iPhone 17e

iPhone 17e im Test: Das Günstige wird groß

699 Euro, A19-Chip, MagSafe und 256 GB Speicher: Das iPhone 17e macht deutlich, wie weit die einst stiefmütterlich behandelte Einstiegsklasse inzwischen gekommen ist.

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Wer in den vergangenen Jahren ein iPhone SE in die Hand nahm, bekam stets das Gefühl, Apple wolle einem das Sparen madig machen. Dicke Ränder, ein Home-Button mit Touch ID und eine Kamera, die selbst Wohlwollende als „ausreichend“ bezeichneten, umwehte ungewollter Retro-Charme. Mit dem iPhone 16e begann die Kernsanierung, das iPhone 17e führt diese konsequent fort – und das Ergebnis hat mit den alten SE-Modellen so viel gemein wie ein gebügelt-geschniegelter Bankangestellter mit seinem Jugendfoto aus seiner extremen Punkphase.

Im Alltag angekommen

Im täglichen Einsatz fällt zunächst auf, was nicht auffällt: Verzögerungen. Der A19-Chip, dieselbe Generation Apple Silicon wie in der gesamten iPhone-17-Familie, arbeitet Apps, Multitasking und selbst anspruchsvolle Spiele mit Raytracing flüssig ab. Sechs CPU-Kerne, davon zwei Hochleistungs- und vier Effizienzkerne, sorgen dafür, dass Apple Intelligence auf dem Gerät läuft, ohne dass man beim Zusammenfassen von Texten oder beim Erstellen von Genmoji in längeres Warten gerät. Die 16-Kern-Neural-Engine erledigt KI-Aufgaben im Hintergrund, während der A19 nach „vorne“ alles flüssig hält. Apps starten ohne Verzögerung und selbst mit aufwändigen Spielen wie Resident Evil 4 hat man auf dem iPhone 17e Spaß, auch wenn die hier verwendete A19-Variante mit einem GPU-Kern weniger daherkommt als die im iPhone 17.

Der Akku hält laut Apple bis zu 26 Stunden Videowiedergabe durch. Das sind neun Stunden mehr als noch beim iPhone 11. Im Alltag mit viel Mail, Safari, gelegentlichem Podcast-Streaming und etwas Netflix sowie Gaming kam das Gerät zuverlässig über den Tag, meist mit entspannt viel an Restkapazität am Abend.

„Zwei-in-einer-Kamera“

Die 48-MP-Fusion-Kamera ist faktisch ein Zwei-in-eins-System. Standardmäßig rechnet die Kamera aus mehreren Aufnahmen ein optimiertes 24-MP-Ergebnis – ein guter Kompromiss aus Detailreichtum und Dateigröße. Wer mehr will, aktiviert in den Einstellungen die höhere Auflösung und schießt volle 48 MP. Clever ist: Der 2x-Telefoto-Modus nutzt die mittleren zwölf Megapixel des Quad-Pixel-Sensors und liefert Fotos bei 52 Millimeter Brennweite praktisch ohne Auslöseverzögerung.

Porträts profitieren spürbar vom A19: Die Segmentierung trennt Vorder- und Hintergrund gefühlt natürlicher als beim Vorgänger, der Tiefenverlauf wirkt realistischer. Fokuspunkt und Schärfentiefe lassen sich bei jedem Foto nachträglich in der Fotos-App anpassen. Wer im entscheidenden Moment einfach abdrückt, kann den perfekten Schärfepunkt so auch später noch in Ruhe setzen. Videos nimmt das iPhone 17e in 4K mit 60 Bildern pro Sekunde und Dolby Vision auf, dazu gibt es eine auf Audiomix getaufte Tonverbesserung mit den Modi „Im Bild“, „Studio“ und „Kino“ sowie eine automatische Windgeräuschreduzierung. Was fehlt, fällt vor allem denjenigen auf, die viel fotografieren: Es gibt nach wie vor nur eine rückseitige Linse. Makroaufnahmen, echte Ultraweitwinkel-Perspektiven und räumliche Fotos für die Apple Vision Pro bleiben den teureren Geschwistern vorbehalten. Auch die in den Gehäuserand eingelassene Bedienfläche zur Kamerasteuerung sucht man vergeblich. Und das Display arbeitet weiterhin mit 60 Hertz, was für den Preis aber verschmerzbar ist.

Von Technik und Ausstattung

Das 6,1 Zoll große Super-Retina-XDR-OLED-Display wird von einem verbesserten „Ceramic Shield 2“-Deckglas geschützt, das laut Apple dreimal kratzfester ist als die Vorgängergeneration. Das verwendete Deckglas erwies sich bereits in den anderen iPhone-17-Modellen als widerstandsfähig, auch wenn sich bei diesen nach Monaten ohne zusätzlichen Schutz feinste Haarkratzer zeigen.

Face ID entsperrt das Gerät, die konfigurierbare Aktionstaste ersetzt den alten Lautlos-Schalter – beides kennt man bereits vom iPhone 16e. Neu ist indes, dass zwischen drei Farben gewählt werden darf: Neben Schwarz und Weiß steht das neue Hellrosa als dezenter „Nude“-Make-up-Ton zur Auswahl. Neu ist zudem, dass MagSafe erstmals ins günstigste iPhone kommt. Via MagSafe ist kabelloses Laden mit bis zu 15 Watt möglich, zudem hält Zubehör magnetisch am Rücken des Smartphones. Ein USB-Ladekabel liegt bei, ein Netzteil fehlt im Lieferumfang. Lob gibt es für das Apple-eigene C1X-Mobilfunkmodem. Es funkt bis zu doppelt so schnell wie noch das C1 im iPhone 16e und erreicht so das Tempo von iPhone 17 und iPhone Air. Geblieben ist in dieser Hardware-Generation übrigens der Einschub für physische SIM-Karten.

Das richtige iPhone …

… für alle, die ein iPhone 11, 12 oder ein älteres SE besitzen und endlich in die Welt von Apple Intelligence, MagSafe und 5G einsteigen wollen, ohne gleich über 900 Euro auszugeben. Der Basisspeicher von 256 GB, das Vierfache eines iPhone-12-Basismodells, gibt Spielraum für Jahre. Auch Android-Umsteigende, die ein kompaktes, schnelles Smartphone suchen, finden im iPhone 17e einen grundsoliden Einstieg ins Apple-Ökosystem. Wer fotografisch mehr Flexibilität benötigt, greift besser zum iPhone 17: Dort gibt es eine Ultraweitwinkelkamera, einen Makromodus, die dedizierte Kamerasteuerung und als Bonus ein ProMotion-Display. Wer noch mehr will, besitzt wahrscheinlich schon ein Pro-Max-Modell und war ohnehin nie Teil der Zielgruppe.

Standpunkt von Stefan Molz

»Würde ich nicht so viel mit dem iPhone 17 Pro Max fotografieren, das iPhone 17e würde mir dicke reichen. Für den Alltag spielt der A19-Chip in derselben Liga. Dass Apple mit dem iPhone 16e die Einsteigermodelllinie kernsaniert hat und mit dem 17e weiterbaut, macht das günstigste iPhone zum besten Deal der Familie. Von den alten iPhone SE ist das Welten entfernt.«

5 Empfehlungen mit MagSafe

Apple MagSafe Ladegerät (2 m)

(Bild: Apple)

Das hauseigene Ladekabel hält magnetisch und lädt das iPhone 17e mit bis zu 15 Watt. Das Kabel mit 2 Meter Länge reicht komfortabel vom Nachttisch bis zur nächsten Steckdose. Kompatibel ist die Strippe mit Qi2.

Preis: 59 Euro
Web: www.apple.de

Apple MagSafe Wallet

(Bild: Apple)

Die Feingewebe Wallet fasst bis zu drei Karten und hält magnetisch auf der Rückseite. Die „Wo ist?“-Anbindung meldet den letzten bekannten Standort, an dem Brieftasche und iPhone voneinander getrennt wurden.

Preis: 69 Euro
Web: www.apple.de

Anker MagGo Powerbank 622

(Bild: Anker)

Die kompakte 5.000-Milliampere-Powerbank hält ebenfalls magnetisch am iPhone und bringt zudem einen ausklappbaren Ständer mit. Per USB-C wird sie aufgeladen und ist die ideale Notreserve für unterwegs.

Preis: 45 Euro
Web: www.anker.de

Belkin Webcam-Halterung

(Bild: Belkin)

Die Magnethalterung verwandelt das iPhone über die macOS-Funktion „Integrationskamera“ in eine Webcam für FaceTime und Co. am Mac. Nach einem Call lässt sich das iPhone schnell wieder in die Tasche stecken.

Preis: 40 Euro
Web: www.belkin.com

Wicked Chili KFZ-Halterung

(Bild: Wicked Chili)

Die MagSafe-kompatible Autohalterung klemmt sich an die Lüftungsschlitze und hält das iPhone damit sicher im Blickfeld. Navigation und Freisprechen funktionieren zum fairen Preis ohne Fummelei.

Preis: 25 Euro
Web: amazon.de

Fazit

Das iPhone 17e liefert mit A19-Chip, MagSafe und 256 GB ein starkes Gesamtpaket. Die Kamera überzeugt im Alltag. Es sind vor allem Ultraweitwinkel und das 120-Hertz-Display, das dem teureren Modell vorbehalten bleibt.

Testergebnis
ProduktnameiPhone 17e
HerstellerApple
Preis699 €
Webseitewww.apple.de
Pro
  • + A19-Chip aus der aktuellen iPhone-17-Generation mit Apple Intelligence
  • + endlich MagSafe im günstigsten iPhone
  • + 48-MP-Fusion-Kamera
  • + mehr Speicher zum gleichen Preis
Contra
  • - Display nur mit 60 Hertz
  • - nur eine rückseitige Kamera
Bewertung
1,5gut

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