PhotoLine: Interview mit Gerhard und Martin Huber

Mac Life:  In welchem Anwenderbereich sehen Sie PhotoLine angesiedelt?

Computerinsel:  Unser Ziel ist es, alles zu bieten, was ein Heimanwender oder auch ein semiprofessioneller Anwender braucht. Das fängt beim Bearbeiten von Bildern an und hört beim Gestalten von Druckdokumenten auf. Das Hauptgewicht liegt zwar auf der Bildbearbeitung, aber es ist in PhotoLine auch problemlos möglich, mehrseitige Broschüren zu setzen. Daher kann PhotoLine auch Vektorgrafiken und mehrseitige Texte bearbeiten.

Mac Life:  Von der Oberfläche her erinnert das Programm durchaus an den Marktführer Photoshop. War das von Anfang an so geplant?

Computerinsel:  Nein, auf keinen Fall. Wir waren immer bestrebt, eine anwenderfreundliche Oberfläche zu erzeugen, die einerseits die vielfältigen Einsatzgebiete von PhotoLine unterstützt, aber andererseits auch nicht zu komplex wird. Die Oberfläche von Photoshop ist dafür nur bedingt geeignet, da sich diese rein auf die Bildbearbeitung konzentriert. Leider sind wir durch unser Vorgehen auch in ein Dilemma geraten. Manche Anwender, die nur Photoshop kennen, tun sich am Anfang schwer, da PhotoLine aufgrund seines breiteren Anwendungsspektrums teilweise anderen Prinzipien folgt. Daher versuchen wir seit einigen Jahren, unsere Bedienung – soweit möglich – anzunähern.

Mac Life:  Aus unserem Umfeld hören wir immer wieder, dass die ins Programm integrierte Hilfe stellenweise zu rudimentär ist und viele Möglichkeiten von PhotoLine nicht ausreichend beschrieben werden. Leider gibt es keine Sekundärliteratur zum Programm, haben Sie deshalb Pläne, den Mangel an Informationen zu beheben?

Computerinsel:  Das ist ein recht großer Komplex. Zunächst einmal: Wir finden die eingebauten Hilfestellungen recht umfangreich. Die PDF-Version der integrierten Hilfe hat eine Länge von über 300 Seiten. PhotoLine schneidet also im Vergleich mit anderen Programmen recht gut ab.Ein Teil des Problems ist eher, dass es aufgrund der Fülle an Funktionen und der ausführlichen Dokumentation schwierig ist, genau die Information zu finden, die man im Augenblick benötigt. Daher ist es unserer Ansicht nach auch nicht wirklich hilfreich, die integrierte Hilfe durch noch mehr Text zu erweitern.Natürlich fehlen in der Hilfe auch immer wieder einzelne Punkte. Wenn wir aber darauf angesprochen werden, ergänzen wir diese. Wie man das Problem, dass Anwender die gewünschten Punkte zum Teil nur schwer finden, lösen kann, ist schwierig zu sagen. Von unserer Seite aus versuchen wir zum einen, die Bedienung zu vereinfachen, so dass sich manche Fragen gar nicht erst stellen, und zum anderen, die Bedienung soweit sinnvoll an Photoshop anzunähern, damit bereits erlernte Arbeitsweisen in PhotoLine besser eingesetzt werden können.

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Ein durchaus interessantes Programm, besonders für Privatanwender, und das für nur 59 Euros. Kann unter pl32.de geladen werden (inkl. 30 Tage Demo). Gut ist auch, dass es eine Windows-Version gibt, falls Apple sich mit seiner Politik vollends in Aus schiesst! Werde es mir auf jeden Fall genauer anschauen.

Es läuft auch vom USB Stick. Sehr praktisch, so habe ich mein digitales Bildbearbeitungsstudio immer bei mir.

Schönes Teil, wenn auch mit nicht gerade Mac-konformer Oberfläche. Man muss jeweils ein bisschen suchen, um die Sachen zu finden, die man braucht. Gegenentwurf: Acorn, jedoch ist Photolone ungleich mächtiger!
Schön fände ich es trotzdem, wenn ein wenig in die UI investiert werden würde.

Was ist doch gleich das Problem mit Gimp?

Fehlende Unterstützung von CMYK.

Eine Baustelle gibt es allerdings, und das seit ewigen Zeiten, aber das wollen die Entwickler nicht hören, nicht wahrhaben oder einfach nicht akzeptieren: die sogenannten "Dialoge" (was bei Photoshop die "Fenster" sind). Was bei Photoshop und vielen anderen Bildbearbeitungsprogrammen gut gelöst ist, ist kommt bei Photoline leider immer noch eckig und unbeholfen daher. Das Problem des benötigten Platzes von mehreren geöffneten "Dialogen" ist beispielsweise nicht gelöst: wenn der Platz nicht mehr ausreicht, verschwinden die unteren Dialoge einfach unter der Bildschirmkante. Um diese wieder sichtbar zu machen, müssen weiter oben positionierte Dialogfenster erst einzeln minimiert werden, damit die unteren wieder in den Bildschirmbereich nachrücken können.

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