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Workshop-Serie: Die Mac-Kommandozeile

Die Mac-Kommandozeile im Griff: Zusammenarbeit mit der Benutzeroberfläche

Die Kommandozeile am Mac. In dieser Folge erfährst du, wie die beiden unterschiedlichen Welten Kommandozeile und grafische Benutzeroberfläche optimal zusammenarbeiten.

Ein Markenzeichen von OS X ist, dass die einzelnen Apps und Funktionen eng miteinander verzahnt sind und dadurch die Arbeit komfortabler wird und schneller von der Hand geht. Auch die Terminal-App macht hierbei keine Ausnahme, wie du im Folgenden erfährst. Zahlreiche Befehle lassen sich auch unter der grafischen Benutzeroberfläche verwenden und umgekehrt.

Kommandozeile: Datei- und Ordnerpfad übernehmen

Das Eintippen langer Datei- und Ordnerpfade in der Terminal-App ist nicht nur zeitraubend, sondern auch fehlerbehaftet. In einem Fall erhältst du bei Tippfehlern eine Fehlermeldung, wenn es schlecht läuft, erleidest du sogar Datenverlust. Daher ist es besser, hier auf Nummer Sicher zu gehen.

Vorsicht!

Bitte veränder oder lösche auf keinen Fall irgendwelche Dateien in diesen Ordnern, ohne dass du genau weisst was du tust!

Möchtest du einen Pfad in die Kommandozeile kopieren, dann erreichst du dies auf die folgende Weise: Gib zunächst den gewünschten Befehl in der Terminal-App ein und betätige anschließend die [Leertaste].

Über die Kommandozeile können auch Finder-Fenster geöffnet werden.
Über die Kommandozeile können auch Finder-Fenster geöffnet werden.

Suche anschließend – im Finder – den Ordner oder die Datei, dessen Pfad du einfügen möchtest. Markiere diesen und ziehe ihn in die Terminal-App hinter den eben eingegebenen Befehl (Siehe Abb.). Um den Befehl auszuführen, betätigst du anschließend die [Eingabetaste].

Pfade lassen sich einfach aufs Terminal-Fenster ziehen.
Pfade lassen sich einfach aufs Terminal-Fenster ziehen.

Finder-Fenster über die Terminal-App öffnen

Auch von der Terminal-App aus kannst du auf den Finder zugreifen. Hierzu dient der Befehl „open“. Möchtest du das aktuelle Verzeichnis, in dem du dich in der Terminal-App gerade befinden, im Finder öffnen, tippe folgenden Befehl ein:

open .

Wobei der „.“ für das aktuelle Verzeichnis steht. Vergiss das Leerzeichen nach dem Befehl auch in diesem Fall nicht.

Selbstverständlich lassen sich auf diese Weise auch gezielt bestimmte Ordner aufrufen. In dem Fall sieht der Befehl dann wie folgt aus:

open /Users/Benutzername/Documents

Datei auf der Benutzeroberfläche öffnen

So wie du von der Kommandozeile aus den aktuellen Ordner oder auch einen anderen Ordner als Finder-Fenster öffnen kannst, so klappt das auch mit Dateien. Hierfür ist ebenfalls der Befehl „open“ zuständig. Hierzu tippst du folgendes ein (vorausgesetzt, die Datei befindet sich im aktuellen Ordner):

open foto.jpg

Nun wird die entsprechende Datei mit dem Programm angezeigt, das für diesen Dateityp als Standardprogramm festgelegt wurde – bei einer JPG-Datei also „Vorschau“.

Datei mit einem bestimmten Programm öffnen

Möchtest du stattdessen ein anderes Programm verwenden, dann ist auch das möglich. In diesem Fall lautet der Befehl so:

open -a „programmname“ foto.jpg

Achte darauf, dass der Programmname richtig geschrieben und in Anführungszeichen gesetzt wird.

Programme starten

Auf der Kommandozeile herkömmliche Programme für die grafische Benutzeroberfläche zu starten, ist normalerweise mit einiger Tipparbeit verbunden. Du musst dazu wissen, wo das Programm zu finden ist, in welchem Ordner, wie sein genauer Name ist und diesen samt korrektem Pfad eingeben. Beim Taschenrechner würde er wie folgt lauten:

/Applications/Calculator.app/Contents/MacOS/Calculator

Die eigentliche ausführbare Datei „Calculator“ befindet sich nämlich im „Bundle“ „Calculator.app“. Unter der Kommandozeile muss diese explizit aufgerufen werden, um das Programm zu starten. Aber es geht einfacher. Auch hier ist wieder der Befehl „open“ der Schlüssel. Möchtest du ein beliebiges Programm im Ordner „Programme“ öffnen, dann gib diesen Befehl ein:

open -a Calculator

In diesem Fall musst du also nur den korrekten Namen des Programms kennen, aber nicht den gesamten Pfad zur ausführbaren Datei.

Webseite öffnen

Derselbe Befehl kommt auch dann zum Einsatz, wenn du aus der Kommandozeile heraus eine herkömmliche Webseite betrachten möchtest. Angenommen, du möchtest www.maclife.de aufrufen, dann lautet der Befehl folgendermaßen:

open http://www.maclife.de

Hier ist wichtig, dass du die Adresse korrekt eingibst und das entsprechende Protokoll http:// nicht vergisst. Hierbei wird die Webseite immer mit dem als Standard definierten Web-Browser aufgerufen – in der Regel also mit Safari.

Zugriff auf (unsichtbare) Ordner

Wie du sicher weisst, gibt es unter OS X einige für das Betriebssystem wichtige Ordner, die aus Sicherheitsgründen möglichst vor den Augen der Benutzer verborgen werden sollen.

Programme können ohne Pfadangabe mit dem Befehl „open“ gestartet werden.
Programme können ohne Pfadangabe mit dem Befehl „open“ gestartet werden.

Diese können allerdings über die Kommandozeile eingesehen werden. Noch einfacher geht es, wenn du einen praktischen Finder-Befehl zu Hilfe nimmst.

Dateien lassen sich mit beliebigen – kompatiblen – Programmen in der Kommandozeile öffnen.
Dateien lassen sich mit beliebigen – kompatiblen – Programmen in der Kommandozeile öffnen.

Öffne das Menü „Gehe zu“ und rufe dort den Befehl „Gehe zum Ordner ...“ auf. Anschließend gibst du dort den Pfad zum entsprechenden Ordner ein, wie zum Beispiel:

/usr/local/bin

Hier funktioniert übrigens auch die automatische Befehls- beziehungsweise Pfadergänzung via [Tab]-Taste. Betätige diese einfach bei der Eingabe. Klickst du anschließend auf den Schalter „Öffnen“, wird der Ordnerinhalt in einem Finder-Fenster aufgelistet.

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