Enthält Affiliate-Links [Was ist das?]Systeme mit Googles Sprachassistent

Siris Erben 1: Smartlautsprecher 2019 mit Google Assistant

Der Markt der Smartlautsprecher boomt wie kaum ein anderer. Auch auf Apple-Geräten sind neben Siri die Amazon-Lösung Alexa und der Google Assistant mittlerweile allgegenwärtig. Wir stellen Ihnen zum Start unserer neuen Reihe die derzeit in Deutschland erhältlichen Modelle und ihre Alternativen vor und geben erste Tipps für deren Anwendung. Den Anfang machen dabei Geräte mit Support für Googles Assistant. Außerdem erfahren Sie in einem Workshop, wie Sie Abläufe für Googles Sprachassistent erstellen.
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Ein Rundgang auf der diesjährigen Technologiemesse CES in Las Vegas ließ wohl auch die letzten Zweifler verstummen: Sprachassistenten sind mittlerweile allgegenwärtig und bezeichnen einen der am schnellsten wachsenden Märkte in der Branche. Erschien die Unterhaltung mit Smartphones und Lautsprechern vor kurzer Zeit noch skurril, plaudern heute immer mehr Menschen ganz natürlich zu Hause, unterwegs und im Büro mit Siri, Alexa, dem Google Assistant und Co.

Der Markt ist dabei noch breit aufgestellt: Zu den Platzhirschen gesellt sich die Microsoft-Lösung Cortana, und auch der Elektronikriese Samsung möchte mit Bixby eine weitere digitale Plaudertasche auch in Deutschland etablieren. Besonders im Smart-Home- und Audiomarkt scheinen sich jedoch die Amazon- und Google-Lösungen sowie deren Ableger von Drittanbietern zu etablieren und für den lang ersehnten Quasi-Standard zu sorgen. Siri scheint dabei immer weiter ins Hintertreffen zu geraten, auch wenn die Möglichkeit, mithilfe von selbst zu erstellenden Kúrzbefehlen Aufgaben zu automatisieren, für neuen Aufwind sorgen könnte.
Oft für ihre Wissenslücken kritisiert, scheint Siri zudem dazugelernt zu haben. Ein aktueller Vergleichstest mit knapp 800 Fragen ließ die Apple-Lösung auf einem überraschenden zweiten Platz landen: Fast 75 Prozent der Siri-Antworten waren richtig. Nur der Google Assistant lag mit knapp 88 Prozent deutlich darüber, Alexa blieb nur der dritte Rang mit 73 Prozent korrekt beantworteten Fragen.
Trotzdem: Im Bereich der Smartlautsprecher beherrschen Google und Amazon den Markt – der HomePod scheint sich nicht recht zu entwickeln. Auf den folgenden Seiten finden Sie eine Übersicht der derzeit in Deutschland erhältlichen Geräte sowie der besten Alternativen von Drittherstellern mit Alexa- und Google-Assistant-Integration.

Als Apple mit dem iPhone 4s Siri vorstellte, war ich ein begeisterter Nutzer der Sprachassistentin aus Cupertino. Im Vergleich zu der damals bereits verfügbaren Sprachsteuerung war die smarte Assistentin deutlich einfacher zu bedienen, konnte viel mehr und verstand ihren Nutzer auch endlich halbwegs. Ich blickte gespannt in die Zukunft und freute mich auf das, was Apple mit Siri noch alles machen würde. Doch darauf sollte ich lange warten. Wirklich neue Funktionen sucht man bei Siri vergeblich – und intelligenter ist das kleine Dummerchen seit ihrer Vorstellung auch nur langsam geworden.
Amazon veröffentlichte vor vier Jahren Alexa und präsentiert seitdem hingegen gefühlt täglich neue Geräte und Kooperationen mit Herstellern von Küchengeräten, Autos und Möbeln. Irgendwann wurde ich durch eines der vielen Sonderangebote des Versandriesen schwach – seitdem steht ein Echo Dot in meiner Küche.
Zwar ist auch bei Amazon nicht alles rosig, aber der Vorsprung zu Siri wird immer größer. Und außerhalb von iPhone und Mac ist Siri bisher nur auf dem HomePod verfügbar. Der zugegeben guten Lautsprecher ist mir als Sprachassistent aber schlicht zu teuer. Apple müsste in dieser Hinsicht in Zukunft einiges liefern, sonst bleibe ich bei meiner Alexa.

Caspar von Allwörden

Zugegeben: Mein erster Kontakt mit einem Sprachlautsprecher kam aus dem Hause Amazon – nachdem sich mir der Sinn von Siri nie ganz erschlossen hatte, rissen mich die Sprachverständlichkeit, das Hörvermögen und die beeindruckend versierten Antworten meines ersten Echo Dot glatt vom Hocker. Ich konnte Stunden in dem Versuch verbringen, zumindest etwas Ähnliches wie ein Konversation mit Alexa zu führen. Als dann die ersten Skills erschienen, konnte ich meinen kleinen Mitbewohner sogar recht sinnvoll nutzen.
Aber genau da lag auch der Haken: Um ein Skill aufzurufen, bedarf es einer bestimmten Syntax. Und spätestens nach der Installation des dritten Skills vergisst man die sklavisch genau einzuhaltende Anweisung zum Start des ersten.
Mein Google-Home-Lautsprecher ist da weitaus entspannter – er weiß einfach von Haus aus schon so verflixt viel und wird zudem täglich schlauer. Kein Wunder, zapft er doch die Wissensdatenbank der Suchmaschine ganz ohne Umwege an. Übersetzungen, Währungskurse, Öffnungszeiten von Geschäften in der Kleinstadt? Alles kein Problem für den Google Assistant.
Das einzige dicke Problem: Die iPhone-Integration des Google Assistant ist dürftig – Apple lässt halt nur Siri an die eigenen Programme ran. Immerhin: Google hält ein iOS-Widget für die „Heute“-Ansicht von iPhone und iPad bereit.

Thomas Raukamp

Okay, Google!

Der Google Assistant steckt nicht nur in den Smartlautsprechern des Suchmaschinenriesens selbst. Wir stellen Ihnen die aktuelle Produktpalette Googles vor und nennen Ihnen die wichtigsten Alternativen.

Google Home Max

Amazon Echo Dot
Amazon Echo Dot (Bild: Amazon)

Nachdem Apples HomePod zumindest klanglich die Marke für Smartboxen deutlich nach oben korrigierte, entschloss sich Google, den Home Max auch in Deutschland als adäquate Antwort zu positionieren. Und tatsächlich: Je zwei Doppelschwingspulen-Subwoofer und 18-Millimeter-Hochtöner erzeugen einen bassstarken, leider aber auch etwas dumpfen Klang. Den Höhen fehlt es letztlich etwas an Klarheit, sie entfalten wie die Mitten erst bei hohen Lautstärken ihre Wirkung. Im Vergleich zum 50 Euro günstigeren HomePod hat der Home Max damit klanglich klar das Nachsehen – und auch im Bereich der den Google Assistant nutzenden Konkurrenz gibt es besser klingende Lösungen. Dabei greift der Google Home Max mit „Smart Sound“ auf ein KI-unterstütztes Optimierungssystem zurück, das den Sound an die räumlichen Umgebung anpassen will – auch hier lässt der HomePod grüßen.
Auf der Rückseite findet sich zwar eine Klinkenbuchse im 3,5-Millimeter-Format, leider dient diese nur als Eingang etwa von CD- und Plattenspielern – ein Kopfhörerausgang oder gar eine optische Schnittstelle hätte Googles Edelbox gut gestanden. Ein USB-C-Anschluss dient der Aufladung aktueller iPhone-Modelle, per Bluetooth-Kopplung ist auch Apple Music abspielbar.

  • Preis: 400 Euro
  • Pro: mächtiger Bass, automatische EQ-Einstellungen, variabel aufstellbar
  • Contra: undefinierte Höhen, keine externe Audioausgabe

Google Home Mini

Amazon Echo Show
Amazon Echo Show (Bild: Amazon)

Schon optisch platziert sich der Home Mini als Antwort auf Amazons Echo Dot und stellt so das absolute Einstiegsmodell in die Welt der Google-Smartlautsprecher dar. Klanglich darf man keine Wunderdinge von dem gerade einmal zehn Zentimeter im Durchmesser kleinen Brüllwürfel erwarten: Für die Assistant-Ausgabe auf dem Schreibtisch, als Smart-Home-Befehlsempfänger, Wecker auf dem Nachttisch oder für die gelegentliche Wiedergabe von Nachrichten in der Küche reicht der integrierte 40-Millimeter-Monotreiber aber. Überhaupt: Mit seinem Textilüberzug passt sich der Mini recht ansehnlich und unauffällig in die Wohnumgebung ein.
Zur Veränderung der Lautstärke sowie zur Steuerung der Musikwiedergabe dienen zwei Berührungsflächen an den Seiten des Geräts. Leider verfügt auch der Mini über keinen Stereoausgang, was den kleinen Kerl klanglich deutlich aufgewertet hätte.

  • Preis: 60 Euro
  • Pro: dezente Gestaltung, gute Befehlswahrnehmung
  • Contra: flacher Klang, keine externe Audioausgabe

Google Home

Amazon Echo Spot
Amazon Echo Spot (Bild: Amazon)

Liebevoll könnte man Googles seit 2017 erhältlichen Sprachlautsprecher als Vase bezeichnen, boshafte Geister erinnert er eher an eine Urne. Sei’s drum: Etwas bauchig geraten, entwickelt er doch mit einem Durchmesser von knapp zehn Zentimetern und einer Höhe von etwas über 14 Zentimetern einen recht befriedigenden Klang, der fürs Inforadio reicht, Musikfans aber nicht glücklich machen wird. Umso unbefriedigender ist, dass Google Home generell im Gegensatz zu den Echo-Geräten die Kopplung mit einem externen Bluetooth-Lautsprecher nicht vorsieht und auch keinen Klinkenausgang anbietet.
Die Touchfläche auf der Oberseite des Standard-Home erlaubt eine sichere Einstellung der Lautstärke und der Wiedergabe. Erstaunlich ist, dass der kleine Kegel seinen Nutzer auch aus großer Entfernung und verwinkelnd stehend versteht – obwohl Google Home die sieben Mikrofone des Echo Dot nur mit deren zwei kontern kann. Durch den Austausch seines Unterteils ist das Google-Gerät farblich individualisierbar.

  • Preis: 150 Euro
  • Pro: kompakte Gestaltung, gute Befehlswahrnehmung
  • Contra: nur mäßiger Klang, keine externe Audioausgabe

Der Echo Plus kann noch mehr

Neben dem normalen Echo bietet Amazon auch noch den Echo Plus an. Das Design des Echo und des Echo Plus sind zwar sehr ähnlich, dafür bietet der Plus mehr Mikrofone, mehr Funktionen und mehr Bass. Außerdem versteht er sich mit dem Zigbee-Standard und ist mit einem Thermometer ausgestattet. Damit könnte der Echo Plus zum Beispiel die smarten Rollos von Ikea steuern, wenn es im Raum zu warm wird.

Panasonic SC-GA10

Sonos One
Sonos One (Bild: Sonos)

Der Japaner ist einer der interessantesten und bestaussehendsten Lautsprecher mit Google-Assistant-Integration. Er klingt klarer und heller als das etwas dumpfe Google-Original, wenngleich seine Bässe nicht überzeugen können. Die haptischen Bedientasten an der Oberseite könnten vielen Nutzern besser gefallen als eine Touchoberfläche.

LG Thinq WK7

Keine Schönheit, klingt aber gut: Ein echter Geheimtipp ist der LG WK7. Er sticht selbst teurere Geräte klanglich aus und liegt im Straßenpreis deutlich unter dem Google Home. Besonders zu überzeugen weiß die klare Gesangsdarstellung und die sehr solide Basswiedergabe.

Harman-Kardon Citation

Riva Audio Concert
Riva Audio Concert (Bild: Riva Audio)

Das Mutterunternehmen von JBL führt mit der Citation-Reihe gleich mehrere Modelle im Programm, die es mit dem Google Home Max aufnehmen können. Mit der Citation Bar findet sich wohl die einzige Soundbar mit Google Assistant. Mit einem Preis von knapp 1.000 Euro ist sie allerdings auch hochpreisig.

Mobvoi Tichome Mini

Facebook Portal
Facebook Portal (Bild: Facebook)

Der Tichome Mini sieht dem Amazon Echo Dot auffällig ähnlich, in seinem Innern wartet aber der Google Assistant auf Anweisungen. Im Gegensatz zum Google Home Mini ist er nicht wasserscheu: Dank IPX6-Zertifizierung kann man ihn sogar mit unter die Dusche nehmen – immerhin ist er mit seinem integrierten Akku auch noch bis zu fünf Stunden kabelfrei einsetzbar, mit seiner Schlaufe landet er am Handtuchhaken.

JBL Link 500

Libratone Zipp Mini
Libratone Zipp Mini (Bild: Libratone)

JBLs derzeitiges Spitzenmodell liegt preislich gleichauf mit dem Google Home Max, überzeugt aber klanglich mit einem ausgewogeneren Gesamtsound. Ein Rundumblick in JBLs Produktportfolio lohnt sich.

Workshop: Abläufe für den Assistant erstellen

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Siris Erben oder Iris Berben :-D

APPLE LIEFERT DIE HARDWARE UND GOOGLE HÖRT AB? :)

Ich habe ein Google Home und ein Mini und bin reichlich unzufrieden. Die Kompatibilität mit anderen Geräten (bei mir B&O speaker via chromecast) ist schlecht. Es kommt häufiger zu Aussetzern, es gibt gefühlt Null Entwicklung, Updates bekommt man nie mit, es gibt eine gute Anzahl an Bugs um die sich Google seit ewigkiwten nicht kümmert, es gibt kaum bis keine sinnvollen Apps, es gibt keine Integration von Kalender, todos, Mail oder Telefon. Oft gehen auch einfache Mathe Aufgaben (180 minus 19 %) nicht. Spotify suche ist auch oft ärgerlich.
Die Spracherkennung ist dafür gut und die Stimme finde ich nicht so Computerhaft wie bei Alexa. Würde es definitiv nicht erneut kaufen.

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