicklung: In Zeiten von MP3 und Musik-Streaming-Diensten legt keiner mehr Wert auf guten Klang.

Eine neue Klasse an Lautsprechern zeigt, dass das nicht stimmt. Die technische Entwicklung ermöglicht seit einigen Jahren auch in kompakter Größe erstaunlichen Musikgenuss. Und viele Kunden sind bereit, für möglichst guten Klang auch mehrere hundert Euro zu zahlen. Noch können diese Geräte mit einer ausgewachsenen klassischen Anlage nicht mithalten, kosten dafür aber deutlich weniger. Schafft es Apple mit dem HomePod, in diesem Markt mitzuhalten?

Die Sache mit Siri

Bereits in unserem ausführlichen ersten Test zum HomePod in der Ausgabe 05/2018 gehen wir auf die Integration von Siri in den smarten Lautsprecher ein. Für den HomePod bringt Apple der Sprachassistentin ein wenig mehr Musikwissen bei, sonst schlägt sich Siri aber genauso gut, beziehungsweise schlecht, wie auf dem iPhone und Mac.

AirPlay 2: sinnvolles Update

Mit dem Update auf AirPlay 2 führt Apple zwei neue Funktionen ein. So können nun mehrere Geräte gleichzeitig angesteuert werden. Die Musik wird dann synchron auf allen Geräten (zum Beispiel in verschiedenen Räumen) abgespielt. Außerdem speichern die Lautsprecher mit AirPlay 2 nun deutlich mehr Daten zwischen. Dies soll Aussetzer bei der Musikwiedergabe verhindern und die Geräte deutlich schneller reagieren lassen.

Fünf Konkurrenten mit AirPlay (2)

Um das herauszufinden, haben wir fünf Lautsprecher mit AirPlay gegen den HomePod antreten lassen. Alle Geräte eint, dass die Hersteller an einem Update mit AirPlay 2 arbeiten, beziehungsweise dieses angekündigt haben. Das Update bringt einige sinnvolle neue Funktionen (der HomePod verfügt bereits über AirPlay 2). Darüber hinaus sind die Modelle alle so kompakt wie der HomePod und liegen in dessen Preissegment. Eine Ausnahme stellt die Mu-So von Naim dar. Dieser Lautsprecher ist nicht nur größer, sondern mit knapp 1.000 Euro deutlich teurer als die anderen Testkandidaten, verfügt aber ebenfalls über AirPlay und bezeichnet sich selbst als Wireless-Musiksystem. Es wird sich zeigen, ob sich der höhere Preis und der deutlich größere Klangkörper im Vergleich lohnt.

Multiroom ausprobiert

Da der HomePod bereits über AirPlay 2 verfügt, konnten wir mehrere der Lautsprecher miteinander verknüpfen und Musik auf allen Geräten gleichzeitig abspielen. Das Ergebnis kann sich durchaus hören lassen und erzeugt einen tollen Raumklang.

Die Testkandidaten

  • Apple HomePod: Der HomePod ist knapp 18 Zentimeter hoch und mit einem Tieftöner ausgestattet, der nach oben abstrahlt. Im Fuß integriert sind sieben Hochtöner, die 360-Grad-Klang ermöglichen. Umhüllt ist Apples Lautsprecher von einem schalldurchlässigen Netzgewebe, wahlweise in Schwarz oder Weiß.
  • Beoplay M3: Der Beoplay M3 des dänischen Herstellers Bang & Olufsen ist ebenfalls in Schwarz und einem helleren Grau erhältlich, setzt bei der Auswahl der Materialien aber auf Aluminium und Wolle. In ihm arbeiten nur ein Tieftöner und ein Hochtöner mit je 40 Watt, mit welchen das Geräte hauptsächlich nach vorne Klang abgibt.
  • Dynaudio Music 1: Der Music 1 von Dynaudio (ebenfalls ein dänischer Hersteller, aber eigentlich für professionelle Studiosysteme bekannt) ist der bisher kleinste Lautsprecher der Firma und der erste Vorstoß in diese Geräteklasse. Er ist mit einem 1-Zoll-Hochtöner und einem 4-Zoll-Tieftöner ausgestattet und setzt auf das selbst entwickelte Material „MSP“ als Verkleidung.
  • Libratone Zipp: Wer die Farbe seines Lautsprechers gerne regelmäßig verändert, der könnte beim Libratone Zipp fündig werden. Einfach den namensgebenden Reißverschluss öffnen und die Stoffhülle wechseln. Den Schall strahlt der Zipp in alle Richtungen aus.
  • Riva Arena: Riva setzt mit dem Arena auf sechs Lautsprecher, die in drei Richtungen abstrahlen. Das Design kann durchaus als schlicht und zurückgenommen bezeichnet werden. Auch Riva bietet eine schwarze und eine weiße Variante.
  • Naim Mu-so: Das größte und teuerste Gerät in unserem Test ist die Mu-so von Naim. Das Musiksystem aus England ist mit sechs Lautsprechern ausgestattet und besitzt neben Hoch- und Tieftönern auch Mitteltöner. Diese sollen für optimale Sprach- und Gesangsqualität sorgen. Verpackt wird das Ganze in einer massiven Aluminiumhülle mit einem Innenleben aus Holz.

Test 1: Der Klang

HomePod
HomePod (Bild: Apple)

Wie klingen die Lautsprecher im Vergleich? Bereits in der ersten Testkategorie ergeben sich Unterschiede. Wie erwartet kann die Mu-so dank ihrer Größe und den verschiedenen Lautsprechern den besten Klang und Bass vorweisen. Aber auch ruhigere Titel spielt das System einwandfrei ab. Bei den kompakteren Kandidaten kann tatsächlich der HomePod überzeugen. Es überrascht, wie viel ausgewogenen Bass der kleine Zylinder erzeugen kann und wie räumlich der Klang ist. Sicherlich hilft hier, dass der HomePod den Raum automatisch analysiert und den Klang entsprechend anpasst. Dem HomePod im Klang sehr ähnlich, aber etwas flacher, sind der Beoplay M3 und der Arena. In der Kategorie Rock & Pop konnte uns der Music 1 leider nicht überzeugen. Bei weniger basslastigen Stücken ist der Klang dennoch gut. Etwas flach fällt im direkten Vergleich leider das Ergebnis beim Zipp aus.

Einzelergebnisse zum Klang
Einzelergebnisse zum Klang (Bild: Falkemedia)

Test 2: Die Funktionen

Beoplay M3
Beoplay M3 (Bild: B&O)

Was können die Geräte noch so? Beim Klang konnte die Mu-so überzeugen und auch bei den Funktionen ist das Gerät weit vorne. Per Tastendruck lassen sich Webradio-Stationen aufrufen und Spotify und Tidal sind als Streamingdienste integriert. Mit Webradio, Tidal und Spotify kann auch der Zipp dienen. Und wie bei der Mu-so lassen sich vorher festgelegte Favoriten per Tastendruck starten. Auch der Music 1 bietet eine Anbindung an Tidal, kann darüber hinaus auch noch den Raum per Schall vermessen und die Lautstärke automatisch an die Umgebungslautstärke anpassen. Eine sehr praktische Funktion, die so ähnlich auch der HomePod beherrscht. Er analysiert automatisch die Akustik und kann sich so dem Raum anpassen. Bei integrierten Streamingdiensten ist er allerdings auf Apple Music beschränkt. Der Riva Arena lässt sich mit Spotify verbinden, der M3 mit Deezer und TuneIn.

Einzelergebnisse zur Funktion
Einzelergebnisse zur Funktion (Bild: Falkemedia)

Test 3: Anschlüsse

Libratone Zipp
Libratone Zipp (Bild: Libratone)

Gibt es noch physikalische Anschlüsse am Gerät? In dieser Kategorie beginnen wir mit dem HomePod, denn hier fällt die Auswahl sehr mager aus. Der HomePod kann nur kabellos per AirPlay angesteuert werden, nicht mal Bluetooth ist möglich. Aus dem Gerät kommt lediglich ein Stromkabel. Apple betont schon seit längerem, eine kabellose Zukunft anzustreben. Der klassische analoge Klinken-Stecker ist im Zuge dessen schon aus dem iPhone geflogen, der HomePod ist also nur konsequent. Ob man dies persönlich gut findet, muss jeder selbst entscheiden. Das genaue Gegenteil dieser Einstellung ist die Mu-so mit digitalem (optischen) Eingang, analoger Klinke und USB-A-Anschluss (für die Musikwiedergabe von iPhone und iPod). Ebenfalls über USB und Klinke verfügen der Zipp, der Riva Arena und der Music 1 von Dynaudio. Der Beoplay M3 setzt auf die klassische Klinke und einen Mikro-USB-Anschluss.

Einzelergebnisse zu den Anschlüssen
Einzelergebnisse zu den Anschlüssen (Bild: Falkemedia)

Test 4: Preis-Leistung

Music 1
Music 1 (Bild: Dynaudio)

Wie ist die Leistung im Vergleich zum Preis? Die meisten Funktionen und den besten Klang bietet die Mu-so, dafür nimmt Naim aber auch das meiste Geld. Betrachtet man nur den Klang, dann ist der HomePod trotz seiner geringen Größe nur minimal schlechter, kostet aber nur knapp ein Viertel. Dafür lässt sich Apples smarter Lautsprecher nur kabellos verbinden und nur im Apple-Ökosystem wirklich verwenden. Eine gute Balance zwischen Klang, Preis und Funktionen bietet der Arena von Riva Audio und der etwas teurere Beoplay M3. Beide sind gute Allrounder mit sehr vernünftigem Sound für ihre Gerätegröße. Der Music 1 ist im Vergleich mit den anderen Lautsprechern etwas teuer geraten. Der Klang ist nicht schlecht, kann aber mit dem HomePod nicht mithalten, obwohl auch hier die Akustik an den Raum angepasst wird. Der Zipp kann seinen etwas schwachen Klang mit vielen Funktionen wettmachen.

Einzelergebnisse zum Preis-Leistungsverhältnis
Einzelergebnisse zum Preis-Leistungsverhältnis (Bild: Falkemedia)

Fazit: Und der Gewinner ist…

... die Mu-so von Naim. Aber kommen wir erst zum HomePod. Apple hält sein Versprechen, denn das Gerät ist tatsächlich ein wirklich guter Lautsprecher, der durch einige smarte Funktionen einen unglaublich räumlichen Klang und tollen Bass erzeugt. Allerdings sollte sich die Anschaffung jeder gut überlegen. Wer nur Geräte von Apple zuhause hat, Abonnent von Apple Music ist und dem AirPlay ausreicht, für den ist der HomePod wirklich ein toller Lautsprecher. Wer allerdings Wert auf viele Anschlüsse legt und gerne Spotify oder Tidal in sein System integriert haben möchte, der muss zu einem anderen Gerät greifen. Das beste Gesamtpaket liefert die Mu-so und schafft damit auch den Testsieg. Wem über tausend Euro aber zu teuer sind, der kann zu einem der zweitplatzierten Geräte greifen. Sowohl der Beoplay M3 als auch der Arena von Riva und der Zipp von Libratone liegen ungefähr gleichauf. Wer sich nicht sicher ist, für welches Gerät er sich entscheiden möchte, sollte alle Lautsprecher mal zur Probe anhören.

Übersicht
Übersicht (Bild: Falkemedia)

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Ich habe ein HomePod, bin damit sehr zufrieden und werde mir auch ein zweites anschaffen wollen. Aber erst im Januar, nach den Weihnachtstrubel.

Habe aufgehört zu lesen, als ich festgestellt habe, das der MARKTFÜHRER Sonos nicht dabei ist. Lächerlich!
So kann man den Test nicht ernst nehmen!

Also da muss ich meinem Vorredner recht geben! Sonos die Absolute Nr1 nicht im Test?
Wolltet ihr Apple nicht auf dem 2. Platz haben?

Apple ist beim Test zusammen mit Dynaudio auf dem letzten Platz. Auch wenn Songs dabei gewesen wäre, wäre Apple auf dem letzten Platz.

Wie gut ein Gerät klingt ist subjektiv.
Deshalb ist der erste Schritt Probehören und nicht wie von Euch beschrieben „Wer sich nicht sicher ist, für welches Gerät er sich entscheiden möchte, sollte alle Lautsprecher mal zur Probe anhören.“
Erst recht bei Geräten in der von Euch vorgestellten Preisklase.
Ansonsten ein sehr guter Beitrag den ich als Besitzer einer Mu-so und zwei ZIPP nachvollziehen und bestätigen kann.

Stimmt wo ist Sonos wo ich sowieso den HomePod kaufen werde

Warum die Aufregung um Sonos? Das sind mit Abstand die am schlechtesten klingende Büchsen auf dem Markt. Und ja, sehr viele haben keine Ahnung vom Klang. Das ist allerdings auch irrelevant. Die Leite kaufen was sie wollen. B&O und Sinos sind die schlechtesten die ich je gehört habe.

„Die schlechtesten die ich je gehört habe“ - Dir ist bewusst, dass du eich damit selber disqualifiziert hast? Keine dieser wifi-Boxen ist Hifi und Sonos ist definitiv nicht das schlechteste auf dem markt :D

Aus meiner Sicht hat sich Sonos durch die Zerstörung der Nutzbarkeit der App vor 2-3 Jahren selbst abgeschossen. Trotzdem gehören die in den Test. Ich selbst hatte 14 sonos Geräte im Haus und habe alle, außer Kinderzimmer und TV durch HomePods ersetzt. Im TV Bereich ist man mit einer PlayBar, dem Sub und zwei One‘s bestens bedient. Auch Musik hören ist mit den 4 Lautsprechern locker HiFi Anlagen Niveau.

In einem Kinderzimmer nervt ein HomePod, da die sich sonst den ganzen Tag mit Siri unterhalten. Abgesehen davon ist der HomePod top für Räume, wo man ohne Sub „normal“ musik hören möchte. Wenn Apple n Bar und ein Sub rausbringt, wär das auch am TV gut und man hätte endlich einen satten Bass.

Sorry, aber nichts geht über Sonos! Sonos klingt großartig und funktioniert immer zuverlässig.

Was für ein überflüssiger Test, wenn SONOS fehlt!?!?!?!??!!?!? Sonos ist und bleibt unerreicht. Die Redaktion scheint keine Ahnung zu haben, das ist so, als wenn man einen Übersicht über Geländewagen macht und kein Wort über Jeep verliert. Pfff!

Schade, Schade. Yamaha Musiccast wurde auch mal wieder vergessen. Ist und bleibt nun mal der Vorreiter bei diesen Systemen mit dem größten Angebot an Geräten. :-(

Test ohne SONOS? Geht gar nicht. Im Homeentertainment ist das State of the Art. Wer behauptet, SONOS höre sich nicht gut an hat keine Ahnung. Alleine die Möglichkeit der Kalibrierung puscht das System noch einmal deutlich. Solange aus dem AirPod kein vollständiges Entertaining wird, ist er für mich nicht nutzbar. An meinem vermisse ich nur eines. Eine vollumfängliche SIRI Integration. Also, es geht auch ohne SONOS, aber ohne SONOS ist Alles nichts.

Habe vor Wochen einen Sonos One in Betrieb nehmen und testen dürfen. Fazit: Einrichtung und App mit Reg.-Zwang ein Graus, WLAN Wechsel furchtbar. Beim Klang leider kein Aha Erlebnis, aber ordentlich.
Zum Fest eine HomePod. Nach 5 Minuten meinte die bessere Hälfte: "Geil! Was kosten die?" Soll heißen , sie will mehr davon. Klang ist sehr schön, besonders der leise Hören-Klang überzeugt mich, laut hat das Ding richtig Bumms. Auch der an allen Orten eines Raumes fast ununterscheidbare Klang ist der Anlage überlegen. Bei manchen Stücke und Lautstärken fast zu basslastig, aber dennoch erzeugt der Klang ein Grinsen auf dem Gesicht. Was kann man mehr verlangen? Und bei der Einrichtung zeigt Apple der Konkurrenz, wo der Hammer hängt. 2 oder 3 Minuten. Auspacken, Stecker rein, iPhone hinhalten, fertig. Siri: absolut erstaunlich in welcher geringen Lautstärke sie Kommandos verstehen, oder manchmal eben nicht versteht. Trefferquote aber so hoch, das es mehr Spaß als Ärger macht. Hätte es nicht gedacht, aber einfach so Musik zu wünschen ist einfach sehr cool und reibungslos. Bin gespannt was sie aus Klassikanfragen macht.

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