Interview: Im Gespräch mit Markus Diebel, Chefdesigner von Incase

Mac Life:  Kann man ein Case denn tatsächlich immer noch weiter verbessern?

Markus Diebel:  Aber klar. Das hat viel mit den Materialien zu tun. Man kann zum Beispiel biologisch abbaubare Kunststoffe verwenden, die ohne Öl hergestellt werden. Auch bei der Entwicklung der Maschinen, mit denen wir besondere Designs erstellen können, denken wir innovativ – etwa für unsere perforated cases, deren durchlöcherte Flächen leichter sind und einfach cool aussehen.

Mac Life:  Gibt es denn schon Design-Klassiker aus dem Hause Incase?

Markus Diebel:  Ich denke schon. So haben wir ein Case erfunden, dass sich slider nennt und mittlerweile viele Nachahmer gefunden hat. Der slider ist ein zweiteiliges Case, bei dem man den unteren Teil zum Andocken wegschieben kann, ohne die komplette Hülle entfernen zu müssen. Unser Bestseller ist die schwarze Version mit Softouch, das sich wie Gummi anfühlt. Ein Klassiker ist auch unser neopren-sleeve für das MacBook, das mittlerweile zum Industriestandard geworden ist.

Mac Life:  Ist die Balance zwischen Design und Funktionalität eine schmaler Grat?

Markus Diebel:  Design funktioniert, wenn es für den User eine positive Erfahrung schafft – und es ihm ermöglicht, sich damit zu repräsentieren. Funktionalität bedeutet nicht nur nur, dass das Case das Gerät umschließt. Funktion ist auch die Zeitlosigkeit und Langlebigkeit eines Produktes, mit dem der Inhaber sich über Farben und Muster identifizieren kann. All das muss Design erfüllen.

Mac Life:  Gibt es bei Incase konkrete Design-Richtlinien?

Markus Diebel:  Ja, wir haben drei Designprinzipien, nach denen wir alles kreieren. Das erste Prinzip heißt „humanize“. Wir stellen innovative Produkte her, die intuitiv, usergerecht, cool und expressiv sind – wir vermenschlichen das Produkt sozusagen. Das zweite Prinzip lautet „think beyond“ und umfasst unser Streben nach Innovation, neuen Materialien, Materialkombinationen, Farben und Designs. Und anhand des dritten Prinzips, wir nennen es „zero in“, fokussieren wir uns auf ein Produkt, das bis auf das Notwendigste reduziert ist, bei dem wir alles Überflüssige wegnehmen, damit es für sich allein stehen kann. Das letztgenannte Prinzip ist das Wichtigste, da es dem Produkt einen hohen Wiederkennungswert und etwas Zeitloses gibt.

Mac Life:  Aber schränken Richtlinien den kreativen Prozess nicht zuweilen ein?

Markus Diebel:  Natürlich engen wir uns damit freiwillig ein. Aber wenn man einen Sinn für den Menschen hat und an Innovation sowie den minimalsten Ausdruck einer Formsprache denkt, bleibt genug Freiraum für kreatives Denken.

Mac Life:  Eurer Magazine Jacket, eine Schutzhülle für das iPad 2, sieht dem SmartCase von Apple übrigens ziemlich ähnlich.

Markus Diebel:  Ja, das stimmt. Aber es kam schon ein Jahr vor dem SmartCase heraus. „Great minds think alike“, sagt man hier in Amerika. Und durch unsere Nähe zu den Apple-Designern trifft dieser Spruch wohl umso mehr zu.

Mac Life:  Im September 2011 wird es von Incase erstmals eine Audio-Produktreihe geben – wieso habt Ihr Euch entschlossen, nun auch Kopfhörer herauszubringen?

Markus Diebel:  Wir sehen das als eine ganz natürliche Ergänzung unseres Angebots, da wir unsere Design-Philosophie auf die Ästhetik – etwa durch die versteckten Gelenke – und intuitive Benutzung der Kopfhörer angewendet haben. Durch das Design und die parabolische Form, haben wir der Akustik mehr Raum gegeben. Außerdem schmiegt sich der Kopfhörer ergonomisch ans Ohr. Und aufgrund größerer Löcher an dem Netz, das das Soundmodul abschirmt, gelangt möglichst viel Musik ans Ohr.

Mac Life:  Schönes Design ist die eine Sache, aber woher nehmt Ihr das Know-how, das sich die Audio-Konkurrenz über Jahre erarbeitet hat?

Markus Diebel:  Wir arbeiten mit Soundspezialisten zusammen, die seit langer Zeit über dieses Know-how verfügen und dazu beigetragen haben, dass sich der Klang unserer Kopfhörer nicht zu basslastig, sondern sehr natürlich präsentiert.

Mac Life:  Abschließende Frage. Was ist Ihr Lieblingsprodukt von Apple?

Markus Diebel:  Ganz klar, das iPhone 3G S in Weiß, gefolgt vom neuen MacBook Pro.

Mac Life:  Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg für Ihr Unternehmen und Ihre Produkte.

Interview: Christian Bärmann

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unglaublich, ich weiss jetzt so viel mehr . bin voll im bild . oh . danke .

... manchmal wäre es echt besser die Kommentafunktion zu deaktivieren.

Gast 14:25
Kauf dir ein Strick und häng dich wegg!
Das wäre nicht Schade sondern Schadensbegrenzung !!!

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