Grafikprogramm von der Computerinsel

PhotoLine: Interview mit Gerhard und Martin Huber

Ehemalige Atari-Anwender werden sich vielleicht noch an das Grafikprogramm PhotoLine erinnern: Die Ausgabe 2/96 der Zeitschrift ST-Computer bejubelte die damals immerhin 299 Mark teure Software als „klassische Bildbearbeitung mit klarer Linie“. Auch 15 Jahre später erfreut sich das Programm noch immer großer Beliebtheit.

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Heute liegt PhotoLine in Version 16.5 für Mac OS X und Windows vor, wird seit vielen Jahren als Shareware vertrieben und bietet für wenig Geld ein ausgewachsenes Pixelgrafikprogramm, eine Vektorgrafiksoftware, einen Bildbetrachter mit Übersichtsdruck und Diaschau, Software zum Konvertieren ganzer Verzeichnisse, eine Poster- und Etikettendruckerei, ein Werkzeug zum Erstellen von Chartgrafiken und noch so einiges mehr. Nachdem wir in vergangenen Mac-Life-Ausgaben unregelmäßig über neue PhotoLine-Versionen berichtet haben, möchten wir nun die Programmierer von PhotoLine vorstellen. Gerhard Huber (45) und Martin Huber (43) sind mit ihrer Computerinsel getauften Firma im bayrischen Kurort Bad Gögging ansässig und stellten sich den Fragen unseres Autors Gerd M. Hofmann.

Mac Life:  Wie hat alles mit PhotoLine angefangen?

Computerinsel:  Wir haben Grafikkarten für ATARI angepasst. Das war zu einer Zeit, als die meisten Rechner noch Schwarz/Weiß-Bildschirme hatten. Damals steckte die Bildbearbeitung noch in den Kinderschuhen. Durch die Grafikkarten kam Farbe ins Spiel, und wir bekamen Kontakt zu verschiedenen Herstellern von Bildbearbeitungsprogrammen. Aber das war damals alles noch sehr grundlegend. Später haben wir begonnen, Scannertreiber zu erstellen. Und nachdem wir dann schon das Einlesen von Bildern und deren Ausgabe abdeckten, war der Schritt zur Bearbeitung nicht mehr weit. Sehr bald zeigte sich, dass ATARI am Ende und die vorhandene Hardware zu schwach für vernünftige Bildbearbeitung war. In der Zwischenzeit kam Windows 95 auf den Markt und wir sahen eine Chance für dieses System. Daher begannen wir 1996 mit der Portierung nach Windows. Mitte 1997 gab es dann die erste wirkliche Windows-Version (2.2), ab da haben wir das Programm konsequent weiterentwickelt. 1999 haben wir dem Druck vieler Anfragen ehemaliger ATARIaner, die auf Mac OS umgestiegen waren, nachgegeben und mit der Mac OS-Portierung angefangen.

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Ein durchaus interessantes Programm, besonders für Privatanwender, und das für nur 59 Euros. Kann unter pl32.de geladen werden (inkl. 30 Tage Demo). Gut ist auch, dass es eine Windows-Version gibt, falls Apple sich mit seiner Politik vollends in Aus schiesst! Werde es mir auf jeden Fall genauer anschauen.

Es läuft auch vom USB Stick. Sehr praktisch, so habe ich mein digitales Bildbearbeitungsstudio immer bei mir.

Schönes Teil, wenn auch mit nicht gerade Mac-konformer Oberfläche. Man muss jeweils ein bisschen suchen, um die Sachen zu finden, die man braucht. Gegenentwurf: Acorn, jedoch ist Photolone ungleich mächtiger!
Schön fände ich es trotzdem, wenn ein wenig in die UI investiert werden würde.

Was ist doch gleich das Problem mit Gimp?

Fehlende Unterstützung von CMYK.

Eine Baustelle gibt es allerdings, und das seit ewigen Zeiten, aber das wollen die Entwickler nicht hören, nicht wahrhaben oder einfach nicht akzeptieren: die sogenannten "Dialoge" (was bei Photoshop die "Fenster" sind). Was bei Photoshop und vielen anderen Bildbearbeitungsprogrammen gut gelöst ist, ist kommt bei Photoline leider immer noch eckig und unbeholfen daher. Das Problem des benötigten Platzes von mehreren geöffneten "Dialogen" ist beispielsweise nicht gelöst: wenn der Platz nicht mehr ausreicht, verschwinden die unteren Dialoge einfach unter der Bildschirmkante. Um diese wieder sichtbar zu machen, müssen weiter oben positionierte Dialogfenster erst einzeln minimiert werden, damit die unteren wieder in den Bildschirmbereich nachrücken können.

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